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Universitätsbibliothek Tübingen

Theologie digital


DFG

Deutsche Theologie des 19. Jahrhunderts

Aus: Kleine Bilder-Bibel für Schule und Haus (Regensburg, frühes 20. Jh. [o.J.]), S. 136 (Bild: UB Tübingen) Werk des führenden rationalistischen evangelischen Theologen Heinrich E. G. Paulus (1761-1851) (Bild: UB Tübingen) Johann Baptist von Hirscher (1788-1865), Vertreter der Katholischen Tübinger Schule (Bild: Wikimedia)

In diesem von der DFG geförderten Projekt werden zentrale theologische Publikationsorgane, die im Prozess der theologischen Schulenbildung des 19. Jahrhunderts entstanden bzw. in denen dieser Prozess wissenschaftlich rekonstruierbar wird, digitalisiert. Theologiegeschichte lässt sich nicht zuletzt als Zeitschriftengeschichte schreiben. Eine ausgewählte Sammlung von Monographien, die exemplarisch die Schulenbildung am Beispiel der Universität Tübingen dokumentieren, ergänzt die Quellenauswahl.

Das 19. Jahrhundert wirkte für die Entwicklungen des 20. Jahrhunderts besonders prägend, gerade wegen des hier bereits deutlich greifbaren und später verstärkten Diversifizierungs- und Pluralisierungsschubs, der Konflikte und Spaltungen innerhalb der Kirchen und der verschärften Auseinandersetzung mit Umbrüchen im soziokulturellen Umfeld (Säkularisierung, Industrialisierung, Ideologisierung). Im 19. Jahrhundert wird auch greifbar, in welcher Weise die Spannung zwischen Tradition und Moderne bzw. zwischen (göttlicher) Offenbarung und (rationaler) Aufklärung sich auf die Theologie auswirkt. Je nach Akzentuierung und Modus der Vermittlung kommen stark divergierende theologische Ansätze zustande. Charakteristisch ist das Ringen traditioneller und in organisierten Milieus gepflegter Frömmigkeit mit Anfragen aus Rationalismus und historischer Kritik. In der evangelischen Theologie geschieht die Diskussion im unterschiedlichen Rekurs auf Friedrich Schleiermacher, in der katholischen als Auseinandersetzung zwischen ultramontanen bzw. neuthomistischen Lehrgebäuden einerseits und geschichtlich-organischem Offenbarungs-, Traditions- und Kirchenverständnis andererseits. Viele theologische Fakultäten erhielten ihre bis heute andauernde Grundprägung durch inhaltliche und personelle Entscheidungen im 19. Jahrhundert.

Das Digitalisierungsprojekt bietet eine leicht verfügbare Referenzbasis für den umfassenden Nachvollzug der theologiegeschichtlichen Entwicklungen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Besonders rezeptionsgeschichtliche Studien, die die Bedeutung der deutschen Theologie (und in ihr exemplarisch der Tübinger Schulen) für die weltweite theologische Entwicklung zum Inhalt haben, werden hierdurch erleichtert.



Joseph von Görres (1776-1848), Vertreter des Ultramontanismus (Bild: Wikimedia) "Theologische Jahrbücher": Organ der (evang.) Jüngeren Tübinger Schule (Bild: UB Tübingen) Friedrich Schleiermacher (1768-1834) (Bild: Wikimedia)

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