Schürer, Emil [Begr.]; Harnack, Adolf von [Begr.]

Theologische Literaturzeitung: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft

14.1889

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Theologifche Literaturzeitung. 1889. Nr. 4.

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III § 3. 4 regelmäfsig: Ifrael — Jezreel. III § 8 KTi'jn
(vgl. XX p. 412) flammt aus Dan. 5, das fchwierige Wort
fcheint dem hebräifchen ©ibl» (2 Reg. 7) zu entfprechen.

IV § 1. 5 überfetzt Bert: Hellte den Mond — ftatt: liefs
den Mond Hill ftehen. IV § 5: Jonas wurde (aus dem
Bauche des Fifches) errettet ohne Seil — ftatt: unver-
fehrt (bin Nbl). IV § 7: unter feiner Beute — ftatt:
unter feiner Heerde. Ebendafelbft: o Heuchler — ftatt:
oder dein Angefleht annimmt. IV § 8: richte in deiner
Seele, was ich dir fage — ftatt: richte dich felblt, das
ift es, was ich dir fage. V § 3: feinen Segen — ftatt:
feine Erftgeburt. V § 7: dem Hiskia wurde fein Kalten
genommen — ftatt: fein Alles (fiblD). V § 16: Denn
feitdem der Weinberg beftand, zeigte er diefe Früchte.
Sein Herr rifs ihn aus — ftatt: Denn feitdem der Wein-
berg diefe Früchte zeigte, rifs ihn fein Herr aus. V § 17:
von feiner Sünde — ftatt: in dem Augenblick (ünSüDna).
Ebenda: denn wenn er nun über fie das gefagt hätte —
ftätt: wenn nun (Daniel) das fagt. VI § I: wenn nie-
mand uns kennt, find derer, die uns kennen, viele —
ftatt: find derer, die das, was von uns kommt,
kennen, viele. Ebenda: bis er Licht bekommt — ftatt:
fo lange er Licht hat. Ferner: Der forge im Sommer
für feine Seele — ftatt: Der mache fich im Sommer be-
reit. VI § 6: und das Reich der Gläubigen — ftatt: zur
Speife der Gläubigen. VI § 7 ift ib» (ällai) für ittbj»
zu lefen und der ganze Satz ibjrb sonn ~rS~ ybft 'p5ri1
nnintJÜ als Gloffe zu betrachten. VI § IO: er wohnt
bei den Gläubigen hin und her — ftatt: portionsweife.
VI § Ii: fie ift eine, wie auch die Kraft Gottes nicht
eine vielfache ift — ftatt: um wie viel gröfser ift nicht
die Kraft Gottes. VI § 15: und der Feigenbaum treibt,
und die Schnitter gehen aus — ftatt: und feine Blätter
kommen hervor. VII § 2: im Schlafe wachend — ftatt:
die Schläfrigkeit durch Wachen. VII § 3: im Erbarmen

— ftatt: fcheltend (~Dn). VII § 6: Chriftus hat mich
nicht gefehen — ftatt: ich habe Chriftus nie gefehen
Dm part. pass.). VII § 7 freut fich, dafs er alt an Tagen
wird —ftatt: freut fich bei dem Alten an Tagen (Dan. 7).
IX § 3: fie leiden Noth, damit das Nöthige bei ihnen fei

— ftatt: fie bedürfen deffen, dafs Noth bei ihnen fei.

IX 8. 4: bei den Verachteten — ftatt: bei den Kindern
des Fleifches. IX § 10: wer diefen Baum diefer
feiner Früchte liebt — ftatt: den Baum, deffen Früchte
fo find. X § 5: Milch — ftatt: Fett. X § 6: es fehlt
darin kein Schatz — ftatt: der Schatz wird nicht geringer.

X § 7: ein Zeugnifs nach dem andern — ftatt: in der
Reihe des Alphabets. XI § 2: er geht nicht wieder zur
Arbeit — ftatt: es nützt nicht, ihn noch zu bearbeiten.
Ebenda: fie haben fich gewendet zu dem unreinen Volke
der Amoriter — ftatt: zu den unreinen Werken. XI § 3:
und die Erinnerungen gedenken ihrer dennoch nicht —
ftatt: und hinterliefsen doch kein gutes Andenken. XI
§ 5—9: und fie hielten die Befchneidung, die mit der
Hand gefchah — ftatt: gewohnheitsmäfsig (X-P2>a). XI
§6. 8: Schnurrbart — ftatt: Seitenlocke. XI§ 7: den Samen
Abraham's, der fich befchnitt —ftatt: als eine Heerde
für fich. Ebenda: damit fie nicht in Lügenwefen verfielen —
ftatt: damit fie nicht hinter Vorwänden fich verfteckten.

XI § Ii: in welcher er die Bündnifse geben wollte — ftatt:
an welchen der Bundgeber Gefallen hatte. XII § 4: in der
gewohnten Nacht — ftatt: in der Schimmurimnacht.

XII § 8: das Feft von Anfang bis zu Ende — ftatt: das
Feft in regelmäfsigem Turnus. XIII § 2. 4: Der Sabbath
gereicht nicht denen, die das Leben haben, zum Tode

— ftatt: fcheidet nicht zwifchen Leben und Tod (ama'rpa
STib). XIV § 4: Umwandlung — ftatt: Nachfaat. XIV
§ 10: die Liebe findet Gnade — ftatt: läfst fich fchmähen.
XIV § Ii: und dich verleugnen durch ihre Werke —
ftatt: dir nicht danken für deine Werke. XIV § 15: zur
Beftätigung der Priefterweihe — ftatt: um Silbers willen.
XIV § 19: in die Häufer des Gehöres — ftatt: die Sinne
des Gehörs {bäbdtliä gewöhnlich = die Pupillen des

Auges). XX p. 380 ffyr. Text): wenn fie auferftehen —
ftatt: wenn er Barmherzigkeit übt. Ebenda: fo dafs er
nicht ganz bedürftig erfcheint — ftatt: er hätte es machen
können, dafs überhaupt kein Bedürftiger da wäre. XX
p. 387: ihre Zunge war trocken für das Lob — ftatt:
vom Lobpreifen (Gottes). XXII p. 430: die Könige, die
in Städten wohnen — ftatt: die Städtegründer. XXIII
p. 448: Zweige — ftatt: Reben; denn den Lebensbaum
denkt fich Aphraates durchaus als Weinftock, gerade wie
die Rabbinen auch. XXIII p. 452: Mirjam pries ihren
Untergang — ftatt: den Hohen, der fie ertränkt hatte.
XXIII p. 456: die Priefter ftürzen fich felbft in ihre Miffe-
that — ftatt: tragen Verlangen nach der Verfchuldung
des Volkes. XXIII p. 471: dem Volke injerufalem wurde
Vergebung gefchenkt — ftatt: es blieb in Jerufalem.
XXIII p. 487: er (Gott), der gröfser ift als fein Sohn.
Was mufs er uns wohl geben — ftatt: mehr als feinen
Sohn, was konnte er uns wohl geben! XXIII p. 490: du
haft Gericht über David gehalten durch Abfalom — ftatt:
du haft ihm Recht verfchafft gegen Abfalom.

Das ift nur eine kleine Auswahl. Grammatifche Fehler,
die den Sinn nicht entftellen, find überhaupt nicht be-
rückfichtigt worden. Sie finden fich in gröfser Menge.
Der Ueberfetzer ift fehr nachläffig in der Unterfcheidung
der Tempora, des attributiven und des prädicativen Ad-
jectivs oder Particips, des näheren und des entfernteren
Demonftrativs u. f. w. Viel zu wenig Sorgfalt hat er
ferner auf die ATlichen Citate verwandt; nicht feiten
verlieht er weder den fyrifchen noch den hebräifchen
Text. Die Eigennamen fehreibt er theils nach Luther,
theils ganz wunderlich: Agig (Agag), Sirach (Zerach),
Juphane, Kinetura, Ahur (Ehud), Objad — war es wirk-
lich nöthig, in diefen Fällen fpäte Corruptionen der Pefchito
getreulich wiederzugeben? Wenn er aber über Kleinig-

S keiten ftrauchelt, fo macht er feine Sache bei fchwierigen
Stellen oft ganz gut. Aphraates ift gar nicht überall fo

J überaus leicht und einfach, namentlich weil feine Syntaxe
immer geneigt ift, in Parataxe überzugehen und dadurch
fortwährend Anakoluthe entliehen. Bert hat den logi-

1 fchen Zufammenhang vielfach gut erfafst; ein Verdienft,

j das um fo höher anzufchlagen ift, als die fyrifche Inter-
punktion in fchwierigen Fällen eher hindert als hilft.

Druckfehler find p. 23 Namen ftatt Samen, p. 54
Gebet ftatt Gebot, p. 73 und für ward, p. 86 den
Händen ftatt denHeeren, p. 99 fp reche ftatt fprich,
p. IOI wegen ihm ftatt wegen feiner, p. 160 hütet
ftatt heilt u. a.

Schade ift es, dafs nicht am Rande die Seitenzahlen
der fyrifchen Ausgabe vermerkt find. Da die von Anto-
nellus herrührende Paragrapheneintheilung nur bis Horn.
XIX geht, fo ift es von da an höchft unbequem, die
Ueberfetzung mit dem Originaltexte zu vergleichen.

Marburg. Wellhaufen.

Monnier, Marc, Litteraturgeschichte der Renaissance von

Dante bis Luther. Deutfche autorif. Ausg. Nördlingen,
Beck, 1888. (VII, 422 S. gr. 8.) M. 7. —

Marc-Monnier, der Verfaffer der ihrer Zeit Auffehen er-
regenden Flugfchrift — l'Italie cst-clle la terre des tnorts\
(Paris 1860) — derliebenswürdigeDichter, Erzähler undGe-
fehichtsfehreiber, hattekurz vor feinem, 1885 erfolgten, Tode
den Plan gefafst, ,eine vergleichende Gefchichte der
neueren Litteratur feit Dante zu fchreiben, die vor allem
eine Entwicklungsgefchichte des modernen Geiftes fein
follte bis auf Viktor Hugo und worin es dem Verfaffer
darauf ankam, die verfchiedenen Litteraturen nebenein-
ander vorzuführen, bei jedem Schritt ihre gegenfeitigen
Einwirkungen zu erweifen und fo allenthalben die Be-
wegung des Gedankens und die der künftlerifchen Ge-
ftaltung zugleich zu verfolgen'.

Zur Ausführung diefes Vorhabens fehlte es dem
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