Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

116.1991

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Theologische Literaturzeitung 116. Jahrgang 1991 Nr. 2

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der Verkündigung in einer von Wissenschaft und Technik geprägten Welt,
Würzburg 1985, 172, vgl. auch 174.

18 Albert Schweitzer sieht in der Verbannung der Metaphysik aus der Theo-
logie den Grund der Schwäche von Kirche und Theologie sowohl gegenüber
geistigen Infragestellungen als auch gegenüber „den reaktionären Mächten"
und ihren „ungerechten Taten", in: A. Schweitzer: Ausgew. Werke, Bd. 3, Ber-
lin 1971, 718-724. „Derjenige, der die Parole .christozentrisch' und ,weg mit
der Metaphysik' ausgab, war also kein großer Heerführer auf dem Gebiet de^s
Geistes" (724). Auch Albert Einstein lehnte die „Angst vor der Metaphysik" als
eine „Krankheit des gegenwärtigen empiristischen Philosophierens" ab (nach:
S. M. Markus: DerGott der Physiker, 1986,229).

" F. Burgey, a.a.O., 178.

20 Robert Spaemann: Die Frage nach der Bedeutung des Wortes .Gott', in:
Theolog. Jahrb., Leipzig, 1975, 213-229; vgl. auch: R. Spaemann: Gesichts-
punkte der Philosophie, in: H.J. Schultz: Wer ist das eigentlich, Gott?
München 1969, 56-65, und Jenssen: Aufgabe und Möglichkeiten neuz. NP,
B-Diss. Halle 1987, 12-15 und A 124-A 127.

21 Vgl. H.-H. Jenssen: Theodizee, seelsorgerlich, in: Theol. Lex., 1981,
477/479, und Aufgabe und Möglichkeiten neuz. NP, 6-15 u. A 117-A 127.

22 Vgl. dazu Heinz Zahrnt: Wie kann Gott das zulassen? München-Zürich
JI986, 11/12.

23 Der Chemiker und Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald (1853-1932) for-
mulierte: „Die alte Frage war: Wie ist das Böse in die Welt gekommen? Die
neue lautet: Wie ist das Gute in die Welt gekommen?" - zit. nach: Alwin Mit-
tasch: Erlösung und Vollendung, 1953, 233, Anm. 43; vgl. auch M. Werner:
Der prot. Weg d. Glaubens, II, 1962,144-146.

24 Hoimar von Ditfurth: Zusammenhänge. Gedanken zu einem naturwissen-
schaftlichen Weltbild, Hamburg 1974. 140.

25 Vgl. zum Problemkreis Selbstkundgabe Gottes durch die Werke seiner
Schöpfung, sog. natürl. Theologie usw. neuerdings: Georg Kraus: Gotteser-
kenntnis ohne Offenbarung und Glaube? Natürliche Theologie als ökume-
nisches Problem, Paderborn 1987,554 S.; Klaus Kremer, Hg.: Um Möglichkeit
oder Unmöglichkeit natürlicher Gotteserkenntnis heute, Leiden 1985; Oswald
Bayer: Schöpfung als Anrede. Zu einer Hermeneutik der Schöpfung, Tübingen,
1987. Zur grundsätzlichen Bedeutung von Daseins-, Soseins- und Geschehens-
kontingenz vgl. meine Ausführungen in: Naturerkenntnis-Sünde oder Gottes-
auftrag? Die Erkennbarkeit der Natur als Bestätigung des Schöpfungsglaubens,
'1987,65-76.

26 Albert Görres: Kennt die Religion den Menschen? Erfahrungen zwischen
Psychologie und Glauben, München,' 1986.36, vgl. auch 67.

27 Vgl. dazu H.-H. Jenssen: Spuren Gottes in den Werken seiner Schöpfung.
Ein Beitrag zum Darwin-Jahr 1982, in: Die Christenlehre 1982, 176-186; Der
Christ angesichts darwinistischer Entwicklungstheorien, in: ChL 1989,
260-270, zugleich in: Erziehen Heute 1990. 2-13; Schöpfung durch Entwick-
lung. Darwinismus und christlicher Glaube, Burgscheidungen 1988, H. 256

28 Vgl. z. B. das Anschauungsmaterial, das Wolfgang Kuhn in seinem Werk
„Das Eichhörnchen und der liebe Gott", 1979, gesammelt hat. Es ist eine wahre
Fundgrube für NP, gerade weil Kuhn sich hier seiner - sonst recht umstrittenen
- Kritik an der synthetischen Theorie der Evolution fast vollständig enthalten
hat und uns nur die erstaunlichen und bewundernswerten Produkte der Evolu-
tion vor Augen stellt.

27 Vgl. dazu Konrad Senglaub: Sie sind veränderlich. Eine Einführung in die
Fortpflanzungs- und Evolutionsbiologie der Tiere, Leipzig 1982, die Abschnitte
„Die Selektion und die Kompromisse", „Allmacht der Naturzüchtung?",
89-116.

Vgl. H.-H. Jenssen: Ernst Haeckel. Sein Weg vom Christen zum Monisten,
in: Die Christenlehre 1986,96-101.

" Rupert Riedl: Die Strategie der Genesis, München,51984,191 /192.

32 Vgl. H.-H. Jenssen: Naturforscher und ihr Glaube. Sinn und Wert der
Berufung auf die Glaubenszeugnisse moderner Naturforscher, in: Die Christen-
lehre 1983, 255-267; an Sammlungen nach 1945 vgl.: Georg Muschalek: Got-
tesbekenntnisse moderner Naturforscher, Berlin, 21954; J. Rosenthal: Gibt es
Gott? Naturwissenschaftler antworten, Wien 1982; S. M. Markus: Der Gott der
Physiker, Basel 1986; Hans-Peter Dürr: Physik und Transzendenz. Die großen
Physiker unseres Jahrhunderts über ihre Begegnung mit dem Wunderbaren,
Bern 1986; Franz Stuhlhofer: Naturforscher und die Frage nach Gott, Berneck
1988 (bis auf Einstein Naturforscher früherer Jahrhunderte); von kreationisti-
scher Seite auch: Eric C.Barett / David Fisher: Gewißheit ohne Beweise?
Wissenschaftler sprechen über ihr Christsein, Basel und Gießen 1988.

Vgl. zum Ganzen: H.-H. Jenssen: Naturerkenntnis - Sünde oder Gottes-
auftrag? Die Erkennbarkeit der Natur als Bestätigung des Schöpfungsglaubens.
Berlin 31987. Da Kepler seinerseits in pythagoreisch-platonischen Traditionen
wurzelte, ist die Zurückführung nur bis zum evangelischen Theologen und
Astronomen Johannes Kepler als relative Setzung anzusehen.

14 Friedrich Rittelmeyer: Fr. Nietzsche und die Religion, 1904, 89. Im
Anschluß an Nietzsche, aber zunächst unabhängig von ihm, hat im 19. Jh. vor
allem H. Pontonie eine evolutionäre Erkenntnistheorie vertreten: „Über die
Entstehung der Denkformen", in: Naturwiss. Wochenschrift, Bd. IV, 1891,
145-191 und „Plauderei zur Naturgeschichte der Logik", in: Naturwiss.
Wochenschrift, Neue Folge, X. Band, der ganzen Reihe XXVI. Band, 1911,
310-314 und dazu in Band XI, 1912, 223/224. Auch Max Verworn wäre zu
nennen.

Vgl. Reinhard Breuer: Das anthropische Prinzip. Der Mensch im Faden-
kreuz der Naturgesetze, Frankfurt/M. 1984.

36 T. K. Österreich: Das Weltbild der Gegenwart, 21925, 93; jetzt: Franz
Stuhlhofer: Die Evolutionstheorie und die Frage nach dem Weltgrund, in: Phi-
losophia Naturalis, 1983,492-505.

3 Wolfgang Bchler in: Georg Masuch / Hugo Staudinger. Hg.: Geschöpfe
ohne Schöpfer? Der Darwinismus als biologisches und theologisches Problem.
Wuppertal 1987,134.

38 A.a.O., 136.

Bernulf Kanitscheider: Physikalische Kosmologie und Anthropisches
Prinzip, in: Naturwissenschaften, 1985, 613-618, dort 616; Richard Swin-
burne: Die Existenz Gottes, dt. Stuttgart 1987,182.

4U Dazu und zu weiteren Beispielgruppen, die hier aus Platzgründen nicht
angesprochen werden können, vgl. H.-H. Jenssen: Ja zum modernen Weltbild.
Naturerkenntnisse im Lichte des Glaubens, Berlin 31987; sowie meine B-Diss.
Halle 1987. Zum Sachgehalt moderner Hydrotheologie vgl. vor allem das klas-
sische Werk des amerikanischen Biochemikers Lawrence J. Henderson: Die
Umwelt des Lebens. Eine physikalisch-chemische Untersuchung über die Eig-
nung des Anorganischen für die Bedürfnisse des Organischen, dt. 1914 und aus
neuerer Zeit: Luna B. Leopold/Kenneth S. Davies: Wasser. Life: Wunder der
Wissenschaft, dt. 1969.

41 Vgl.: Ja zum modernen Weltbild, 78-85 und ChL 6 (82), 179-184; zur
Hydrotheologie auch: Aufgabe und Möglichkeiten neuzeitl. NP, 208-215 und
A251-A256.

42 Vgl. Aufgabe und Möglichkeiten neuzeitl. NP, 219-223 und
A261/262.

43 Vgl. zu Aspekten ökologischer Predigt: Aufgabe und Möglichkeiten neu-
zeitl. NP, 252-258 und A 272-A 276.

Religionswissenschaft

Baudler, Georg: Erlösung vom Stiergott. Christliche Gotteserfahrung
im Dialog mit Mythen und Religionen. München: Kösel; Stuttgart:
Calwer 1989.436 S. 8° Lw. DM 48,-.

Von Pannenberg und von Hamann ist je ein Wort diesem Buch
vorangesetzt und bestimmt den Ort dieses Werkes. Nach Pannenberg
kann die Bedeutung einer Einzelreligion und ihres Entwicklungs-
standes nur in der Perspektive einer Weltgeschichte der Religionen
voll in den Blick kommen. Diese Weltgeschichte läßt dem Vf. das
Christentum am Anfang seiner Geschichte zu stehen scheinen, mit
verständlichen Rückschlägen - werden Verhaltensmuster, über eine

Million Jahre eingeprägt und ausgeprägt, doch nicht von heute auf mor-
gen überwunden. Der Königsberger kommt mit seiner Einsicht zu
Worte, daß Sinne und Leidenschaften nichts als Bilder reden und verste-
hen; daß also in Bildern der ganze Schatz menschlicher Erkenntnis und
Glückseligkeit besteht. Damit öffnet sich der Vf. der Welt der Symbole,
der Mythen und Märchen, in dieser Welt dünkt ihn ein Dialog der Reli-
gionen möglich zu sein. Das Christentum sei in Leben und Lehre noch
immer beherrscht von Logik, Systemen, Formeln.

Das Buch ordnet die biblische Religion in die Religions- und
Kulturgeschichte der Menschheit ein. Forschungen und Thesen von
Rene Girard und Walter Burkert werden aufgegriffen; ersterer sieht
bei der Verbindung von Leiden und Tod mit dem Gedanken der
Sühne brutale menschliche Gewalttätigkeit wirksam. Der andere
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