Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

104.1979

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919

Theologische Literaturzeitung 104. Jahrgang 1979 Nr. 12

920

Cosmao, V.: Changer le monde (NRTh 101, 1979 S. 24-38).
Demmer, Klaus: Sittlich Handeln aus Erfahrung (Gr. 59, 1978
S. 661-690).

Dettling, Warnfried: Politik, Freiheit und Glück. Über Ursachen
und Folgen des Wertwandels (StZ 104, 1979 8. 363-372).

Dirschauer, Klaus: Die Freiheit des Gewissens der Freiheit (DtPfr
Bl 79, 1979 S. 301-304).

Dominguez, Benito: La vida religiosa y el compromiso con el
mundo (BAE 19, 1978 S. 329-364).

Ermecke, Gustav: Grundwerte - religiöse, philosophische und
ethisciie Begründung (ThGl 68, 1978 S. 184-194).

Feil, Ernst: Auf der Suche nach einer Fundamentalmoral. Her-
meneutische, analytische, narrative Modelle (HK 33, 1979 S. 209
bis 214).

Forell, George W., and William H. Lazareth [Eds.]: Justice Books.

Crisis in Marriage. God's Call to Public Responsibility. Human

Rights; Rhetoric or Reality. Philadelphia: Fortress Press [1978].

je 64 S. 8Kart. $ 1,95.
Hübner, Jürgen: Christenheit und Umweltverantwortung (ÖR 28,

1979 S. 125-137).
Lavalette, H. de: Bulletin de theologie politique (RSR 66, 1978

S. 461-476).

Mclntosh, William Alex; Aiston, Letitia T.; Aiston, JonP.: The
differential impact of religious preference and church attendance
on attitudes toward abortion (RRelRes 20, 1979 S. 195-213).

Madelin, H.: Les chretiens et le devenir de la politique dans les
societes europeennes (NRTh 100, 1978 S. 548-558).

Schüller. Bruno: Dezionismus, Moralität, Glaube an Gott (Gr. 59.
1978 S. 465-510).

Thielicke, Helmut: Wer darf sterben? Freiburg-Basel-Wien:
Herder 1979. 142 S. kl. 8° = Herderbücherei 710. DM 5,90.

Tillard, J. M. R.: Le propos de pauvrete et l'exigence evangelique
(suite) (NRTh 100, 1978 S. 359-372).

Weber, Max: Die protestantische Ethik. 1. Eine Aufsatzsammlung,
hrsg. v. J. Winckelmann. 5., erneut Überarb. u. mit einem Nach-
wort versehene Aufl. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus Gerd
Mohn (Lizenzausgabe des Verlages J. C. B. Mohr, Tübingen)
[1979]. 393 S. 8° = GTB Siebenstern 53. Kart. DM 14,80.
(s. Bespr. in ThLZ 100, 1975 Sp. 407).

Weinrich, Michael: Die Freiheit ist konkret. Skizzen zu einem
theologischen Beitrag in einem interdisziplinären Gespräch
(NZSTh 20, 1978 S. 253-277).

Ziegler. Joseph Georg: Überlegungen zur Euthanasie (ThGl 68,
1968 S. 168-183).

Zillessen, Horst: Neuer Lebensstil. Zielsetzung, Motive, Organisa-
tionsformen (ÖR28, 1979 S. 114-125).

Praktische Theologie: Allgemeines

Handbuch der Praktischen Theologie, bearb. v. H. Ammer f, J.
Henkys, G. Holtz, H.-H. Jenssen, G. Kehnscherper, E.-R. Kie-
sow, G. Kretzschmar, W. Nagel, E. Schmidt, H. Wagner, E.
VVinkler, F. Winter. III: Die Unterweisung. Die Seelsorge. Die
Diakonie. Register/Gesamtinhaltsverzeichnis. Kirchenkarte.
Berlin: Evang. Verlagsanstalt [1978]. 360 S. gr. 8°. Lw. DDR:
M 18,-; Ausland: 24,-.

Nun liegt auch der dritte, abschließende Band des großangeleg-
ten Werkes vor. Den größten Teil des Bandes beansprucht die
Lehre von der christlichen Unterweisung. In der ersten Hälfte
dieses Teiles werden ,,Die pädagogischen Dienste der Kirche im
Rahmen ihres Gesamtauftrages" von Jürgen Henkys behandelt.
Zunächst werden die Grundbegriffe von Katechetik und Religious-
pädagogik geklärt, bzw. ihr Verhältnis zueinander. Als wichtiger
- und richtiger - Grundsatz sei hervorgehoben: die christliche
Unterweisung gilt allen Generationen in der Gemeinde.

Nach der theologischen Begründung dieses Unternehmens der
Kirche durch katechumenatstheologische, religionspädagogische
und fundamental- theologische Ansätze, versucht der Vf., diese
Gesichtspunkte miteinander in Einklang zu bringen. (24) Im Streit

zwischen Katechetik und Religionspädagogik votiert er für die
erste.

Im folgenden Kapitel wird das innere Gefüge der pädagogischen
Dienste der Kirche erörtert, wobei auf die Aspekte Bildung und
Erziehung, sowie Unterweisung und Verkündigung Bezug genom-
men wird. Auch das Zusammenspiel der Faktoren: Teilnehmer,
Ziele und unterrichtende Personen, wird anvisiert.

Im letzten Kapitel wird der äußere Aufbau des Unterrichts um-
rissen. Eine übersichtliche und hilfreiche Tafel zeigt die Gliede-
rung der Unterweisung. Danach werden die einzelnen Arbeits-
felder abgeschritten.

Die knappe und klare Standortbeziehung des Vf. in den Grund-
satzfragen der evangelischen Unterweisung ist hilfreich und regt
zum weiteren Nachdenken an. Auch soll auf die immer wieder
betonte diakonische Grundeinstellung hingewiesen werden: es geht
um Hilfe, Glaubenshilfe und Lebenshilfe für die ganze Gemeinde
als Lerngemeinschaft.

Den zweiten Teil dieser Katechetik bildet „Der Unterricht in
der Gemeinde" (Evangelische Unterweisung) von Günther Kehn-
scherper. Mit dieser - sehr zu bejahenden - Zielangabe ist über
Ort und Wesen dieses Unterrichts entschieden. Auch hier begegnet
uns die - wohltuende - diakonische Öffnung: Der Unterricht dient
zur Glaubens- und Lebenshilfe. (65)

Zunächst werden auch hier Grundsatzfragen geklärt: Die evan-
gelische Unterweisung befindet sich im Bezugsfeld von Kirche -
Schule und Gesellschaft. Dabei wird die unterschiedliche Situation
in der DDR zur BRD in bezug auf diese drei Wirklichkeiten her-
vorgehoben. Das Gefälle: Vom Religionsunterricht zur Evangeli-
schen Unterweisung (Kittel) wird von Kehnscherper im Ansatz
bejaht, jedoch im Blick auf die Erziehungswirklichkeit in der
sozialistischen Gesellschaft einer sinnvollen und hilfreichen Kor-
rektur unterzogen. Die neue Hinwendung zur Methodik erhält ihr
berechtigtes und angemessenes Recht. Hier wird der Zusammen-
hang von Hermeneutik, Didaktik und Methodik geklärt.

Im nächsten Abschnitt werden die heute wohl allgemein gelten-
den Hauptrichtungen der evangelischen Unterweisung erörtert :
Der textorientierte und der problemorientierte Unterricht. Hier
werden uns in die Fundamentalia - „grundlegende Einführung in
die Inhalte und die Absicht des Evangeliums für die Welt", - und
die Elemente des Unterrichts interessante Einblicke gewährt. Hier
wird auch die Möglichkeit eines exemplarischen und kursorischen
Lehrvorgangs im Bibel- und Katechismusunterrichterwogen.

Im dritten Abschnitt geht es um die Entwicklung von sachge-
rechten Arbeitsformen, also um die Methodenfrage im strengen
Sinne. Diese Methoden weiden dann im folgenden Abschnitt auf
die verschiedenen Stoffe, bzw. für die verschiedenen Gruppen im
Unterricht (Kinder. Jugend. Erwachsene) angewandt. Hier wird
eine Fülle von praktischen Einsichten geboten, die von wohlüber-
legten Grundsatzentscheidungen getragen werden - wie etwa der
Bezug von biblischen Stoffen und Lebensproblemen im personalen
und gesellschaftlichen Horizont. Es ist erfreulich zu erfahren, wie
Kehnscherper die methodische Überlegung immer wieder der
Sache - dem Evangelium - unterordnet. Auch die Feststellung
scheint mir wichtig zu sein: „Die Kirche ist die Gemeinschaft der
Lehrenden und Lernenden". (104)

Der Konfirmandenunterricht erfährt ein der Sache angemesse-
nes Gewicht in der Behandlung, wobei die Konzeption des Kurs-
unterrichtes befürwortet wird. Im Abschnitt „Materiale Kateche-
tik" wird anhand einiger Modelle die Durchführung gezeigt.

Die Literaturangaben befinden sieh stets am Anfang der größe-
ren Abschnitte. Dies gilt für das ganze Buch.

Den zweiten Teil des Buches bildet „Die Seelsorge", bearbeitet
von Ernst-Rüdiger Kiesow. - Im ersten einleitenden Abschnitt
w ird darüber Rechenschaft gegeben, warum und in welchem Sinne
der Vf. den Terminus „Seelsorge" verwendet. Damit ist der Ein-
stieg mitten in die Sache gegeben: „In der Seelsorge begegnet die
Kirche den einzelnen". Sie ist nicht nur Funktion des Amtes, son-
dern Lebensäußerung der ganzen Gemeinde. (152) Diese wichtigen
Grundsätze werden in der ganzen Konzeption durchgehalten.
Somit ist Scclsorge „Begegnung des einen mit dem anderen in der
Gemeinde unter dem Evangelium".

Das Proprium der S. wird, im Verhältnis zu Diakonie und Le-
benshilfe, als Dienst der Versöhnung dargestellt.
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