Hirscher, Johann Baptist von [Hrsg.]

Theologische Quartalschrift: ThQ

129.1949

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Theodor Steinbüchel zum Gedächtnis

Von Professor Dr. Franz X a, v .e r A r n o 1 d
Dekan der Fakultät und Schriftleiter der Theol. Quartalschrift

In einer Zeit tiefster geistiger und sozialer Not werden uns
gerade jene Männer entrissen, auf deren Wirken wir am wenig-
sten verzichten können. Auch in die theologische Gelehrtenwelt
hat der Tod während der letzten Jahre unersetzliche Lücken ge-
rissen: Hans Lietzmann, Martin Dibelius, Gerhard Kittel, Jo-
hannes Behm auf evangelischer Seite; Karl Bihlmcyer und Seba-
stian Merkle, beide aus unserer Katholischen Tübinger Schule
hervorgegangen als bedeutende Vertreter der Kirchengeschichte;
Franz Dölger und Franz Diekamp, Ignaz Rohr und Paul Simon,
beide ehemals Rektoren unserer schwäbischen Landesuniversität;
Johann Baptist Sägmüller, der große Kanonist und ehrwürdig
markante Repräsentant von Alt-Tübingen, sowie sein ebenso be-
deutender Münchener Fachkollege Eduard Eichmann. Vor wenigen
Wochen erst hat ein Theologe vom Rang Martin Grabmanns nach
einer fast übermenschlichen Lebensarbeit das Zeitliche gesegnet.
Lind, nun — am Ende dos Wintersemesters 1948/49 — mußten wir
Tübinger unserem in der augenblicklichen Situation so unentbehr-
lichen Prorektor, dem Theologen und Philosophen D.Dr. Th e o-
d o r Steinbüchel, dem ordentlichen Professor für Moral-
theologie an unserer Katholisch-Theologischen Fakultät, das
letzte Geleit geben.

L

Wer den rüstigen Rector Magniticus unserer Eberhard-Karls-
Universität in den Jahren 1946—48 an der Arbeit gesehen, wer
sein rastloses Bemühen und. seine stolzen Erfolge inmitten fast
unüberwindlicher Schwierigkeiten miterlebt hat, wer Zeuge war
seiner geistvollen Rektoratsreden über „E u ro p a als V c r -
b u n d. c n h e i t i in Geis t" '). über ,,K a r I Marx, G e -

) Erschienen bei Mobr-Sicbcck. rübirigeh 1946.
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