Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

104.1979

Zitierlink

921

Theologische Literaturzeitung 104. Jahrgang 1979 Nr. 12

922

Beim Adressaten der S. w ird die sozialistische Umwelt bedacht
""' ""' gemeinsame humanistische Basis hingewiesen. Sodann
»erden einige theologische und anthropologische Sachvorhalte, wie
UJaobe Religion, die Frage nach Gott. Sünde, Schuld und

- ngst konkretisiert. Damit werden schon einige Themen des seel-
Wrgerlichen Gesprächs angeschnitten. Auch das Problem des

- erglaubens und der parapsvchologischen Phänomene wird ins
Auge gefaßt.

Em eigenes Kapitel wird dem Verhältnis von S. und Psychologie
gewidmet (180£f), mit Überblick über die in der DDR vertretenen
Dichtungen.

Der folgende Abschnitt handelt von Mitteln und Wegen der S.
^machst kommt der Seelsoiger in Sicht, wo betont wird, „das
arm jederChrist sein", auf Grund des allgemeinen Priestortunis der
■laubigen. Jedoch wird die Verantwortung und der Auftrag des
Kastors betont.

Als übliche Mittel dor S. werden die Sprechstundon und die Haus-
Jesiiclie erwähnt. Eigentliche Methode der S. ist das Gespräch. Es
indet überall st att, wo sich dazu Gelegenheit bietet. Hier wird eine
ulle von praktischen Anleitungen geboten, die den Vf. als er-
ahrenen Seelsorger ausweisen. Die Behandlung dieses Themas
nimmt, mit Recht, einen breiten Raum ein. Hier findet die Aus-
einandersetzung mit der partnerzentrierten und kerygmatisohen
' ^■orgemethode statt. Vf. versucht zwischen den beiden zu ver-
mitteln und kommt auf die Formel: Verkündigung im Zwiege-
spräch. Erwägungen über den Gebrauch der Bibel in der S. und
Ober das Gebet, Meditation und Einzelbeichte bilden den Abschluß
leses Kapitels. Die Möglichkeiten der Gruppenseelsorge betrach-
ten wir kritischer als der Vf.

Im abschließenden Teil wird dann die S. in verschiedenen Le-
'eiissituationen erörtert: unter Kindern und Jugendlichen, in der
amilie. unter psychisch leidenden, kranken, alten und sterbenden
Menschen. Mit viel Einführungsvermögen «erden hier die einzcl-
pPri <;r"PPon inR Auge gefaßt. Überall - wie auch sonst im ganzen
Buch - wird die außorkirehliehe Fachliteratur (Psychologie, Sozio-
'°gie, Pädagogik) berücksichtigt.

Der dritte Teil des Buches behandelt die „Diakonie" (Heinz
' agner). - Auch hier wird eine theologische Grundlegung voran-
geschickt, wo Recht. Ziel und Aufgabe der Diakonik von der Sache
und von der Geschichte her erörtert werden. „Diakonik ist die
^«nre vom Liebeshandeln Josu Christi und vom Liebesdienst
seiner Jünger in der Gemeinde und Welt". (268) Nun folgt ein Ab-
sehnitt über Diakonie im NT. der vielleicht etwas zu kurz geraten
ist. Im geschichtlichen Teil hätten wir gerne eine kritische Ausein-
"ndersetzung mit Wichern gelesen (vgl. Hase-Meinhold, Reform
v»n Kirche und Gesellschaft. J. H. Wiehorns Forderungen im Ro-
volut ionsjalir 1948 als Fragen an die Gegenwart. 1973).

Als gegenwärtige Dimensionen der Diakonie werden, nach einem
tief beeindruckenden Uberblick über die Dienste der Inneren
Mission in der DDR. die Gemeindediakonio. die mit Recht, als
Schwerpunkt der Zukunft bezeichnet wird, die gesellschaftliche
Diakonie, sowie die Dienst- und Lebensformen der ökumenischen
Diakonie genannt. ..Die künftige Ortsgemeinde wird als diakoni-
sehe Aktionseinheit, verstanden". (282) Als wichtige Erkeiuitnis er-
scheint uns: ..Alle Strukturell des (icmeindclebens sind diakonisch
bestimmt und alle Ämter der Kirche diakonisch interpretiert".
Dabei kommt der politischcn-gcscllsehaftlichon Diakonie große
Bedeutung zu.

-Nach einer Übersicht der diakonischen Dienst- und Lebensfor-
men erhalten wir Informat ionen von den diakonischen Anstalten-
bzw. Aushildung88tättcn in der DDR. Der diakonische Einsatz der
ökumenischen Bewegung wird als Strategie des Dienstes beschrie-
ben. Im abschließenden Teil werden dann die praktischen Schwer-
punkte der Diakonie gesetzt: Rehabilitation von geistig und kör-
perlieh Behinderten. Altenpflege. Hilfe für Suchtgefährdete.

Am Knde des Buches finden wir Sach- und Personenregister,
Bibelstellenregister. Auskunft über Bekenntnisse, Synoden und
Konzile, staatliehe und kirchliche Gesetze und Ordnungen und das
(iesamtinhaltsverzeichnis für alle drei Bände.

Budapest Ovula Oro6

Debuyst, Frederic: Meditation und meditativer Raum heute

(KuKi 1979 S. 16-20).
Die Familie in dor Krise oder im Übergang? (Themenheft Conci-

lium 15, 1979 Heft 1)

Romy, Jean: Die Familie: Gegenüberstellung heutiger Formen
und historischer Überblick (S. 3-9)

Sullivan, Toresa A.: Längere Lebensdauer und lebenslange Be-
ziehungen. Eine Auswertung der Lebensstatistik (S. 9-15)

McCready. William: Die Familie und die religiöse Sozialisation
(S. 16-20)

Siebert. Rudolf J.: Dio Zukunft der Ehe und der Familie:
Schwinden sie dahin oder strukturieren sie sieh um? (S. 21-27)
Grand'Maison, Jacques: Die moderne Familie: Ort des Wider-
stands oder Mittler von Veränderung? (S. 28-34)
Ryan, Marilyn und Kevin: Selbstverständnis und Ehe (S. 35^42)
Murphy. Roland K.: Kin biblisches Modell menschlicher Intimi-
tät: Das Hohelied (S. 43^46)
Kilgallcn, John: Intimität im Neuen Testament (S. 46-50)
Durkin. Mary: Intimität und Ehe. Die Fortsetzung des Geheim-
nisses Christi und der Kirche (S. 51-55)
Heim, Walter: Religiöses Familienbrauchtum. Ein volkskund-
licher Beitrag zur Theologie der Vertrautheit (S. 55-58)
Shea. John.: Eine theologische Sieht der menschlichen Bezie-
hungsfähigkeiten und der Familienintimität (S. 59-65)
Tracy, David: Das katholische Modell der christlichen Liebe:
Selbstübersehreitung und Umgestaltung (S. 66-72).
Fries, Heinrich: Von der Lebenskraft des Glaubens. Freiburg-
Basel-Wien: Herder [1979]. 144 S. kl. 8" = Herderbücherei721.
Kart. DM 5,90.
Haas. Harry: Meditieren im Alltag (KuKi 1979 S. 6-8).
Lenz. Reimar: Lernziel: Unbefangenheit. Anregungen für Studen-
ten der Meditation im allerersten Semester (KuKi 1979 S. 13
bis 15).

Ossa, Manuel: Solidaritätsarbeit im Geist Jesu Christi. Die Situa-
tion von Pfarrern in der chilenischen katholischen Kirche
(DtPfrßl 79, 1979 S. 265-269).

Probst, P., OSB: Benedikt von Nursia. Früheste Berichte. Freie
Übertragung aus dem zweiten Buch der Dialoge Gregors des
Großen. Mit Auszügen aus der Benediktiner-Regel. St. Ottilien:
EOS Verlag [19791- 192 S. 8°. Lw. DM 14.80.

Strebcl, Albrecht: Meditation - mehr als Mode. Theologische Be-
merkungen zur Vielfalt meditativer Formen (KuKi 1979 S. 9
bis 12).

VVintzer, Friedrich u.a.: Ziele und Möglichkeiten des (iemeinde-
praktikums in der I. Phase der Theologischen Ausbildung (Dt
PfrBl 79. 1979 S. 371-374).

Praktische Theologie: Homiletik

Die Lesepredigt. Eine Handreichung, hrsg. v. H. Schnell. 10. Jg.
1976/77, 5. Reihe; 11. Jg. 1977/78, 6. Reihe. München: Kaiser
1977 u. 1978, je 496 S. 8°. Lw. je DM 40.-.

Die beiden Vorworte des Herausgebers weisen aus, daß diese
Bände einem doppelten Zweck dienen sollen: der privaten Lektüre
von Gemeindegliedern (wie einst die Hauspostillen) ebenso Wie eis
Handreichung für den Lektor, der mit der Abhaltung von Gottes-
diensten beauftragt ist. Die äußere Form erscheint dem Zweck
angemessen: große Schrifttype, keine langen Zeilen, knapper Um-
fang des einzelnen Beitrages. Die verbale Ausdrucksweise ist vor-
herrschend. Einfache Sätze, Anschaulichkeit, gar keine oder nur
wenigo (und dann allgemein bekannte) Fremdworte, auch keine
theologischen Modeworte, dies alles erleichtert das Verstehen des
Ausgesagten; Abstraktion nur soweit als nötig. Der Leser bzw.
Hörer wird ..abgeholt" durch die Einleitung, die entweder infor-
mativ (z. B. bei AT Texten) gestaltet ist oder durch Geschehnisse
und Bilder aus dem Alltag zur Textauslegung hinführt. Die Auto-
ren bleiben in Wort-Nähe und sind durchweg bemüht den Text
konkret auszulegen. Kein theologisches Feuerwerk, keine rheto-
rischen Kunststücke, sondern kräftiges Brot , das nährt. Weltoffen-
loading ...