Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

114.1989

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Theologische Literaturzeitung I 14. Jahrgang 1989 Nr. 4

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d k~.fi»ll. „k Rcvcrlin Walter Bleilot, Brecheisen oder was sonst ? Revision einer

werde.' so verstand M. Noth bere.ts seit 1943 das Ri eben alls als SuVsch^iz: Universitätsverlag; Göttingen;

Bestandteil einer größeren, schon von Dtn bis Kon reichenden bin- Vandenhoeck & Ruprecht 1988. 61 S. gr.8* = Orbis Biblicus et

heit. ließ diese aber erst durch die Arbeit des Dir aus zunächst eigen- 0rientalis gl. sFr 19.-.
ständigen Abschnitten entstanden sein.2 An ihn anknüpfend setzte

sieh unter dem Einfluß der Untersuchungen von W. Richter' seit der wie der Titel schon andeutet, geht es in diesem Büchlein um die
Mute der 60« Jahre jedoch immer mehr die Überzeugung durch, daß dritte Amos-Vision, Am 7.7-8 (v. 9 ist nach B. redaktionell. S 34)
die Entstehung des Ri in mehreren, z. T. noch vor den Dtr-Redaktio- insbesondere um das Wort '"nah. Die ..opin.o plunum (S. 12-17)
nen liegenden Etappen verlaufen sei. wobei ein sog. Retterbuch die versteht darunter „Blei", was aber aus folgenden Gründen recht pro-
Grundlage bildete. Demgegenüber geht die vorliegende Studie von der blematisch ist; Zunächst muß das „Blei in Gottes Hand exegetisch zu
AulTassungaus. daß dasRi in seine" hndgcstalt ein geschlossenes, klar einem „Bleilot" verarbeite, werden. Danach muß die Mauer aus
^geprägtes Geschichtswerk mit seiner eigenständigen Struktur und Blei" (sofern das „Blei" hier nicht einlach wegkonjizier, wird, wolur
seinen eigenen Themen ist, das sich deutlich von dem. was ihm im nichtS in der Textüberlieferung sprich,) als eine baula ige Mauer
Kanon vorangeh, wie von dem. was ihm im Kanon folg,, un,erschei- gedeute, werden, deren Zustand Jahwe eben mit d m Bleilot prüft
*t Deshalb interessiert den Vf. auch nicht die Frage nach der Ablas- um die Baufälligkei. festzustellen. Selbstverständlich ,s, Israel d,
sungszeit einzelner Teilstücke und deren jeweiliger Tendenz. "Wha, MauCr. und diese muß natür ich abgerissen TjJ^^irLS
the reappraisal does seek «odo is to understand .he work as an integra- nich, einsichtig, warum das Bleilot „mitten hinein und nicht am
™ whole. Wha. i. seeks to demonstrate is .hat the work in its final Volk angelegt wird. Diese Schwierigkeiten lassen ,n der Tat berech-
,s a moa meanmgfu. narrative work than has general.y been tigte Zweifel an der Übersetzung „Bh," ankommen. Deswegen un er
reeognized." (39) Dam,, folgt diese Arbeit einem sich in letzter Zeit nimmt B. eine erneute Bedeutungsbest.mmung von nah (S. 18-22).
stärkt, zumal im englischsprachigen Raun, geltend machenden Dieses bedeute, wie die neueren Erkenntnisse zum Akka ,sehen
"euen literarkntischen Ansatz. ««*» nahelegen (vgl B. Landsberger. ^^^*5~™><
^ Ausführungen des Vf. sind in drei Hauptteile gegliedert, wobei nicht „Blei" sondern „Zmn" (wie schon von G. Brunet und W. Holla-

er'n Teil I (Kap l-->) die Gründe für seine Ausgangsthese von der day vertreten). _

Deutung der EndgesttU d« Ri darlegt, während Teil ... (Kap. 6, die Es folgt dann der eigentliche Hauptteil der Untersuchung, in dem B

E*bnisJ der 1, e „g zusammenlaßt. Teil ... in die 3 Kap. die Vision neu interpretiert (S. 23-48 Zinn bedeu e nicht, wie B.

"Overture. 1 ^3 6 Tariations- 3 7-16.31" und "Code; Landsberger aufgrund metallurgischer Eigenschaften meint .

»7,1-21,25" untcrteih die zugleich'de'r'vom VC angenommenen ..Schwäehe". sondern genau das Gegenteil. Im Alten Orient wurde

Richen S ru tur Lt des R entsprechen, is, somit das eigen,- nämlich „die S,ärke. die der Legierung Bronze eigne,. ... dem Zmn

'-'he Hauptlück d r ZeU in dem versuch, wird aufzuzeigen. ^schrieben" (S. 28). Die „Mauer aus Zmn" ,* ^unbez^ng-

die einzelnen überl.eferungen aufgenommen wurden und bare. von Go« errichtet« »^SZSf^SLSSS

■«*• Funktion sie innerhalb des Ri als einer li.erarischen Einhei, das h,n,er ihr wohnende Volk reprasener.. ^ «U^

ausüben. Der Vf. erweis, sich dabei mi, der einschlägigen Li,era,ur gu, dieser Mauer mi, Zinn m seiner Hand. d. h. . " w de., h che

5-^sowohldieB.bhograph.ealsauchausfiahrl.cheAnmer- ^^^5^:

ni,.c, , . a- „ M.,^ht oppen das eigene Volk, setzt sie „mitten hinein" in die

L»e Studie erbringt drei Hauptergebnisse: diese Macht gegen das ^ Kehrtwende in der Haltung

"Fundamentalissue" des Ri "is the non-fulf.lment of Yahweh's von der Mauer umfaßte Stadt. Diese Kehrtwende in der Haltung

?* swom to das ganze Land zu geben, da wei- Goltes Israel gegenüber

erhin Kanaanäer ,m Lande wohnen; 2. Themen, die auf diese ten, was als ein weiteres Inda für dte Richtigkeit dieser Deutung ge

0rundaussage b n sjnd sjnd fortschreitend so entwickelt, daß sie wer,ct werden darf(S_ 49-W wichtilien Beitrat zur

'n der c„- L, . , . u .,=„ h;<. r.pschichtc Mit dieser Studie hat B. ohne Zweifel einen wientigen Huirag zur

Isra J nählung VOn S,mson- dcSSCn Lcbcns*Cg u n uahe * Zle Leistet Über das schon Skizzierte hinaus sollte aber

racls 'n der Richterzeit rekapituliert, ihren thematischen Hohe- Amosexegese gelüstet uDer aas Erfahrunoen ival

Pun^ erreichen- 3 Die abschließenden Kap 17-21 stimmen mit auch seine posit.ve Einstellung zu visionären Erfahrungen (vgl.

SZüLZ^n^^ Elementen aus der S. 26fi) hervorgehoben werde, eine

f2yung,,1_3,6dasR,alse,neabgerundeteliterarischeE,nhe,tdar ^ ^^T^Z^^U hoft? B.. die

J*. der Auffassung, daß 1.1-3.6 als Einleitung anzusehen sei. ^^^^Z^^ ^^wTc^

ff *« Vf. von der üblichen Ghederung des Ri deutlich ab. Da e, gcn ^^^ "Z^^^^ «Vorwort,.

* Pur *D vor allem der Vergleich mit der eingangs analysierten gen Texts zu überzcugt

^-Erzählung maßgebend; wie diese in 10.6-16 eine Einleitung lch bin csauch. Mich hat er jedenfalls uberzeugt.

hRat- so bilden 1.1-3.6 im Ri als Ganzheit die Einleitung des ersten Dwight R. Daniels
K,ehters(81).

Es ist das Verdienst des Vf. der als Lccturer in Hebrew and Old

J^en, am Moore Theologica. College in Sydney tätig ist. mi, die- wi„em s The ^^^^^B^W Z t

*r ^eit die Aussage und die Bedeutung des Ri als Ganzes heraus- New York; de Gruyter 1985. VIII, 136 S. gr.8 - BZAW. 16. Lw.

Sh Und hervorgehoben zu haben, nachdem lange Zeit die Frage DM 74.-.

Einh Enlslehungsprozeß und den aufgenommenen kleineren ]ntersuchung über die Theologie des Buches des Propheten

ne,tcn die Diskussion beherrscht hat. , "'nn an den Fragen der Einheitlichkeit des Buches und der darauf

R-,ock Klaus-DietrichSchunck Menden Problematik seiner Entstehungszeit nicht vorübergehen.

Die Sammler und Ordner des Dodekaprophetons. die dieses Büchlein
zw scTn die Propheten des 8. Jh. Hosea und Arnos gestellt haben.

: * Einleitung in das A„c Testen,. >.«<.»« mögen noch unkritisch seine ungefähr gichtige Entstehung ange

^■No'hTincr,,c,cruni;s,esch,ch,l,chcS,uc,1c,,.943.M9S7.3-.S. nommcn haben. Dies könnte seinen Grund d. r " ^ daß

»Ji^hter, TraditionHS.ieht.ieh. Unttrsuchungen nun R.cMcrbuch jm und Amosbuch. insbesondere d,t Erwähnung

lZ *1 ,9H- "'^ *E Die Bearbeitung des „Rettert**«." * *' Tages Jahwes", wie auch die Deutungder Heuschreckenplage als

J<Phta°hnpm'SChen Epoche '21>- l964; ders- Dic Übcrlicfcrungc" um Biid" für die Bedrohung Israels durch ein fremdes Heer, vielleicht
Rl 1()-7-l2.6.Uib.47. 1966.485-556.
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