Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

93.1968

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latio oder mactatio ein für allemal am Kreuze geschehen ist und
in der Mahlbereitung repräsentiert wird".

Schon in diesen zusammenfassenden Sätzen zeichnet sich deut-
lich die dogmatische Position des Verfassers ab. Das Buch ist, ob-
wohl schon vorher konzipiert, nach dem II. Vaticanum veröffent-
licht und nimmt vieles in der neueren Entwicklung der römischen
Kirche positiv auf. Im Grunde aber denkt und fühlt der Verfas-
ser konservativ. Bezeichnend ist die Berufung auf die „schönen,
ausgewogenen und vielfach ganz modern klingenden Capitula
und Canones des Trienter Konzils über die Eucharistie, ihre
Wärme, ihre Seelsorgenähe" (S. 235). Konservativ, wenn auch mit
gelegentlichem Bemühen um behutsame Formulierungen, ist die
positive Stellung des Verfassers zum Opferverständnis (Kap. III:
Das Opfer in der Eucharistiefeier. Kap. IV: Die Eucharistie als
Opfermahl). Opfermahl und Mahlopfer: beides soll gelten. Wir
„vollenden" in der Eucharistie „mit ihm (Christus) dies sein Op-
fer selber". Konservativ ist auch Winklhofers Sicht des Priester-
tums und seiner Mittlerstellung, die unter Berufung auf Pius XII.
(„Mediator Dei") skizziert wird (S. 82 ff.). Die tiefe Diskrepanz
zwischen Rom und Luther wird an entscheidenden Punkten des
Abendmahlsverständnisses von neuem greifbar. Dabei muß ge-
sehen werden, daß Winklhofer sich bemüht, sowohl den Refor-
matoren wie auch modernen protestantischen Strömungen ge-
recht zu werden. Aber in seinen gelegentlichen Hinweisen auf
Luther, auf die Arnoldshainer Abendmahlsthesen, auf Max Thu-
rian und andere spürt man, da5 der Verfasser sich auf fremdes
Gelände begibt. Daheim ist er am Opferaltar seiner Kirche. Hier
schlägt sein Herz, und auf diesen Herzschlag zu hören, lehrt er
uns in einer bemerkenswerten Weise.

Weimar Wolfgong Schanze

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Freiburg-Basel-Wien: Herder [1964]. 326 S. 8°. Lw. DM 33.50.

Der französische Pater, der als Fachberater bei dem zweiten
Vatikanischen Konzil eine maßgebliche Rolle gespielt hat, legt
eine Sammlung von Aufsätzen und Vorträgen vor, die sich über
einen Zeitraum von 30 Jahren erstreckt. Er hat die Auswahl nach
vier Gesichtspunkten geordnet. Er fragt zunächst nach dem Ver-
hältnis von Bibel und Wort Gottes und setzt sich dafür ein, dafj
das biblische Wort zur Grundlage für eine Versöhnung der Chri-
sten werden kann und muß. In einem zweiten Teil, der trinita-
risch aufgebaut ist, wird die Gottesoffenbarung in Jesus Christus
als Wunder der Inkarnation und der Versöhnung entfaltet, das
sich im Vollzug der Eucharistie fortsetzt. Unter der Überschrift
„In der Gemeinschaft der Heiligen", werden Franziskus, Elisa-
beth von Marburg, Albert der Große, Thomas und Tauler gewür-
digt als Gestalten, die in mystischer Andacht die Konformität mit
dem Bild Christi erstrebten. Der abschließende Teil bringt geist-
liche Lebensregeln, die besonders darauf bedacht sind, das rechte
Verhältnis von Weltüberlegenheit und Weltverantwortung in der
christlichen Existenz herauszustellen. Das Gesamtergebnis zeigt
einen katholischen Theologen, der darum bemüht ist, dem christo-
zentrischen Element vor dem aristotelischen und mariologischen
Einfluß den Vorrang zu geben und der es zudem versteht, seine
theologischen Einsichten mit einer ausgesprochen seelsorgerli-
chen Begabung zu verbinden.

München Adolf Köberle

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Theologische Literaturzeitung 93. Jahrgang 1968 Nr. 2
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