Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

66.1941

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Theologische LiteraturzeitiMig 1941 Nr. 1/2

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wenn ich die wichtigsten Stellen, an denen der Verf. nach meiner Mei-
nung irrt, hier bespreche, geschieht es in der Hoffnung, dal! es für die
in Aussicht gestellte Übersetzung vielleicht nützlich sein könnte. Zitate
sind vom Verf. meist angegeben und mit Peschitta (Pes) verglichen wor-
den ; wo sie übersehen und für das Verständnis des Textes — wie oft —
wichtig sind, habe ich sie, ohne Vollständigkeit zu erstreben, nachge-
tragen.

2, 9 f. vgl. Oal. 6,9; auch Frothingham in Stephen bar Ludaili hat
die Stelle nicht verstanden, weil er das Zitat nicht erkannt hat. 3, 7 f.

— Ephes. 5, 12; 3, 13 - Rom. 13, 12 f.; 4, 8 — Isa. 52, 11 ; 6, 6 ist
die notwendige Korrektur Froth.s zum überlieferten Nrto übersehen.
10, 11 ff. - Phil. 3, 13 ; 12, 23 — Isa. 9, 6 ; 13, 13 — Ps. 72, 16 ; 12,8:
„die Jungfrau hat geboren — was meinst du dazu ? auf natürlichem Wege

— das kannst du nicht sagen ; es theologisch und verstandesmäßig aus-
zulegen darfst du nicht wagen". Zum Verständnis des rrsCpiDDH ver-
hilft nicht das clare dilucide des Thes., auch nicht die Wiedergabe des
Verf. in easily accounted for. p'^3 ISpSWD, parallel mit Wn, ^pS* u. ä.
hat bei Jakob den ganz bestimmten Inhalt, das Geheimnis der oixovo|tiu
theologisch erklären und damit entleeren. Es ist nicht so, wie der Verf.
zu 32, 27 sagt, daß nur dies 6WTJ, das in seinem Resultat beim nesto-
rianischen Dogma anlangt, für Jakob verboten sei. Jede theol. und
Philosoph. Spekulation, besonders über diesen Punkt, ist verboten, in
Liebe und Glauben soll dies uqoiitov angebetet werden, das durch die
Spekulation nur üCno erleidet 16, 18 f.; 15, 17 f.; 13, 3 f.; zu unsrer
Stelle besonders 81, 6 f. Die;e Haltung kommt überall bei Jakob zum
Ausdruck, vgl. Homilien tom. II 162. 166. 168. 173 - 175. 183 f.

12, 17 ist die Bemerkung über RbpWQ wohl nicht ernst gemeint;
der Verf. verwechselt nämlich bptD mit bpn zur Bedeutung vgl. 76,27.

— 15, 25 - I. Tim. 2, 5; Ephes. 2,14; 15, 28—16, 6 hat der Verf. nicht
verstanden. In Gen. 2, 27 sieht Jakob eine Weissagung auf die Geburt
des Xoyoq durch Maria: das in ■pSTHTI ist das Stichwort, dessen Rolle
in der Spekulation ja bekannt ist, vgl. tu öüo Sv, das Agraphon bei
Resch (S. 253). Moses hat 16, 2 f. das nur verhüllt angedeutet ("IS ist
term. tech.); man darf an dieser Stelle beileibe nicht mit dem Verf. an
exod. 34, 33 denken, diese Stelle kommt erst für die folgende Zeile in
Betracht. Paulus hat uns Ephes. 5,32 — diese Stelle ist ebenfalls 16, 1
vom Verf. übersehn — dies Mysterium klar gemacht. — Die Bemerkung
zu 18,9 (Immanuel) ist m. E. nicht richtig. 1»S> Nim NnbtJ heißt
durchaus nicht God who is with us, sondern itsbq iyivsxo r)u,orv
mit scharfer Betonung des geschichtlichen Eintretens; ysf Nn5N heißt
wiedernm Gott ist (zeitlos) mit uns — aber nicht God is for us.
Vgl. 13,9; 31,4 Kin heißt immer t'yevETO. 32,10; 56,6. 13 f. Homi-
lien tom. II 176. 181. 185. 188. — 18,24 — Ps. 110,3 nach Pes.
20,4 vgl. 12,21 — cant. 4, 12. Der Eingang des 4. Briefes 21, 19—22
bringt die in dieser Lit. sehr beliebte Parallele zur oixovo|uu toö Xöyov
aus dem Gebiete der Erscheinungen des menschlichen profanen Wortes.
Dieses tritt in der (pa>vr\ aus seiner Verborgenheit in die Welt der
ai.a{b]Tu als dbcovatöv; eine weitere Vergröberung zu greifbarem aoju.a
erfährt der menschliche Xöyoc, in der sichtbaren und greifbaren Schrift.
Diese drei Stufen laufen den Erscheinungen des ftsöq Xoyog parallel.
cpcovT) — Nbp ist nach Plato jT,VEÜu.a öiü gtoucitoc. dato öiavoiuc,
i~\y\i£vov xal 7tXr\yi\ vtio ubqoc, 81 ojtcov 8ia8i8ouivti (Diels doxog.
407f.) das vehiculum der cp(OVT| (6yy]\ict bei den Neuplat.) ist &i\Q, auch
jtveüu,a genannt. Auf solchen physikal. Ansichten muß das Verständnis
der vom Verf. nicht richtig erfaßten Worte 22, 2 f. beruhen, vgl. Homilien
tom. II 162; 170 ff.; 177; 254,9 und besonders III 52 ult. 32 Mitte.
NnbB als theol. Begriff ist übrigens gewöhnlich masc. — zu der Be-
merkung 22, 27 f.; 23,5; 55, 26. Zu 38, 15 f. vgl. das oben zu 15, 28 ff.
angeführte Herrenwort. In der neuen Welt, die mit dem Ostertag an-
bricht, gebärt Eva nicht mehr.

42, 2 heißt 'n 'b bap so wenig get something in exchange for..
wie 64,6. 45,11 ist die Bemerkung zu "jBNn — imperf. unknown
to Thes Syr of — so wenig ernst zu nehmen wie die zu 12, 17.

46, 9 f. — Ps. 68, 18 (Pes). S. 47-48 unterläßt der Verf. ganz die
sonst ziemlich durchgeführte Bezeichnung der Bibelstellen. 51, 17 kann
NrWMn nie ohne weiteres = BPSSH sein; es bezeichnet hier —
ähnlich z.B. 84,17 — so viel wie im vorliegenden Falle. 52,26
Nriba NribN wohl God the Word, aber durchaus nicht verbum Dei,
sondern Hebe, Xöyoq vgl. Nrra-ra '53 76, 20. 53, 19 f. ist der Nnnr pT3>
natürlich aus Daniel 7 ; die Bezeichnung auf den „Sohn" gedeutet ist
uns auch sonst — z. B. Hippol. el. VI 32, 7 bekannt. 53, 22 ist kein
Zitat von Ps. 72, 16 sondern von Ps.110,3 (Pes). 57, 6 — Gal. 6,14. 58,20
faßt der Verf. '-Q pD» "QS? znsammen und erklärt alter the question

to an answer = answer a. q., was sprachlich und inhaltlich unbefriedigend
ist; vgl. zum Text weiter unten. — Die Sachlage zu den Briefen 14 u. 15
(S. 58 ff.) scheint folgende zu sein. Während eines Besuches des Perio-
deuten Jakob haben ihn die Mönche von mar Bassus um seine Glau-
bensmeinung in den Wirren der Zeit gefragt; der Abt des Klosters
scheint, wie aus der Haltung des Briefes, vgl. besonders 58, 8 f., her-
vorgeht, nicht anwesend gewesen zu sein, als sich seine Mönche an die
Autorität Jakobs wanden. Jakob hat seine Antwort im Brief 14 hinter-
lassen, den er der Ordnung gemäß an den Vorsteher adressierte. Dieser
schickt aus irgend welchen Motiveu — vielleicht auch in seiner persön-
lichen Eitelkeit getroffen —, betont im Namen der Mönche schreibend,

; den Brief mit einein Begleitschreiben — Brief N. 15 — voll beleidigen-
[ der und verdächtigender Ausdrücke an Jakob zurück und verlangt eine
| klare deutliche Äußerung seines Glaubens, da die in jenem Briefe ge-
i gebene ungenügend sei; falls er dazu außer Stande sei, stehe ihm der
fragliche beiliegende Brief zur Verfügung — in diesem Falle bitte er,
I der Abt, jedoch um eine Empfangsbestätigung. Er wirft außerdem
Jakob Doppelgängigkeit vor, da er, bei seinem Aufenthalt dort, sich vor
den Ohren der Mönche anders, entschiedener, geäußert habe. In der
! Antwort, Brief 16 unserer Sammlung entfaltet Jakob eine solche geistige
j Überlegenheit, eine solche Fülle von Humor — wenn auch in mönchi-
1 schein Gewand — über den theologisch ungebildeten Eiferer und klein-
j liehen rechthaberischen Gegner, daß, wer ihn nur aus den Homilien
kennt, erstaunt hört, wie diese Flöte des hlg. Geistes auch solche Töne
I blasen kann. Die Bemerkung des Verf. 63, 3—5 ist bei dieser Sach-
! läge nicht zutreffend. 63, 25 will der Verf. das überlieferte yVSSO lesen
I V^bm. Es ist zweifellos yböB zu lesen, NrOT! ttbfi kommt alle
| Augenblicke vor, so gleich 68,3. 64, 13 f. klingt an Paulus I. Cor. 4,6;
i Gal. 6,3 an. 68, 9 ff. die Kritik an dem Urteil Jakobs über die „jüdi-
sche Gewohnheit" ist nicht zutreffend; denn fcÖTI einer Rede ist nicht
the strength of the expression, sondern wie griech. 81'ivautc, lediglich
der Gehalt der Aussage, zu dem die Wiederholung gewiß nichts Neues
hinzufügt, vgl. auch tÖTt Zeile 23 derselben Seite. 69, 26 Auf der
Synode von Chalcedon wurden bekanntlich die dogmatischen Entschei-
dungen mit den Bestimmungen über die Rangordnung und die Ehren
der großen Bischofssitze verbunden. Diese NJTipID, durch die gewisse,
absichtlich hier unbenannte, Bischofsstühle vor andern ehrenhalber aus-
gezeichnet wurden, meint Jakob. Die Andeutung bekommt durch 83, 18 ff.
geschichtlichen Inhalt. Die Bemerkung des Verf. zu unsrer Stelle ist
schwer verständlich. 80, 4 f. — I. Tim. 2, 5; Ephes. 2, 16. 85,3 ist
Petrus genannt nicht als foremost disciple, sondern weil er nach der
kirchl. Tradition die Kirche von Antiochia gegründet hat! Die Be-
merkungen des Verf. zu 95,22 und 108, 4 f. sind ein Schulbeispiel da-
für, wie wenig der Inhalt eines Textes mit einer normalen Kenntnis der
Sprache allein ausgeschöpft wird — anch wenn die an diesen Stellen
gegebenen Erklärungen zu 'dtuEJ als „aecording to natuie" und zu
rpt«rwrn 'tijd} als „naturally and rationally" richtig wären. Jakob
gebraucht diese Ausdrücke im Hinblick auf die ketzerische Lehre, nach
der der Logos bei der Menschwerdung wohl einen menschlichen Leib,
aber nicht die zu ihm gehörige menschliche Seele sich zugelegt habe,
oder, wenn schon die menschliche Seele, so doch nicht ihr fjYOtijlSVOV,
den menschlichen Xöyoc angenommen habe; Jakob weist das cioiuu
aijiuyov wie die t{>v/i\ ÄXoY<>( zurück. Sein Zeitgenosse Philoxenus be-
handelt dieselbe Frage in denselben Ausdrücken im tractatus de trin. et
incarnatione (corpus scr. ehr. Orient, ser. 2 tom. 27) S. 38,21 ff.;
54, 15 ff., s. auch dessen discourses ed Budge II S. 106 der Ein-
leitung u. öfter. Wichtig sind auch in der schon Eingangs dieser
Besprechung zitierten Ausgabe der documenta ad origiues mono-
physit. S. 26, 13 ff.; 38, 12; 43,30—44, 1. Um einen Gegner zu nennen
sei auf Babai magni liber de unione (in demselben corpus ser. 2 tom. 61)
S. 73, 15 ff. und S. 113,5 verwiesen. Die an unseren Stellen von Jakob
gebrauchten Ausdrücke sind geprägte und offenbar wohlbekannte termini
der Zeitgeschichte und bekommen, wie übrigens sehr viele andere leicht
I hin übersetzte, erst aus ihr ihren.Gehalt. 105,2 ergibt die vom Verf. be-
fürwortete Zusammenfassung von tTSiara i"DN zu einem Begriff keinen
Sinn und ist grammatisch kaum möglich. Der st. absol. nbN gehört
als Prädikat zum vorhergehenden tort), wie z. B. in nbltf TfirPK Hoinil.
tom. II 168,4. III 7 Zeile 5 v. u. II 161. Die Regel ist beim prädik.
Adjektiv bekannter und durchgreifender. 108, 28 liegt der Fall ebenso,
wo freilich der Verf. selbst vor der Annahme, die er 105,2 befürwortet,
zurückweicht. 120, 1 verstehe ich die grammat. Erklärung ebenso wenig
wie den Gedanken, den sie ergibt. Wie in vielen Fällen der Art ist
das Objekt zu TPN aus dem vorhergehenden N"OH zu entnehmen.
129,6 f. Subjekt zu NBTim ist entweder der folgende Satz

'a nVi oder die Stadt Urhai —; keinesfalls dürfen diese Worte als
Apposition zu Gott gezogen werden. 153,23 kann nur heißen: „sei
also (auf Grund des vorher Gesagten) überzeugt, daß sich Paulus (in
I. Cor. 16, 22) gegen den Verächter der Gebote des Herren wendet. .."
169, 10 wird unbegreiflicherweise trano als Objekt zu fcobxura ge-
faßt. Der Zusammenhang ist klar: ich sehe mich durch deine Anfrage
plötzlich in die Würde eines theolog. Lehrers versetzt, während ich bis
jetzt noch nicht einmal zur Stufe eines klugen Fragers, wie du bist, ge-
langt bin. Wie überlegt und klug die Fragen von Maron gestellt sind
betont Jakob mehrfach 169,13; 170,15. 172, lOf. heißt nichts andres
als „wegen des furchterregenden und gewaltigen Rufes (Namens) des
Schöpfers", den die jüdische Sabbatfeier verkündet, schlössen sich Prose-
lyten aus allen Völkern dem Volk Gottes an. 182, 15 — Hosea 13, 11 ;
daraus folgt, daß im Vorhergehenden statt [toxi] höchst wahrschein-
lich toba zu lesen ist, vgl. auch 192, 6f. 184,8 ist die Erklärung,
die der Verf. zu NnblST gibt, grammatisch unmöglich, man muß
N^nbNT lesen. Die Bezeichnnng der Frommen als N^nbi* ist gang
und gäbe, vgl. 185, 16.

213,3 Die Bemerkung zu mn here construed without 1 und die
Berufung auf Nöldeke (Gr. § 368) ist — wie in manchen andern Fällen
- unberechtigt. Der Christus spricht: „ich nahm es auf mich, in die
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