Deutsche Zeitschrift für christliche Wissenschaft und christliches Leben (DZCW)

Titel
Deutsche Zeitschrift für christliche Wissenschaft und christliches Leben. – Berlin : Wiegandt und Grieben. – 1.1850 - 8.1857; N.F. 1.1858 - 4.1861
Signatur UB Tübingen
Gd 57.4 bzw. Gd 387 (nur N.F. 4.)
ZDB-ID
304874-3
zum Herausgeber
Karl Friedrich Theodor Schneider (1801-1882), Wilhelm Adolf Hollenberg (1824-1899); unter Mitwirkung von: Julius Müller (1801-1878), Karl Immanuel Nitzsch (1787-1868), Aemilius Ludwig Richter (1808-1864), August Tholuck (1799-1877) u.a.
zum Verlag
Wiegandt und Grieben (Berlin): Dieser Verlag publizierte in seiner Frühzeit v.a. theologische Literatur, hier am meisten aus dem Spektrum der evangelischen Vermittlungstheologie und des Unionismus. Später kamen Titel aus anderen Fächern hinzu. Publikationen des Verlages Wiegandt und Grieben.
Konfession
Evangelisch
Theologische Schule
Vermittlungstheologie
Volltext der Zeitschrift

Theologische Anliegen

Vermittlung zwischen Fortschritt und Erhaltung

Die Vermittlungstheologen schließen sich inhaltlich v.a. an Friedrich Schleiermacher (1768-1834) und den geistigen Vater dieser Zeitschrift, August Neander (1789-1850), an. Ziel ist es, die Extrempositionen eines Rationalismus bzw. einer Ethisierung einerseits, eines Konfessionalismus oder Biblizismus andererseits zu vermeiden, zugleich aber der Erhaltung des kirchlichen Lebens zu dienen. Man appelliert von der Dogmatik an die biblische Theologie, „von jeder Dogmenbildung an die Gesammthistorie“, schließt sich an das Ganze an und versucht Partikularismen zu umgehen oder zu integrieren (vgl. Bd. 2, S. 3). Es geht darum, „den Fortschritt zu machen, ohne welchen an Erhaltung nicht zu denken ist“ (ebd.). Die wesentlichen Inhalte des christlichen Glaubens sollen erhalten bleiben, allerdings mit einer anderen Begründung als dem bloßen Rekurs auf Schrift und Bekenntnis.

Unionismus

Die Vermittlungstheologen begrüßen ausdrücklich die überwindung innerevangelischer Gegensätze durch Bildung unierter Landeskirchen im 19. Jahrhundert. Man vertritt einen positiven Standpunkt, insofern man das Bekenntnis für wichtig hält. Allerdings geht es um eine höhere, die konfessionellen Teiltraditionen überwindende Einheit in einem Dritten, „welches noch immer gemeinschaftbildend die Jahre des erneuerten Zwistes hindurch gewirkt hat, das erste und wahrhaft Symbolische“ (Bd. 2, S. 3).

Siehe auch Monographien zur Vermittlungstheologie (SWB).