Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

96.1971

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Theologische Literaturzeitung 96. Jahrgang 1971 Nr. 1

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Hoff mann, Paul: Jesu Wort von der Ehescheidung und sei-
ne Auslegung in der neutestamentlichen Überlieferung
(Concilium 6, 1970 S. 326-332).

Horst, Ulrich: Das kirchliche Amt im Neuen Testament (Wort
und Antwort 11, 1970 S. 71-74).

Kertelge, Karl: Das Apostelamt des Paulus, sein Ursprung
und seine Bedeutung (BZ 14, 1970 S. 161—181).

Bönning, Inge: Paulus und Petrus. Gal. 2,llff. als kontro-
verstheologisches Fundamentalproblem (StTh 24, 1970
S. 1-69).

Neilessen, Ernst: Lateinische Summarien zum Hebräerbrief
(BZ 14, 1970 S. 240-251).

Neuenzeit, Paul: Eucharistie und Gemeinde. Eine notwen-
dige Relation nach paulinischer Theologie (Una Sancta
25, 1970 S. 116-130).

Neuhäusler, Engelbert: Mit welchem Maß mißt Gott die
Menschen? Deutung zweier Jesussprüche (Bibel und Le-
ben 11, 1970 S. 104-113).

paul, Andre P. S. S.: La guerison d'un lepreux. Approche
d'un recit de Marc 1,40-45 (NRTh 102, 1970 S. 592—604).

Richter, Georg: Blut und Wasser aus der durchgebohrten
Seite Jesu (Joh 19,34b). (MThZ 21, 1970 S. 1-21).

Schröger, Friedrich: Das hermeneutische Instrumentarium
des Hebräerbriefes (ThGl 60, 1970 S. 344-359).

Schürmann, Heinz i Die Symbolhandlungen Jesu als eschato-
logisches Erfüllungszeichen. Eine Rückfrage nach dem
historischen Jesus (Bibel und Leben 11, 1970 S. 73-78).

Schulz, Siegfried: Strategie zeitgemäßer Veränderungen.
Relevanz und Relativität der Bergpredigt (ZW 41, 1970
S. 226-236).

Stein, Robert H.: The „Redaktionsgeschichtlich" investiga-
üon of a Markan seam (Mc l,21f.) (ZNW 61, 1970 S. 7/-
94).

Vöobus, Arthur: Kritische Beobachtungen über die lukani-
sche Darstellung des Herrenmahles (ZNW 61,1970 S. 102-
109).

Wuellner, Wilhelm: Haggadic Homily Genre in I Corin-
thians 1-3 (JBL LXXXIX, 1970 S. 199-204).

KIRCHENGESCHICHTE:
ALLGEMEINES UND
TERRITORIALKIRCHENGESCHICHTE

Wentzlaff-Eggebert, Friedrich-Wilhelm: Deutsche Mystik
zwischen Mittelalter und Neuzeit. Einheit und Wandlung
ihrer Erscheinungsformen. 3., erweit. Aufl. Berlin: de
Gruyter 1969. XX, 397 S. gr. 8°. Lw. DM 48.-.
Das nunmehr in dritter, erweiterter Auflage heraus-
9ekommene Werk gehört zweifelsohne zu den Standard-
werken über die deutsche Mystik, die auch für den Theo-
logen ein unentbehrliches Rüstzeug darstellen. Zwar hat
der Vf. sich „bewußt in den Grenzen der deutschen Litera-
tur- und Dichtungsgeschichte" gehalten und sich deshalb
vorwiegend auf die Behandlung deutschsprachiger Quellen
beschränkt. Da aber der Vf. von der Erkenntnis ausgeht,
daß sich die Frage nach dem Wesen der deutschen Mystik
nicht systematisch, sondern nur historisch beantworten läßt,
sind die Ergebnisse der Mystik-Forschungen Wentzlaff-Eg-
9eberts gerade für den Kirchenhistoriker in der Klarheit
und Übersichtlichkeit der Darstellung von besonderem Wert.
Wird doch hier die Mystik nicht als starres philosophisches
°der theologisches System verstanden, sondern als eine or-
9anische geistige Bewegung beschrieben, für deren Ent-
wicklung weniger die Wandlungen in der Gottlehre als viel-
mehr in der Lebenslehre entscheidend gewesen sind.

Dem Vf. geht es um den Nachweis der Einheit der
deutschen Mystik, der in der Wandlung ihrer Erscheinungs-
formen zum Ausdruck gelangt. Er macht darauf aufmerk-

sam, daß immer wieder geistige Wiedergeburten aus my-
stischem Erleben entstanden sind. Dabei hat der Grundbe-
griff der „Unio mystica" stets neu zu einer geistigen Ver-
tiefung beigetragen und sich in der Ausgestaltung einer
mystischen „Lebenslehre" niedergeschlagen. „In dem Stre-
ben nach einer persönlichen Freiheit der Gottbegegnung
und in dem Streben nach der Entwicklung der Individuali-
tät aus der Gotterfahrung" sieht der Vf. letztlich das trei-
bende Motiv dafür, daß es in der Mystik überhaupt das
Phänomen geschichtlicher Entwicklung und Wandlung gibt.

Die geschichtliche Darstellung setzt bei der Frauenmy-
stik ein, geht dann zur „Mystik der Meister" (Eckhart, Tau-
ler, Seuse) und der „Devotio moderna" über, um sich darauf
der humanistischen Mystik des Nicolaus Cusanus und der
Lebenslehre der Theologia Deutsch zuzuwenden. Die von
Paracelsus angeregte Naturmystik leitet zur Mystik des
Barockzeitalters über. Während die „Neumystik" des 17.
Jahrhunderts sich innerhalb der konfessionellen Entwick-
lung vollzieht, tritt daneben der von Einzelpersönlichkeiten
getragene mystische Spiritualismus. Das Schlußkapitel un-
tersucht die Einwirkungen mittelalterlicher und barocker
Mystik auf den Pietismus und die deutsche Romantik (Schlei-
ermacher, Fichte, Novalis).

In fünf Anhängen bietet die Neuauflage Ergänzungen
zu den grundlegenden Ausführungen des Werkes. Zunächst
gibt der Vf. Hinweise zur Unio-Vorstellung seit dem Neu-
Platonismus. Sie zeigen, wie das Einströmen neuplatoni-
scher Gedanken bei Hugo von St. Viktor und Bonaventura
schließlich zu einer Verbindung von Mystik und Scholastik
führte. Während bei der Frauenmystik das Verhältnis zu
Bernhard von Clairvaux ein interessantes geschichtliches
Problem bildet, hat nach den Darlegungen des Vf.s ein
Kreis der Kloster-Volksprediger um Albert den Großen zur
Vorbereitung der Meister-Mystik beigetragen. In Ausein-
andersetzung mit Julius Schwietering macht der Vf. ferner
darauf aufmerksam, wie sehr Mystik und höfische Dichtung
parallele Entwicklungen durchlaufen haben und wie sowohl
die Mystik als auch das Rittertum sich vielfach entsprechen-
de Lebenslehren hervorgebracht haben. In dem letzten An-
hang erfährt schließlich Marquard von Lindau eine Wür-
digung als Spät-Mystiker.

Bereits die zweite Auflage des Buches war durch eine
vorzügliche, grundlegende Bibliographie zur deutschen My-
stik ausgezeichnet. Sie wurde in der Neuauflage durch ei-
nen ausführlichen bibliographischen Nachtrag dem derzei-
tigen Stand der Forschung entsprechend ergänzt. Durch sei-
ne umfassenden Literaturangaben dürfte dieses Werk sich
gerade auch für die kirchengeschichtliche Beschäftigung mit
der deutschen Mystik von einzigartigem Wert erweisen.

Marburg/Lahn Winfried Zeller

Zimmermann, Harald (Bearb.] i Die nicht-römisch-katholi-
schen christlichen Religionsgemeinschaften in Österreich.

1. Teil: Die evangelische Kirche A. u. H. B. in Österreich.
Wien: Herder 1968. 117 S. gr. 8° = Austria Sacra. 1. Rei-
he: Forschungen u. Vorarbeiten. Im Auftrage d. Wiener
Kath. Akademie hrsg. v. L. Santifaller. II. Bd. i Quellen-
u. Literaturkunde zur österreichischen Kirchengeschichte,
redigiert v. F. Walter unter Mitarb. v. F. Krones, 11. Lfg.
1. Teil. ö.S. 58.-.

Eine Vorbemerkung von Leo Santifaller unterrichtet
über Entstehung und Aufbau des Gesamtwerkes der Au-
stria Sacra. Der II. Band des Werkes umfaßt „Quellen und
Literaturkunde zur österreichischen Kirchengeschichte"; in
10 Lieferungen werden die Erzdiözesen und Diözesen der
Römisch-katholischen Kirche beschrieben. Die 11. Lieferung
trägt den Titel: Die nicht-römisch-katholischen christlichen
Religionsgemeinschaften in Österreich. Der 1. Teil ist der
Evangelischen Kirche Österreichs innerhalb der „Austria
Sacra" gewidmet. Die Einleitung schrieb der Redaktor des
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