Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

101.1976

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Theologische Literaturzeitung 101. Jahrgang 1976 Nr. 3

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Stein zum Altenstein [Vornamen Sigmund Franz feh-
len]). Pädagogen (H. J. Campe, Ph. Bachmann [Vornamen
Georg Otto fehlen]), Naturwissenschaftler (Chr. R. Dar-
win, B. Bavink, B. Dennert [Pseudonym G. Hein nicht er-
wähnt]), Philosophen (Celsius, Ammonius Sakkas. Alber-
tus Magnus, R. Descartes).

Jedes biographische Lexikon kann natürlich nur eine
gewisse Anzahl von Lebensläufen bieten, die unter be-
stimmten Gesichtspunkten ausgewählt sind. Wenn nun
versucht wird, die Methode der Auswahl und die Darstel-
lungsform dieses Lexikons nachzuzeichnen, so ist infolge
der Vorlage von nur einigen Lieferungen Zurückhaltung
geboten. — Da es sich um ein Kirchenlexikon handelt, gibt
der Begriff der Kirche den Hintergrund dafür ab. Wie in
anderen Kirchenlexika kann der Herausgeber ihn nicht
eng fassen; denn auch in unserer Gegenwart ist das Ge-
dankengut — dem einzelnen vielleicht unbewußt — noch
weithin durch biblische Vorstellungen geprägt. Weiter
ist zu bedenken, daß zur Geschichte der Kirche auch ihre
Kritiker gehören. Insofern sind — wie schon die Aufzäh-
lung zeigte — die Grenzen der Auswahl von Namen sehr
fließend. Sie läßt zunächst nach weiteren Namen fragen,
die nicht vorhanden sind, und solchen, die u. E. nicht hät-
ten behandelt werden sollen. Die Aufnahme lebender
Personen hätte das Interesse an dem Werk noch gestei-
gert; hier ist jedoch die Entscheidung des Herausgebers
zu respektieren.

Da der Nabatäerkönig Aretas IV. genannt ist, erwartet
man auch den römischen Prokurator M. Antonius Felix
sowie den jüdischen Ethnarchen Archelaos. Weil Bautz
die römischen Kaiser Commodus und Antoninus Pius un-
ter ihren Cognomina anführt, müßte er eigentlich auch
Augustus hier nennen; zumindest ist ein Verweis auf Ju-
lius Octavianus bzw. Julius Caesar angebracht. Man er-
wartet hier auch die Kaiser Caligula und Claudius zu fin-
den. Nicht deutlich ist, ob Bautz alle römischen Kaiser
der christlichen Zeit nennen will. Von Byzanz werden
verschiedene Herrscher aufgezählt, einige auch aus
dem weiteren Europa (bis zur neueren Zeit). Daß
hier Beschränkungen notwendig sind, bedarf keines
Hinweises, zu nennen wäre noch König Antonine de
Bourbon.

Von den Kardinälen wären evtl. noch aufzunehmen: J.
de Dieu Raymond de Boisgelin und J. Cesarini, von den
Bischöfen: C. A. Agardh (Karlstadt), L. Andrewes (Chi-
ehester), Ch. P. Anderson (Chicago), A. J. Appasamy (In-
dien), J. Brjantschaninow (Stawropol und Kaukasus), E.
G. Bring (Linköping) sowie der koptische Patriarch Cy-
rill V. und der georgische Katholikos Anton I. Patriarch
Alexius (Simanskij) der russisch-orthodoxen Kirche lebte
damals noch.

Von Bedeutung sind weiterhin der Gründer des Kiewer
Höhlenklosters Antonij der Heilige, der Mönch Beatus
von Liebana, der Bußprediger Bernadin von Siena, der
russische Heilige Boris und der Mönch Cyrill von Sky-
thopolis.

Unter den Theologen könnten evtl. noch eingefügt wer-
den: die Religionswissenschaftler T. E. E. Andrae, A. H.
Anquetil-Duperon, S. J. Case, die Neutestamentier A. H.
Bruce, F. C. Burkitt, der Kirchengeschichtler O. Ander-
sen, der Systematiker T. B. Bohlin, der reform. Theologe
J- Apäczai Csere, der presbyt. Theologe Ch. A. Briggs,
der griech.-orthod. Theologe A. Bücharjew und der angli-
kan. Theologe J. Cosin. Der Kirchenhistoriker W. Delius
konnte noch nicht aufgenommen werden.

In dem Werk sollten auch noch folgende Missionare ge-
nannt werden: R. Anderson, Th. Arbousset, Belhmann,
O. Deveuster, die Missionarin L. Cooper, der Gründer der
Basler Mission N. v. Brunn, die methodist. Missionare
G Brown, Ch. Cook und M. Cox, der methodist. Reise-
prediger Th. Charles. Vermißt wird der berühmte Sla-
Wenapostel Cyrillus.

An kirchlichen Amtsträgern wie auch Personen, die
sich in irgendeiner Form an der Bibel orientierten, wä-
ren vielleicht noch zu nennen: Kirchenrat Ch. Berg, der
reform. Hofprediger M. d'Arande, der Präsident der Me-
thodisten J. Bunting, der kongregat. Pfarrer R. W. Dale,
der Leiter des United Free Church College in Glasgow
J. Denney. Bisher aufgenommen werden konnte noch
nicht Missionsdirektor G. Brennecke.

Ebenso gehören in dieses Lexikon die Stifterin der
Clarissinnen Clara Sciffi, der Evangelist M. Blaich, der
puritan. Pfarrer Bridge, der Führer der Zillertaler Aus-
wanderer Brugger; von der Erweckungsbewegung D. A.
I. Bost und J. Cennick, die Führer der Pilgerväter W.
Bradford und W. Brewster, der mennonitische Bischof
M. Boehm, der Sozianer M. S. Baschkin, der Unitarier H.
W. Belleows; der Vertreter der Heiligungsbewegung W.
E. Boardman, der Gründer der Gralsbewegung O. E.
Bernhardt, der Gründer der Bogomilen Bogomil und die
Sozialreformerin J. E. Butler.

Begegnen hier auch Vertreter christlich-religiöser Strö-
mungen (Christengemeinschaft usw.; der Herausgeber
verfaßte darüber verschiedene Schriften), so scheint doch
die Aufnahme des Arztes P. Dahlke (Vornamen Wilhelm
Eduard fehlen) als Begründer einer neu-buddhistischen
Gemeinde zu weit zu greifen.

Da auch die Kritiker der Kirche zu ihrer Geschichte ge-
hören, findet man den Namen von A. Camus zu Recht.
Hier wäre auch der Dichter B. Brecht zu nennen. Ver-
mißt werden die Dichter bzw. Schriftsteller: G. K. Che-
sterton, H. Belloc, W. Bergengruen und E. Claes. Evtl. wä-
ren noch zu nennen: H. Broch, H. Benrath, H. Braun, St.
V. Benct, W. Cather, E. Barrett-Browning, G. Benn, B.
Björnson, W. Bjelinski, A. Bjelyi, Clemens von Brentano,
M. Brod. H. Carossa, Th. Däubler. Doch ist gerade bei der
Literatur die Einordnung weithin eine Frage der persön-
lichen Entscheidung.

Die Beziehung des Musikers Diabelli zur Kirche wird
deutlich gemacht, nicht aber die von L. v. Beethoven und
die von L. H. Berlioz. Dies erfährt man erst bei der Lite-
raturdurchsicht. Man erwartet aber den Maler H. Bosch
zu finden. Der Musiker W. Burkhard konnte noch nicht
aufgenommen werden.

Jedermann wird in diesem Lexikon M. Buber als zu
Recht aufgenommen betrachten. Daß jüdische Masore-
ten (z. B. Aaron ben Mosche ben Asher) und andere jü-
dische Persönlichkeiten (Abraham ben Meir ibn Esra, A.
Berliner) erwähnt sind, ist ebenfalls verständlich. Wir
nannten auch schon Vertreter des Karäertums. Nicht
deutlich ist die Aufnahme von Abu Bekr (Mohammeds
Schwiegersohn), ebenso der Name verschiedener islami-
scher Geistlicher (z. B. A. Al-Farabi).

Unter den Diplomaten und Politikern fehlen: A. v.
Arnswaldt und R. v. Bennigsen; ferner der Arzt C. G. Ca-
rus und der Philologe A. Debrunner. Ist Darwin genannt
(obgleich die Stellung zur Kirche deutlicher herausge-
stellt werden sollte), so sind Tycho de Brahe und vor al-
lem Giordano Bruno unbedingt aufzunehmen. — In das
Lexikon gehört auch der Pfarrer E. Cartwright, dem der
erste mechanische Webstuhl patentiert wurde.

Die Länge der Biographien ist — entsprechend der un-
terschiedlichen Lebensläufe der einzelnen Personen auch
unterschiedlich zu gestalten, wenngleich dabei doch ge-
wisse Relationen eingehalten werden sollten. Maßgebend
beim Kirchenlexikon ist die Bedeutung des Betreffenden
für die Kirche. So ist mit Recht der Artikel Descartes kür-
zer gefaßt (1% Sp., wenn hier auch zahlreiche Literatur-
angaben folgen: 6''^ Sp.). In diesem Lexikon haben etwa
E. Brunner 12 Zeilen und P. Althaus (d. J.) 18 Zeilen er-
halten; G. Dehn (sein Vorname Karl ist nicht genannt)
wurden demgegenüber 5 Spalten eingeräumt. Den läng-
sten Artikel erhielt Augustin mit 23 Spalten. Es folgen J.
Calvin (8 Sp.), K. Barth (6"iSp.), Athanasius und Dehn
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