Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

55.1930

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Theologische Literaturzeitung 1930 Nr. 13.

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die Zähringer, welche im benachbarten Jebenhausen Besitz hatten, ge- werden, SO ist doch die systematische Arbeit A S Über
kommen. Jedenfalls gehört es mit den Nachbarorten schon 1275 zum Dekanatamt Und Landkapitel als Organisation der Geist-

Dekanat Owen-Kirchheim

Die nächsten Paragraphen behandeln die Bildung,
Größe und Bezeichnung, sowie die Unterbezirke (Regi-
unkeln) der Sprengel und die Kirchen nullius capituli.
Der Verf. glaubt beobachten zu können, daß die kirch-
liche Einteilung erst nach Abspaltung der Kleingaue er-
folgt sei, aber dann den politischen Neubildungen gegen-

^u-TrT blÄ5b- ^anatus wird für den älteren die Coulton, O.G. Litt, D. Camb.: Life in the Middle Ages.
bischofliche Dienststelle und das Gebiet kennzeichnen- Selectedi translated and annotated. Vol. Iv. Monk Friarsgand
den Namen erklärt, capitulum ist der etwas jüngere j Nuns. Cambridge: University Press 1930. (xv 395 s. m 12 Abb)
Name der Korporation und der Versammlung der Kle- i 8°. 10 sh. 6 d

liehen seit Beginn des 12. Jahrh.s eine treffliche An-
regung und Anleitung zu tiefer grabenden Einzelfor-
schungen lokal- und provinzialgeschichtlicher Art; diese
wird vermutlich manche Ergänzung und Berichtigung
bringen.

Horb. G. Bossert.

riker. Die nähere Bezeichnung richtet sich willkürlich
nach dem Sitz des Dekans, dem Versammlungsort des
Kapitels oder ist geographischer Natur.

Die Erklärung des Ortsnamens Deckenpfronn als Dekanspfrönde ist
doch nichts anderes als eine Künstelei eines geistlichen Schreibers; statt
sie zu wiederholen wäre es besser gewesen, darauf hinzuweisen, daß
Deckenpfronn 1268 und 1275 (W. U. B. 6, 372, F. D. A. I, 53) Sitz des
Dekans ist, das Dekanat aber 1275 Talvingen heißt. Daß Herrenberg
zu Anfang des 14. Jahrhunderts Deckenpfronn in den Hintergrund
drängte, hat seinen Grund in der Begünstigung Herrenbergs durch die

Ober Art und Einrichtung des ganzen Werks habe
ich ThLZ. 1929 Sp. 354 f berichtet. Dieser vierte um-
fangreichste Band betrifft das Mönchswesen. Er bringt
auf 362 Seiten 121 Nummern. Ich gebe wieder eine
Liste wichtigerer Autoren, die ausgezogen sind.

Hieronymus (darunter Nr. 3 S. 5—22 die wichtigsten Stücke
des Briefs an Eustochium MPL 22, 394ff.); Augustin (aus De opere
monachorum); Chronicen Novaliciense, ed. Pertz Hannover 1890; Wil-
helm v. Auvergne nach Bibliotheca Cluniacensis 1614 S. 2 ff.; Ekkehard
von St. Gallen, Historia vicissitudinum (nach ed. Holdast, Frankfurt

Pfalzgrafen von Tübingen. Der 1317 erstmals genannte Herrenberger j 1730); Annales Benedict, ed. Mabillon V (1740) ; Anselm v. Canter-

Vicepleban Luipo erscheint 1334 als Kammerer, 1336 und 1346 als j burVi Meditatio V (nach Opera ed. Gerberon 1721). Acta Sanctorum

Dekan (Schmid, Pfalzgrafen von Tübingen S. 469, Württ. Urk. und j (2q. iv., 1675 vol. III); Petrus Venerabiiis, De miraculis (MPL 189);

Akten 1301 — 1500, 1, 2 S. 356). j Chronicle of Abbey of Morigny (F. Duchesne, Historiae Francorum

Die Regiunkelbildung setzt 1373 ein. Unter den j scriptores IV 1641); Guibert de Nogent (MPL 156); Ralph Higden

der Gewalt der Dekane nicht unterworfenen Kirchen j (t 1364), Poiychronicon, übersetzt von John Trevisa (t 1387) (über

Bernhard); Alanus v. Auxeron (MPL 185) (über Bernhard); Berengar
(MPL 178) (über die Synode v. Sens); Hugo v. St. Victor (MPL 176)
(Regeln für Novizen); Acta Sanctorum 6. IV., vol. I 626; Chronik v.
Colmar (Mon. Germ. Hist. XVII 232ff.); Roger v. Helmershausen (ed.
A. Ilg, Wien 1874); Matthäus v. Paris, Chronica maiora; Lanereast
Chronicle (ed. Stevenson 1839); Jac. de Vitry, Exempla (Ms. 17509
Bibliotheque nationale); Caesarius v. Heisterbach, Dialogus miraculorum
(ed. Strange, Cöln 1851); Etienne de Bourbon, Anecdotes Historiques
(Paris 1877); Bonaventura, Quaest. sup. regulam (Opera Mainz 1609
VII); Thomas Cantimpratanus, Bonum universale de proprietatibus apum
(ed. Colvenarius Douai 1597); Johann Busch, Liber de reformatione
Monasteriorum (ed. Grube Halle 1887), Joh. Trithemius, De statu et

figuriert neben der Bischofsstadt und vielen inkorpo-
rierten Pfarreien u. a. auch Ludwigsburg (S. 99), das
erst 1733 gegründet wurde. Der Satz in A. 4: „Die
Stadt nahm um 1530 den evangelischen Glauben an"
ist darnach ein Versehen; das Herzogtum Württemberg
wurde zudem 1534 reformiert.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem Recht
des Landkapitels als korporativer Ausgestaltung des
Dekanats. 53 Statuten der Landkapitel kann der Verf.
namhaft machen für die Zeit von 1324 bis 1522 und

bringt dankenswerter Weise in den 32 Beilagen 19 sol- j rujna; joh. Gailer, Navicula penitentiae'(Augsburg" 1511); m Moros)

che Statuten zum Abdruck, darunter allein von Herren-
berg drei von 1366, 1404, 1498. Eigentümlich ist der
Verzicht eines Kapitels auf die bischöfliche Geneh-
migung seiner Statuten wegen der Sportein im J. 1470.
Die Ursachen zum Zusammenschluß der Kleriker sieht
A. vor allem in der Gebetsverbrüderung und im deut-
schen Vereinsgeist. Die Statuten verdanken ihre Ent-
stehung der Zusammenfassung der Kapitelsbeschlüsse.
Das Recht, den ursprünglich vom Bischof bestimmten

Dialogue.

Die ausgewählten Stücke suchen ein möglichst viel-
seitiges und anschauliches Bild von dem Leben und
Treiben der Mönche zu geben. Ich gebe zur Probe die
Überschriften von zwölf aufeinander folgenden Num-
mern (Nr. 32—43):

The Monks Vocation. The Nuns Dowry. An Ageing World. The
Besetting Demons. Christmas Day. The Fate of Sacrilege. A Faithful
Steward. The Shadow of the Rod. Monastic Quarreis. A Nunnery

Dekan zu wählen, führt A. bis ins 13. Jahrh. zurück. Miracle. The Bandit Cloistered. _ An Abbot's Autobiography

Er behandelt Rechte und Aufgaben des Dekans und
Kammerers, der Deputati, des einmal genannten Mar-
schalls und des meist dem Laienstand angehörigen Pe-
dellen. Dann folgt die Besprechung der Mitgliedschaft,
der Versammlung, der Bruderschaft und der Einkom-
mens- und Vermögensverhältnisse der Kapitelsangehöri-
gen. Der letzte der 18 Paragraphen kommt noch kurz
auf die gliedmäßige Stellung der Landkapitel zu spre-
chen zum Archidiaikon und Bischof, vor allem bei Ab-
gaben und Steuerfragen. Im Verhältnis zur weltlichen
Obrigkeit zeigt A. die Begünstigung der Kapitel durch
die Städte und ihre Aufwartung gegenüber den Landes-
herren besonders bei festlichen Gelegenheiten. Es hätte
auch hingewiesen werden können auf das Vorgehen der
österreichischen Regierung, welche 1520 die Dekane
„herzauste" wegen der Anhänglichkeit ihrer Kapitels-
angehörigen an Herzog Ulrich (Heyd, Herzog Ulrich
2, 62).

Grüningen S. 381 ist Markgröningen. S. 403 ist Wannweil 61 zu
ergänzen. Zu S. 120 A. 1 ist zu bemerken, daß das neben Kürnbach
genannte Sulz nicht identisch ist mit Sulz a. Neckar (vgl. W. Vjh. 13,
1904, 344), sondern in der Nähe von Kürnbach gesucht werden muß.
Z. B. befindet sich bei Wolfach ein Sulz, von dem aber nicht bekannt
ist, ob es je eine Kirche hatte.

Konnte das Dunkel über die Entstehung der Land-
dekanate und der Pfarreien auch nicht völlig gelichtet

Die beiden Stücke, die Coulton selbst für die schön-
sten des ganzen Bandes hält, sind a) Nr. 105 (S. 284 bis
298), die Verbrennung des Frater Michael (von den
Fratricelli) in Florenz, April 1389, geschildert von
einem Augenzeugen und Anhänger (Ms. Magliab.
XXXI 65 Nat. Bibl. Florenz), und ß) Nr. 115 (S. 324
bis 345), eine höchst drastische Geschichte zwischen
Abt Dame und Ritter, aus dem Werk Le Petit Jean de
Saintre des Antoine de la Sale (f 1461).

Die Anordnung der Nummern ist im Großen und
Ganzen chronologisch.
Göttingen. E. Hirsch.

Acta Brandenburgica. Brandenburgische Regierungsakten seit der
Begründung des Geheimen Rates. Bd. III: 1607 April — 1608
Juli. Hrsg. v.Melle Klinkenborg. Berlin: Gsellius'sche Buchh.
in Komm. 1930. (V, 668 S.) gr. 8°. = Veröffentlichungen d. Hist.
Kommission für die Provinz Brandenburg u. d. Reichshauptstadt
Berlin. III. RM 27—.

Der dritte Band der verdienstvollen Acta Branden-
burgica umfaßt die Zeit vom April 1607 bis zum Tode
des Kurfürsten Joachim Friedrich im Juli 1608. Er
enthält die Nummern 1554—2326, sowie mehrere Be-
richte, die im Anhang mitgeteilt werden. Es ist sehr
schwer, ja fast unmöglich in Kürze ein Bild von der
unendlichen Fülle der Akten und Berichte zu geben, von
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