Zeitschrift für Philosophie und katholische Theologie (ZPKT)

Titel
Zeitschrift für Philosophie und katholische Theologie. – Bonn : Marcus. – 1.1832 -13.1852/53
Signatur UB Tübingen
Gd 136
ZDB-ID
526367-0
zum Herausgeber
Johann Heinrich Achterfeldt (1788-1877), Heinrich Josef Vogelsang (1803-1863), Johann Martin Augustin Scholz (1794-1852), Johann Wilhelm Joseph Braun (1801-1863) u.a.. Es handelt sich v.a. um ein Publikationsorgan der Bonner katholisch-theologischen Fakultät und damit eine Vertretung des west- und norddeutschen Katholizismus.
zum Verlag
Verlag Marcus (Bonn): Dieser Verlag publizierte bis zum frühen 20. Jh. theologische Literatur sowohl katholischer wie evangelischer Provenienz. Er hatte aber auch Titel aus anderen Fächern (v.a. Geisteswissenschaften) im Programm. Publikationen des Verlages Marcus.
Konfession
Katholisch
Theologische Schule
Hermesianismus (Anhänger von Georg Hermes)
Volltext der Zeitschrift

Theologische Anliegen

Zueinander von Vernunft und Glaube

Der Name der Zeitschrift ist Programm: mit Zielrichtung v.a. auf das Bildungsbürgertum wird eine zumindest teilweise Begründung theologischer Inhalte mit philosophischen Mitteln angestrebt. Georg Hermes (1775-1831) gilt als Begründer Fundamentaltheologie im Sinne einer der Dogmatik vorgelagerten Einführungs- oder auch Hinführungswissenschaft. Glaubenslehren gelten als durch die Vernunft begründbar. In dem v.a. durch den Ultramontanismus initiierten Hermesianismusstreit ab 1832 entsteht der Vorwurf des Rationalismus oder zumindest Semi-Rationalismus. Hermes verband Einflüsse der Aufklärung mit Anliegen der Restauration. Bis 1835 wurde der Hermesianismus gefördert durch den Kölner Erzbischof Ferdinand August von Spiegel (1764-1835).

Wissenschaftliche Methodik

Hermes und seinen Anhängern ist eine wissenschaftliche Begründung und Verteidigung des Christentums wichtig, auch der Aufbau der Theologie als einer wissenschaftlichen Disziplin. Zum Problem wird der damit verbundene methodische Zweifel, der in den Streitigkeiten zur Anklage führte, einen Skeptizismus zu vertreten.

Positives Verhältnis von Staat und Kirche

Im Unterschied zu den Ultramontanisten bemühte sich Georg Hermes mit seinen Anhängern um einen Ausgleich der katholischen Kirche mit dem Staat. Man wollte staatsloyale Katholiken ausbilden, was der eher aus den oberen sozialen Schichten stammenden Anhängerschaft entgegenkam. In der Bonner Fakultät wurden die Hermesianer nach Einführung der bischöflichen Missio canonica in den 1840er Jahren durch Ultramontanisten verdrängt.

Regionale Verankerung

Der ausführliche Nachrichtenteil zu den rheinischen Diözesen (v.a. Köln und Trier) sollte das Zusammengehörigkeitsgefühl der in Preußen teilweise an den Rand gedrängten Katholiken stärken.

Siehe auch Monographien zum Hermesianismus (SWB) und Aufsätze zu Georg Hermes (IxTheo).