Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

107.1982

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Theologische Literaturzeitung 107. Jahrgang 1982 Nr. 6

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10 Die entsprechenden Wörter fehlen im griechischen Register 509-513.
'' Immerhin werden manche besonderen Zusammensetzungen mit den eben
genannten Grundwörtern besprochen.

12 Unter den 113 mit alpha beginnenden Vokabeln in CW sind 31 Hapaxle-
gomena.

13 So ist z. B. von der Gruppe mimeomai nur symmimeies aufgenommen
(1620.

14 So werden für euperistatos - nur Hebr 12,1- verschiedene Möglichkeiten
der Ableitung und daher Bedeutung erwogen (42 0- Vgl. zu eperutema (1 Petr
3,21)342-344.

15 Z. B. zu Rom 11,1 (1330. Vgl etwa auch zu porosis (50).

16 So für akrogoniaios (86-88). T.: ,Spitze der Pyramide'.

17 Daß brk segnen mit brk knien zusammenhängt (480, ist wenig wahr-
scheinlich;

18 Freilich kommt es auch einmal zu verschiedenen Ansätzen, test Sal 1.-
4. Jh. nC. (116) bzw. vielleicht vorpaulinisch (91).

" Bis hin zu polnischen und spanischen Titeln oder ungedruckten Disserta-
tionen.

20 Innerhalb der Artikel spielt die Gruppierung des Materials nach den
Autoren des Neuen Testaments keine besondere Rolle. Auch die Past stammen
von Paulus (deutlich so z. B. 399), 1 Petr jedenfalls von Petrus (deutlich so
497).

21 Ihre Darstellung wird des öfteren durch englische Dichterverse ergänzt.

22 T. gibtprognosis mit Foreknowledge wieder (1780-

23 Aber der Glaube ist eines der Werke, die der Gnade Gottes folgen (193).

Rochais, Gerard: Les recits de resurrection des morts dans le Nou-
veau Testament. Cambridge: Cambridge: University Press 1981.
XV, 252 S. 8' = Society for New Testament Studies. Monograph
Series, 40.

Man sollte die Lektüre von G. Rochais' Untersuchung der neu-
testamentlichen Erweckungsgeschichten mit dem zweiten Teil
(cap. 10-12) beginnen. Was dort als Ergebnis vorgestellt wird, ist tat-
sächlich der Ausgangspunkt seiner Exegese. Für ihn steht die Unge-
schichtlichkeit dieser Berichte fest. Sie sind Konsequenz und Inter-
pretation des Glaubens an die Auferstehung Jesu. Für die Erzäh-
lungen gilt: La parole se fait recit (S. 166). Voraussetzung für den
damit bezeichneten Gestaltungsprozeß ist der Zusammenhang, der
im Judentum der neutestamentlichen Zeit zwischen der Hoffnung auf
das Kommen des Menschensohns und der Auferstehung der Toten
besteht - belegbar durch reichlich zitierte apokalyptische Texte
(S. 167-176). In ihn fügt sich Jesu eigene Verkündigung der Toten-
auferstehung (S. 177-186) und das apokalyptisch gedeutete Oster-
erlebnis der Gemeinde ein (S. 186-188). Daß es auf dieser Basis zur
Formung von Auferweckungsgeschichten kommt, sucht der Vf. von
der Verbindung von Schlaf und Tod (vgl. Mk5,39; Joh 11,11-13;
1 Thess 4,13) herzuleiten, zu der der Ruf zum Glauben angesichts des
Todes (vgl. Mk5,36; Joh 11,26) tritt. Das Resümee: Liest man die
Erweckungsgeschichten in dieser Weise, so ermutigen sie zu einem
neuen Reden über Jesus, Gott, den Tod und die Hoffnung des Lebens
wie es exemplarisch bereits im Johannesevangelium geschieht.

Ein apologetisches Anliegen ist also bei dieser an der Ecole
Biblique de Jerusalem begonnenen und 1973 in Montreal vorgelegten
these de doctorat nicht zu verkennen. Der umfangreichere erste Teil
(cap. 1-9) enthält solide Einzelexegesen, text- und literarkritisch,
form- und redaktionsgeschichtlich gut abgesichert, bei sparsamer
Auseinandersetzung mit der Literatur. Grundlegend neue Ergebnisse
treten dabei kaum zu Tage, sind auf diesem vielfach bestellten Feld
auch nur schwer zu gewinnen.

Im Eingangskapitel (S. 5-17) legt der Vf. die für seine tradi-
tionsgeschichtliche Betrachtung entscheidende Basis, wenn er (unter
Verzicht auf alle religionsgeschichtlichen Analogien) das motivische
Material der beiden alttestamentlichen Erweckungsgeschichten
lKön 17,10-24 (Sarepta) und 2Kön 4,18-37 (Sunamitin) thematisch
in 20 verschiedene Elemente auffaltet und diese mit Lk 7,11-17;
Mk 5,22-43 parr.; Joh 11,1-44; Act 9,36-43 zusammenordnet. In
dieser Reihenfolge werden die neutestamentlichen Abschnitte auch
behandelt.

Das Nainwunder ist eine aus der palästinensischen oder syrischen
Gemeinde stammende Erzählung, in der unter starker Anlehnung an
die Sareptaperikope Jesus als der neue Elias und (in lukanischer
Redaktion) als der die Menschen besuchende Repräsentant Gottes
dargestellt wird (S. 18-38). Die Jairusgeschichte weist in ihrer
frühesten Traditionsstufe eine durch Aramäismen charakterisierte,
nach Palästina weisende Gestalt auf, in der bereits eine enge Ver-
knüpfung von Wunder und Auferstehung Jesu (vgl. Mk 5,38 u. 16,6)
gegeben war, die Markus vor allem durch die Heraushebung der drei
Jünger noch verstärkt (S. 39-73). Lukas modifiziert die Geschichte
aus der Sicht der heidenchristlichen Kirche nach 70 p.Chr.
(S. 76-87). Die matthäische Redaktion gibt ihr eine heilsgeschicht-
liche, eine aktuelle (den Glauben betonende) und eine ekklesiale
Perspektive (S. 88-99). Hier schließt sich eine Abgrenzung an, die für
den frankophonen Raum von einer gewissen Bedeutung ist: der Ver-
such, an einem Einzelstück (der Jairusgeschichte) die Tragfähigkeit
der Hypothese von M. E. Boismard zum Verhältnis der Synoptiker
untereinander zu prüfen. Die Annahme der Markuspriorität im
Sinne der klassischen Zweiquellentheorie erweist sich dabei als besser
begründet (S. 100-112).

Interessanter noch erscheint die Behandlung der Lazaruser-
weckung, bei der drei Schichten ausgemacht werden (S. 113-146).
Eine erste, der Zeichenquelle noch vorausliegende thaumaturgische,
in der Jesus einen Toten auf Bitten von dessen Schwester aus dem
Grabe erweckt. Die zweite, katechetische, liegt in der Semeiaquelle
vor, wo Personen und Ortsnamen konkretisiert werden und das
Schwergewicht zum Dialog mit den Jüngern verlagert ist. In der
dritten theologisch-symbolischen Schicht (des Evangelisten) tritt das
Gespräch mit Martha und die Konfrontation mit den Juden dazu.
Die Nachzeichnung der damit verbundenen theologischen Entwick-
lung gehört zu den eindrücklichsten Partien der Arbeit.

Daß auch die Erweckung der Tabitha einbezogen ist, hängt unmit-
telbar mit dem Nachwais zusammen, daß auch hier der Elia-Elisa-
Komplex prägend gewirkt hat, indirekt mit der (anfechtbaren) Vor-
entscheidung, daß zwischen den Erweckungsgeschichten in den
synoptischen Evangelien und diesem zur Petruslegende der Acta
gehörenden Stück kein prinzipieller Unterschied besteht. Der Vf.
glaubt, eine vorlukanische Gestalt, die noch eschatologisch aus-
gerichtet war, erkennen und diese von der missionarisch-
hagiographischen Transformation durch Lukas absetzen zu können
(S. 145-161).

Vom Ende her stellt sich um so entschiedener die Frage nach einer
prinzipiellen Bestimmung des Verhältnisses von Theologie und
Geschichte der Erweckungsberichte. Führt die Elia-Elisa-Tradition,
deren Bedeutung der Vf. so treffend herausgearbeitet hat, auf den
Menschensohn (oder Messias?) als Anfänger der eschatologischen
Totenauferstehung oder doch eher auf die Gestalt des zu Gott erhöh-
ten Propheten? Müßten im letzteren Falle nicht die Erweckungs-
geschichten der Synoptiker neu bewertet und vielleicht näher an die
in dieser Untersuchung gänzlich ausgeblendeten Heilungswunder
herangerückt werden? Dies zu reflektieren bedeutet freilich, nach den
Grundvoraussetzungen des vom Vf. verfolgten Konzeptes zu fragen.

Halle (Saale) Wolfgang Wiefel

Gerhardsson, Birger: The mighty acts of Jesus according to Matthew.

Lund: Gleerup 1979. 94 S. gr. 8' = Scripta Minora Regiae Societatis
Humaniorum Litterarum Lundensis, 1978-1979, 5.

Mit dieser dem Andenken an Bischof Gustaf Aulen gewidmeten
Untersuchung setzt Vf. seine einen Matthäus-Kommentar vorbe-
reitenden Studien1 fort. In den einzelnen Kapiteln werden folgende
Themen untersucht:

1. die Terminologie (bevorzugter Terminus ist „dynamis"; mit ihm
wird Jesu Tun als Manifestation von Autorität und Kraft charakte-
risiert; deshalb ist auch im Titel des Buches bewußt nicht von Jesu
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