Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

114.1989

Zitierlink

249

Theologische Lilcraturzeitung I 14. Jahrgang 1989 Nr. 4

250

Theologie wußte man um die Grenzen der Verständigung zwischen Inkarnation im /Vx/des Jesus Christus, was aus N.s Formulierung ...der Fkihe-

usit »uu«. mdn um un u ■ minkt des I heodramas. die endgültige und irreversible Selhstmitteilung Gottes

gegensätzlichen oder auseinandergehenden Thcolog.cn und ihren * .,,,„„ JS nich, bei Rahner) dureh die Inkarnation

schulen. De prineipiis non est disputandum! Dennoch blichen <ne yoUjo^en", nicht hervorgeht. Auf der von N. zitierten Seite in Rahneri Grund-

Theologen verschiedenster Richtungen dem Bemühen treu, aus dem ^ ^ du^h|8n(ig vom Tod Jcsu (um) der Auferweckung) als der Ursache des

Besamten Schatz der Glaubcnsrcflcxion „Altes und Neues" in ihren je Hci|sdieRcdc.

eigenen Entwurf zu integrieren. Und manchmal ist das Fehlen einer Das ßuch von Nacjuvilekut enthält am Ende eine Bibliographie der

ausdrücklichen Erinnerung an eine bestimmte Theologie ein Zeichen Wcrkc Baithasars (S 383-386), ein Verzeichnis von Literatur über

dafür, wie stark ihr Wesensgehalt bereits ins Gesamt der Glaubens- djesen Thco|ogen in Auswahl (S. 386-388) sowie von sonstiger ein-

■"enexion assimiliert wurde. schlägiger Literatur (S. 396-398). Dieser Anhang erhöht natürlich

Ein besonderer Dank gebührt dem Herausgeber Bernhard Sirch und ^ Wcr( ^ Werkes als Einführung in das theologische Schaffen

dem EOS Verlag Erzabtei St. Ottilien für die Aufnahme des Werkes in Ba|lhasars.

dle Theologische Reihe und für die saubere, gefällige Herstellung, die _

natürlich bei dieser Verfahrensweise ein besonders sorgfältiges . Vg, Kar, Rahner. Hörerdcs Wortes. Zur Grundlegung einer Rcligionsphi-

Sehrcibmaschinenmanuskript erfordert. Der Rcz. konnte nur wenige ,osophjc ^Cu b'carbcitct VOn J. B. Metz. München 1963. 206. - Das Zitat ist

c'on-igenda feststellen, die in keiner Weise das wissenschaftliche ejncr Aullage entnommcn. die zu der Zeit, als die Kritik an dem anthropolo-

Ergebnis und den Wert der Arbeit berühren. Sie werden hier nur als gisthcn Ansatz Rahners von Balthasar vorgetragen wurde, bereits vorlag.

Lesehilfe gegeben für solche die auch heute noch ein anspruchsvolles 2 Vgl Joseph Ratzinger. Kommentar zum I. Kapitel des I. Teils der pastora-

B"eh von Deckel /u Deckel lesen Die Studie von Naduvilckut über lt.n Konstitution des Vat. II. In. LThK. Das Zweite Vatikanische Konzil. III.

»allhasar verdient diese Sorgfalt. Freiburg-Basel-Wien 1968.317.

^"igenda: S. 35 Z. 1 von unten: Laberthonniere. S. 36 Z.2: G. Tyrell. ; Vgl. ebd. Tcx.gcschich.c. bes. S. 271.

S- » Anm. 2 muß stcncn: . . . slche 2.1.2.1. S.5. Ann, I muß heiße. Vgl. ^ von Martin Klöckener. Odo Gase, -

ür^n,men,arzuml.Kapi,eldes..Tei.s.S.83Z. 12-13:... • ^ "aeh ^ chrurt^nd^hectogerarunsere Zeit Zu neuen Studien Ober die Mysterientbeo-

Uu™enden Geistes bedingt nicht die Selbslmillcilung Gottes noch beeinllußt sie ( hristund in eOllogciur

2- 5-6:.....so .eistete man beiden einen schlechten Dienst"-Ein logiejn. Rv8,NU■ Studicn ,ur Theologie Odo

*» Inhal. betrelTendes Bedenken habe ich gegen die Rahner-Interpre.ation ^J^J^O^l198«

* 31t Rahner is, zunächst auf den historischen und literarkri.ischen Beweis Casels, 2 Bde. EOSSt. O.tili n 1986.

*• «Wewamentlichen Aussagen über den Heils- und Sühnetod Jesu aus." Vgl. Klöckener,a. a. O. 14
UbeM- - •

'en.

die Bedeutung dieser Aussagen, also über die darin angesprochenen Fak- " Vgl. Karl Rahner. Grundkurs des Glaubens. Freiburg-Basel-Wien 1977.

'st er

eines Sinnes mit Balthasar. Auch sieht Rahner die Vollendung der 277.

Die Religion eines frühneuzeitlichen Staatstheoretikers*

Ylachiavclli als religiöser Denker

Von Hans-Joachim Diesner, Halle (Saale)

erster1'0'' S'C'1 m d'e Werke Machiavellis, der unbestritten als und Kommentator des T. Livius konnte er nicht anders verfahren,

">teht reicher Denker an der Wiege des neuzeitlichen Staates soweit ihm die zeitgenössischen Verhältnisse dazu die denkerische

merkw" H- haltl feststellen, daß es um seine Religiosität sehr und zugleich literarische Möglichkeit gaben. Machiavelli relativiert

andcr,Urt''t! bestellt ist. Ihn verbindet nicht weniges mit Luther und auf diese Weise natürlich das Christentum, er relativiert abcrauch die

Huiujn- 0rmCrn Uncl Reformatoren der Zeit des Renaissance- Religion überhaupt, da er behauptet, daß die Religionen generell etwa

und n j*nius-aber er gewinnt doch an vielen Stellen eine sehr eigene alle 5000 Jahre - meist im engen Zusammenhang mit Sprache und

Linie R r /Ui>:{7{ eigenwillige Position. Er ist zweifelsohne in erster Kultur - mehrfach wechselten (Disc. 11,5). Dabei werden göttliche.

daer. , C lglonsPhänomenologe und .politischer Religionshistoriker', jedenfalls supranaturale Kräfte einkalkuliert, .Naturereignisse' wie

Po'>tisehS ^'CS*,czuB''cr,e sehr bald und immer wieder in die staatlich- Pest, Hunger und Überschwemmungen, in deren Gefolge nur relativ

er nich, ' °rdming einfügt. Sehr bald stellt sich bei ihm die Frage, ob wenige Menschen übrigbleiben.

Kultes menj auf das Äußere, vor allem auf die Einzelheiten des Hiermit fassen wir auch schon etwas von Machiavellis .Theologie',

etwa- r h'Cr wicdcrum des antik-heidnischen Kultes-achtet als sofern man diese Vokabel Tür seine Auffassung als adäquat ansehen

AJI d,c religiöse Beziehung und Haltung der Menschen. will. Denn Gott wird bei ihm oft mit „Himmel" oder auf andere Weise

M0sesr !"gS: Dic Menschen, vor allem hervorragende Gestalten wie umschrieben, ja er steht oft nur neben der Fortuna. Gewiß offenbart

Savon- a p°mpilius. Christus. Franziskus. Dominikus oder Gott sich bisweilen einzelnen Menschen, so dem Moses oder vorgeb-

Cnristus° WCrtien emst genommen und jeweils auch .benotet'. lieh Männern wie Savonarola. Im übrigen überläßt erden Verlauf der

erstci-Q SlChl lrger|dwie über allen, wird jedoch selten erwähnt: Ein Weltgeschichte weithin sich selbst und tritt nur höchst selten in

Lehre ^''^ 'St"daß scinc Nachfolger, vor allem die Päpste, die Erscheinung. Machiavellis Gott erinnert stark an die Götter Epikurs!

der Meer" "datore "entstellt haben. In dic sporadische Anerkennung die als glückliche Wesen in den Intermundien leben, sozusagen

persÖnl "■'"',apslc Leo X. und Clemens VII.. von denen Machiavelli bewegungslos und untätig. Damit führt der Florentiner zweifellos

Kritik abniing'g war, mischt sich häufig dic scharfe, ja ätzende schon aufden Deismus hin, den man normalerweise natürlich zeitlich

NViclif M Kur'C Und PaPsttum überhaupt, wobei Machiavelli die seit später anzusetzen hat.'

lieh fon S'liUS Von Padua und Hus sich herausbildende Linie deut- Gott und Christus eben noch anerkennen, das bedeutet für diese

0jc Setzt- Zeit natürlich nicht viel. Soweit man sieht, sagt Machiavelli nirgends

los auch*1"*' aScr mö&liehst rational gestützte Kritik hängt zwcifel- Genaues über Gott als Schöpfer-oder als ewige, allmächtige, letztlich

LinjeaC dam't zusammen, daß Machiavelli die Religion in erster apophatische Person. Die Trinität wird nicht angesprochen, auch

0rdnUnS kult irn engen Kontext mit Verfassung und politischer Christus bleibt vage: Im Grunde wird er fast nur mit seinen ,Nach-

w'chtig nimmt: Als Bewunderer der altrömischen Ordnung folgern', den-Päpstcn. kontrastiert, die seine Lehre entstellt und ver-

^7 dorben haben. Wo Männern wie Franziskus und Dominikus als

''chent'^™ 5- '<>• m8aul'dem Internationalen Religionswissenschan- echten Nachfolgern hohe Anerkennung zuerkannt wird, bleibt auch

■WO m Hannover gehalten. einiges offen. Diese Männer führten ..unsere Religion" zwar durch
loading ...