Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

115.1990

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Theologische Literaturzeitung 115. Jahrgang t990 Nr. 2

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Schlüsse möglich. So soll 2Kön 9,25, wo die Jehu-Erzählung u. a. den

berühmten Verweis auf .die helqat s de Näböt enthält, mit Die Dynastie Omri: Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Israels im

9.21ba2/?y.22b/f und 26a zu einer vergeltungstheologischen Bearbei- 9- Jahrhundert vor Christus, FRLANT 124, Göttingen 1982. S. 224fT. - Zur

tung gehören (S. 37fl). Mit dem Argument, daß „Jehus Adju- rel'Elösen Station zwischenj Jahwe und Baal im 9. Jh. v.Chr. sind auch beizu-

t„-, , ■ , . . . _. ,. ,„ ., , ziehen die weiterfuhrenden Überlegungen in: B. Lang (Hg.). Der einzige Gott:

ul»' •.. keine historische Figur (S. 42) sei, weil Eigennamen auch _. ~.____, . ..... ... ... .... . ,„„, , . _ ,,

.. ° Die Geburt des biblischen Monotheismus, München 1981, oder in: E. Haag

^ater gern erfunden wurden (vgl. die Chron.k), wird der Versanfang (Hg ( GoU dereinzige: Zur Entstenung des Monotheismus in Israel, Quaestio-

v°n 9,25 der genannten Bearbeitung zugeordnet. Literarkntisch ge- nes Disputatae 104, Freiburg/Basel/Wien 1985.
sehen ist aber im Übergang von V. 24 zu V. 25 auch nicht die leiseste
Andeutung eines Bruches zu finden. Der Subjektswechsel zwischen

dem letzten Verb von 9,24 und dem ersten von V. 25 ist jedenfalls Nasuti Harry P.: Tradition History and the Psalms of Asaph. Atlanta,

kem Argument Tür einen literarischen Schnitt (vgl. 9,5ba///f. GA: Scholars 1988. VII, 204 S. 8° = SBL. Dissertation Series, 88.

9.5ty(//6a. 6aa//6a/Ju. ö.). Bidkar ist schließlich nicht nur irgendein Kart.S 13.95; Lw. $ 20.95.
erfundener Name, sondern soll sälis gewesen sein, ein Titel, den z. B.

sPater die Chronik nicht mehr verstanden hat (2Kön 9,22 versus 2Chr Es entspricht einem Trend der Psalmenforschung der letzten Jahre.

nach gewachsenen Einheiten zu fragen und deren Gemeinsamkeiten

Sofem der Sprachgebrauch als Argument der Scheidung innerhalb nach Herkunft und Gestaltung zu untersuchen. Dies geschieht offen-

der einzelnen Redaktionen der dtn. Sprache gilt, kann 2Kön 9,14a bar in der Erkenntnis, daß der Zwischenraum zwischen den indivi-

mit der Verbalform hitqasser eben nicht den Aussagen in 1 Kön 15,27, duellen Texten und ihrer Entstehung und dem mehr oder weniger im

'6,9 u. ö. (nach M. = DtrH) zugeordnet werden (anders Autor S. 11 Dunkeln liegenden Abschluß des Gesamtpsalters durch die Gattungs-

mit Anm. 18).-Auf diese Weise werden einerseits angebliche Diffe- forschung mit ihren idealtypischen Modellen nicht zureichend abge-

renzen in den masoretischen Text eingetragen, andererseits deutliche deckt werden kann. Die Sammlungen oder Einzelpsalter werden

Differenzen nivelliert. Der Umgang mit der Septuaginta, für die einzig Gegenstand von Spezialuntersuchungen. Nachdem auf dem hier an-

Rahlfs' Edition beigezogen ist (mit Fehlern in der eigenen Wiedergabe visierten Feld M. Buss schon 1963 (JBL 82, 387-392), dann 1976

* 43, S. 63 [zu Origenes], S. 71, S. 102 u. ö.) überzeugt nicht. K..-J. Illman („Thema und Tradition in den Asaf-Psalmen", Äbo

Für die Rekonstruktion der historischen Vorgänge ist M. wichtig, Akademi) und 1982 M. D. Goulder ("The Psalms of the Sons of

daß seine Grunderzählung zwar Isebel nennt, nicht jedoch Ahab oder Korah", JSOT 20, 1982) gearbeitet haben, versucht sich der heute am

den Baal. Zu Isebel weiß der Autor dann, daß sie aus Tyrus stammte, LeMoyne College in Syracuse, New York, tätige H. P. Nasuti in seiner

a's Braut des Thronfolgers nach Israel gekommen, dann zwei Jahr- überarbeiteten Dissertation (Yale 1983) mit einer umfassenden

Zehnte Königin, danach Königinmutter gewesen sei (S. 1450- Bis auf Untersuchung an den Asaf-Psalmen. Die Untersuchung enthält ein

den Titel Königsmutter (sie) ist von all dem weder in der rekonstruier- methodologisches Kapitel: "Traditon History and Traditions-

'en Jehu-Erzählung noch sonstwo im Alten Testament etwas beleg- geschickte" mit einer kritischen Auseinandersetzung mit den Metho-

ar- Das Interesse des Autors, das sei nochmals betont, liegt bei den denlehrbüchern von O. H. Steck und G. Fohrer (speziell mit dem

Ur sekundär erklärten Teilen der Kap. 2Kön 9-10. Als sekundär wer- Paragraphen „Motiv- und Traditionskritik" von F. Huber) (1); dann

. von ihm mehr Verse oder Versteile erklärt als jemals zuvor. Für ein forschungsgeschichtliches Kapitel (2), ein Kapitel zur linguisti-

ple'e dieser Verse oder Versteile weist er besonders in den Elija- sehen Analyse der Asaf-Psalmen (3), ein entsprechendes formkriti-

rzählungen, aber auch weitschweifig anderswo bis hin zu Ps 79 ver- sches Kapitel (4)-mit einem Exkurs über: Ich bin der Herr, dein Gott;

'ehbare Formulierungen nach. Die Belege sind im einzelnen erneut dann eine Analyse des außerpsalmischen Traditionsmaterials zu Asaf

Prüfen. Aber solches Vergleichsmaterial beigebracht zu haben, und den Asafiten (5) und schließlich: "Conclusions" (6). Eine Biblio-

nn liegt das Neue dieser Publikation. graphie findet sich am Ende des Buches.

Kjci Stefan Timm au^hohem intellektuellen Niveau argumentierende, methoden-

------- technisch überaus kompetente, durch große gedankliche wie sprach-

1 A| liehe Klarheit ausgezeichnete Untersuchung verfolgt das Ziel, den

*is Autoritäten werden dafür ständig zitiert: R. Smcnd, W. Dietrich, T. ...... .. .. .... • , „ ,. . . , .„

Vei 0ia c ..... , . ...... , . _ ,, exegetischen Nachweis zu erbringen, daß die mit der Überschrift

■> 'a, c. Wurthwein und C. Lcvin. Die einschlägigen Arbeiten von G. Hent- ,,../•.•,. i-ir> i ** <*« •» j-

•chel: Di» ei;; c «.• -, «, u -i. u . • u r u u rAsa) etikettierten 12 Psalmen 50. 73-83, wozu die „deuteroasafiti-

uie hlija-Erzahlungen: /um Verhältnis von historischem Geschehen —

"nd geschichtlicher Erfahrung. EThS 33, Leipzig 1977; ders., 1 Könige, schen Psalmen 96' 105- 106 <we8en 1Chr 16> und eventuell 95 noch

- Könige = Die neue Echterbibel, Würzburg 1984, 1985; ders.. Die Propheten gezählt werden können, eine geschichtlich gewachsene, darum homo-

Micha und Elischa, in: Von Bileam bis Jesaja: Studien zur alttestament- ' gene Überlieferungseinheit bilden. Sie entstammen nach der These

^alr" Prophet'e von inren Anfängen bis zum 8. Jahrhundert v. Chr. (Hg. G. des Vf. einer traditio, welche von der möglicherweise schon am vor-

Oöi S' Bcrlm l984' s- 64-83 finden nirgendwo Erwähnung. - Daß das sog. exilischen Tempel in Jerusalem tätige, ursprünglich aus dem Norden

•*enSrt Mode" keineswegs das einzige für die Entstehung des deuteronomisti- kommende Sänger-Gilde der Asafiten geschaffen und bewahrt wurde

demer tums ,su wird nicht erörtert- VgK dazu aber; H- We'PPert- Das und als Erbe dieser theologisch bedeutsamen Gruppe in den Psalter

A.Le °n,°miviSehe Geschichtswerk' ThR50' 1985' S- 213-249 oder aufgenommen wurde. Der Komplex der Asaf-Psalmen bildet seiner-

loo, • Vers l'histoire de la redaction des livres des rois, ZAW 98. . T .. , c . _ , . „ _ ... , n

V86, s 7->i n, . . • ■ j j■ „ , « seits einen Teil der umfassenden „Ephraim -Tradition, dem großen

üi-zjo. Auch nicht berücksichtigt sind die Kommentare von J. A. .... ,

T^gomery/H. S. Gehman, The Books of Kings, ICC, Edinburgh 1951. hteranschen und theologischen Gesamtkomplex, den der Norden

Studray' ' and " King5, OTL- 3' Ed" philade'Phia l979' oder andere ne"ere lsraels im.Laufe seiner Geschichte hervorgebracht und der uberleben-

sti nzur Sache, erwähnt seien: H.Donner, Herrschergestalten in Israel, Ver- den Süd-Überlieferung zugeführt hat. Der Nachweis wird - im An-

hche Wissenschaft, Berlin 1970, S. 69-71; J. B. Knott, The Jehu Schluß an die Vorarbeiten zuletzt von Buss und Illmann - mit akribi-

^rchaSty ^n Assessrnenl Based upon Ancient Near Eastern Literature and schen Mitteln und differenzierten Schlußfolgerungen in vieler Hin-

KingJeh'°8y D'SS' Phi'' Emory Universi,>'' A"anta 1971; G. W. Ahlström, sjcnt überzeugend geführt. Die Asaf-Psalmen bekommen auf diesem

,n HonC A Prophe,'s Mistake-in: Scripture in History and Theology: Essays traditionsgeschichtlichen Hintergrund ihre eigene Farbe und ihr eige-

bur8 Thln! C',Ry'aarSdam <Ed A' L Mcri"/T-W-Va" 0v<:rhol,,•The Pitts- nes Profil, and es wird verständlich, worin ihre besondere Eigenart be-

, eoloKical Monograph Series 17. Pittsburg 1977. S. 47-69; A. Brenner, .,.._•■„,.• v, a a- „™k=.;^i,„ d„^„

ebe|.Shnatnn s c ™ a d r -ru D \. . ,c. i steht, weshalb dort die kollektive Klage und die prophetische Rede

, mal°n 5-6 (1982), S. 27-39; A. Rofe, The Prophetical Stones, Jerusa- . . . _ ... , „ . •

^ 19g2. S. 72-78; J. C. Trebolle - Barrera, Jehü y Joäz: Texto y compo- <im Stl1 der Ich-Rede Gotles) *»**"*< weshalb s,e e,n ..ephra.mtti-

l, L0n',tcrariade2Reyes9-l 1, Instituciön San Jerönimo 17, Valencia I984;S. sches" ^lorit tragen, zugleich Bindungen zur Z.on-Tradit.on zeigen

(S l0^Onn- Se'n Name allein ist hoch, CB.OT 24, Lund 1984, S. 72-123 U. a. m.

^ Gleichwohl kommen bei der Lektüre der eindrucksvollen Beweis-
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