Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

102.1977

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Theologische Literaturzeitung 102. Jahrgang 1977 Xr. 12 910

111 dfr Htmino als Beginn" in der Auseinandersetzung nun die „richtige" Bewegung. Er ist der „Sprung'" (8. 43,

mit ' Hem^SS^ deT Anfangs'" herausgearbeitet 44; vgl. SV VII, 92). Jetzt kann auch zurückgegangen

"gl. SV*VII S Se ütlektik de's Anfangs fnuß klar- werden auf den Begriff des rechte, . Anfangs'" mit H e

gelegt werden. Das „Wie" ist bei Hegel nicht vollzogen, des Sprunges hinter dem SK.s \ ahrheitsbegrift steht.

Die Wirklichkeit ist somit be, Hegel ausgeklammert Dies wird im Kapitel VI naher behandelt.

(S.24) Die Wirklichkeit ..scheint" bei Hegel nur im In der f. Fachschrift unterscheidet SK^deutlich

Anfang vOThanden Sic muß ..vom Denken systematisiert zwischen objektiver and ...objektiver Wahrheit,

werden - (ebd ) Dan.it fällt al.er.las Existenzerlebnis fort. Letztere ist Wahrheit der Aneignung . die der erkennt-

KsUei Ii, Wl „l..ti,m aber das Wer" (als ..Handeln- nismaßigen gegenübergestellt werden muß (S. 4b: vgl.

ICW , ' W ' des" Handelns") kann nicht ..er- SV VII 11 und 58). Die ..subjektive" Wahrheit bedeute,
m,,te,, .erden-' (8 25 nM^^Äft£

SÄÄSS^^^^^S sich Um das ,u klären muß sieh SK der Terminologie der
T- j i ü A^fltrr in Hemels Svstem (S. 25). traditionellen Philosophie bedienen, was zu Schwiengkei-
Dd 'rkan" SSMtaBÜTmSXchÄ^heiden ten führt. Dieser Hinweis von C. Kühnhold ist «,hr . ;l,
'" Ka™ nun> ■«« , ,V,/Lw" rBetrinn^ und dem tig. Es wird immer wieder verkannt, wie tief SK den Be-
fischen SK.s Begriff '^"f^j^'^fW' Be griffskategorien seiner Zeit verhaftet ist. Er muß sich
deutschen, von Hegel gebrauchten f st^ f^,,. fonmil bedienen. Die Autorin präzisiert : „SK ent-
der wöchentlichen Analyse ^W^X wickelt hier eine .objektive Wahrheit' de Erkennens,
man auf den Urkern, naml.ch altnord. »9™^ ™* *m ste|lt. aber eine ,8„1, ektive Wahrheit' der Aneignung
unser Verbum „gähnen je™dt »t - mit der eigen * Sowohl in den „Philosophischen
hehen Bedeutung von .^^•^JjJ ^nordischen Brocken" wie in der „Unw. Nachschrift" findet sieh die
auch auf die mythologische Gegenüberstellung von „objektiver Wahrheit " (auch
Wurzelwortes in der Verl indu g o„ ' ; j; „objektiv Wahrem") und „subjektiver Wahrheit". Die
ietzte-ßXu u,| Äbtdenmit W.s Frage lautet nun: Gibt es für SK zwei Wahrheiten? Dem
geia,u aiese letzte Dtue"^"' B Der Konzeption widerspricht SK, wenn er sagt :„.. .es gibt objektiv keine
Erfahrung der totalen Angst (S'• 2J»0- ^^"Sung Wahrheit, sondern die Aneignung ist die Wahrheit"
des Sprunges entspricht die richtige^ ^nt™ Bewegun| .,, .-)S Kühnhold) S. 47). Dennoch ist der Wider-

Knl Vr:,Vttl""gR Jg e überXs-Kategort hat spruch nicht getilgt. Was aber unter „Objektivität" und

Kuhnhold mit Rocht »Die Uherg^g^^ateg „'Subjektivität" zu verstehen ist im Sinne vom existie-

Hege niemals gerechtfertigt (Pap. iv O »u. im su,)jektivfm Denker> das kann die „Entfaltung"

xrr'' ™ u Müh* rW Bewegung durch der verschiedenen Stufen des Selbst bei SK deutlich

ÄÄ^^ ^ "uichei, Dem sind die Kapitel VII und VIII gewidmet,

da.,,, weicht der Mensch vor seiner eigenen Wirklichkeit Von der Anti-Chmacus-Schrrffc „Die Krankheit zum

aus. Der Mensch braucht die äußerste Anstrengung der Tode" (1849 her und anhand schöner Beispiele und Skiz-

Bewegung, die ihm die „Objektivität des reinen Denkens „.„ (S. 57f.! wird dieStufenMdung des Selbst beschne-

nicht <r,.lw.„ hn„ fS V*\ Oesen diese \ crmittlungsbe- |„.n : Die erste Stute des Selbst in der eindimensionalen

«,,;„; 'e , ;",,! SK den Begriff ..Valg" (Wahl). Von Bewegung (Verhalten zweier Pole zueinander!) kann zur

diesen,"her i t dann die Hcelsche Svnthcse kritisch zu negativen Einheit ausmünden. In Dauerreflexion gelangt

durchleuchten: Letztere ist für SK Produkt der Verm.tt- mall dann zun, Leben in der Objektivität d h. in der

Inns- A B = C Das aber ist dann dem Ursprung des Leidenschaftslosigkeit. Nach außen hin wirkt man dabei

Wortes Vermittlung" im Deutschen und Dänischen als ein „ordentlicher Mensch". Es gelingt der Autorin, den

gemäß. Es ist objektives Approximieren", d.h. „ Quanti- gesellschaftskritischen Ansatz _ SK.s durchschimmern zu

tieren" (S 3«''vgl SV VII 94) lassen. Jedenfalls wäre nun die zweite Stufe der Ent-

ix j av u'i«iiWHif Vermittlung als wickhing des Selbst erreicht, wo eben die Wahrheit

y »te'vssant ist der Absei,n tt übe. du ..\ ' • , > zur Stelle ist. Ks hätte noch hinzugefügt w

d.M, könn.m : häutig auch nicht bis zu dieser St.dle gelangt,

ubergestell wird. Diese Gegensatzbez,enu g Hier wird alles übernommen: die Selbstbesinnung ist noch

t. Kuhnhold besonders gut 1 er au au , , *nnes nicht. da. Es wird hingewiesen auf die Entwicklungsstufe

Haufn,ens,s DerB^f^^SSKÜche Nach- der Pubertät (S. 60). Die dritte Stufe des Selbst als das

Clin acus „Abschließende^ lunussen^nam o positive Dritte" wird mit Hilfe der berühmten Eormel

«chnft«, Teil 2. So kommt s.e zu d^T^^XSm aus der „Krankheit zun, Tode" beschrieben: ..Verhält

Machen bestimmt so das »"« ™ «J< J■ „Tmu" um das Verhältnis dagegen sich zu sich selbst, so ist dies Ver-

dicsem oder jenem, verfahrt mit ,fts Urteil. hältnis das positive Dritte, und das ist das Selbst, Ein

Subjekt und macht ihn so^unfrei. - Der^atz oa • M^ VerM|tnis_ da8 sieh zu sich selhst verhält, ein

beengt und beugt den wideren. Der batz - , ^ mtyffjder sich selbst gesetzt haben> oder

nisch (S. 41; vgl. SV IN , Wol.ti,iidunas- durch ein Anderes gesetzt sein. Ist das Verhältnis, das sich

Wiederum arbeitet C. Kuhnhold m, , i \\m t . wu ^ ^ ^ dur<jh ^ Andereg ^ ^ ^

•ehre, wenn sie nach der Darstellung imß.ap j y dag Verhaltnis freilich das Dritte, aber dies Verhältnis,

=,das Problem der .richtigen Bewegung m ^Sfttz_ dies Dritte [gt dann doch wiederum ein Verhältnis, ver-

(,,D,e falsche und die richtige fT^^n Brechen11 bei hält sieh zu demjenigen, welches das ganze Verhältnis

Macben als ein „willkürliches Tun als em ,^re ^ ^„ ^ ^ ^ Kühnhold s 62)

o 81?ht- Schon im vorigen Kapitel ^ ng Die dritte Stufe des Selbst dann als Hingebung („Ernst!")

^el des Dämoinsehen mit «"^Sbe* bringt die Spannung. Das kann C. Kühnhold auch mit

"es I lotzhchen hingewiesen auf Ü1SvJf SV IV, einem Satz aus der Unw. Nachschrift untermauern: „In

Jechendc Wirkung des Satz-Alachens S. 4U g. g ^ leidenschaftlichen, gerichteten Bewegung hat der

herv i eüUer '^hlgen, l f""fns Cz Machen im reinen Mensch ,seine eigene Existenz in ein Zeugnis der ewigen

heiyorbrechen. Das geht über das ^-j^ff^) Diesem Seligkeit verwandelt'" (SV VII, 342, Kühnhold. S. 64).

Bnu h'lflnaUST\i a'i he, der die BSenon in Ja, „der Sinn, das Selbst, Gott... ist gewonnen, die

StÄhTv SfZ"Mm st llitand«« b ringt, Shl* noch Wahrh^ >™™&'" (f- .«*; SV IV, 405; vgl. SV XI, 153).

etwLT5ndh«hke,t zum "Wllls .ul, e g {jnw. Nach- Die Bewegung der dritten Stufe des Selbst im Sprung

• ff -ha d?° r ,ch " bezeichnet, Letz- ist immer der „furchtbare Kampf" (SV VIII, 203) Man

Äet^'^bv.,;; ÄÄ Äzens. Er ist braucht nur den berühmten „§ 2" des Kapitels h von
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