Allgemeine kirchliche Zeitschrift (AKZS)

Titel
Allgemeine kirchliche Zeitschrift. – Elberfeld : Friderichs. – 1.1860 - 13.1872
Signatur UB Tübingen
Gd 381
ZDB-ID
525669-0
zum Herausgeber
Daniel Schenkel (1813-1885)
zum Verlag
Friderichs (Wuppertal-Elberfeld): ein vorwiegend evangelisch-theologischer, eher liberaler Verlag. Publikationen des Verlages Friderichs.
Konfession
Evangelisch
Theologische Schule
Vermittlungstheologie bzw. liberale Theologie
Volltext der Zeitschrift

Theologische Anliegen

Vermittlung zwischen Gegensätzen

Schenkel beschreibt im Vorwort (Bd. 1, S. 1-4) die Anliegen seiner Zeitschrift. Charakteristisch ist die von Georg W.F. Hegel (1770-1831) beeinflusste Vermittlung der Anliegen der divergierenden innerkirchlichen Gruppen: so soll an der Heiligen Schrift als unerschütterlicher Grundlage bzw. „Richtschnur und Regel” festgehalten werden, allerdings diese in „freier Forschung” gelesen werden (S. 2).

Die Reformation wird hoch geschätzt, allerdings v.a. weil sie „Gewissens- und Glaubensfreiheit” bewirkt habe; dementsprechend sind die reformatorischen Bekenntnisse nur gültig in ihren „Grundwahrheiten”, „ohne die Gewissen an die menschliche und vergängliche Form derselben binden zu wollen” (S. 2).

Als Kennzeichen der evangelischen Kirche wird die Toleranz und die Freiheit – des allerdings individualistisch-subjektiv akzentuierten – Gewissens gesehen (S. 2). Dementsprechend will sich die Zeitschrift „unter die Fahne keiner Partei” (S. 3) stellen, sondern zwischen den verschiedenen innerevangelischen Konfessionen und Gruppen vermitteln. Schenkel spricht hier sicherlich als typischer Vertreter Badens mit der Tradition einer unierten, moderat liberalen und pragmatischen Landeskirche. Er war ein führender Kopf des Deutschen Protestantenvereins als Dachverband des liberalen Protestantismus.

Stärkung der Laien

Die Zeitschrift zielt stark auf die engagierten und gebildeten Laien innerhalb der evangelischen Kirche ab. Ausdrücklich wird die Mündigkeit und Mitverantwortung der Laien in der Gemeindeleitung im Rahmen der Presbyterial- und Synodalverfassung betont (S. 2). Insofern ist die Themenauswahl und das Niveau der Aufsätze weniger stark wissenschaftlich oder speziell ausgerichtet als bei anderen Zeitschriften.

Aktualität

Auf Theologen wie Laien zielt die breite Behandlung aktueller Literatur, kirchlicher und kirchenpolitischer Ereignisse und Nachrichten ab. Der Leser soll als bewusst protestantischer und – weltoffener – Zeitgenosse im gesellschaftlichen Diskurs unterstützt werden und Orientierung finden.

Siehe auch Monographien zur Vermittlungstheologie (SWB).