Luthardt, Christoph Ernst [Begr.]

Theologisches Literaturblatt

35.1914

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Theologisches Literatmblatt.

Unter Mitwirkung

zahlreicher Vertreter der theologischen Wissenschaft und Praxis

herausgegeben von

Dr. theol. Ludwig Ihmels

Professor der Theologie in Leipzig.

Nr. 7. Leipzig, 27. März 1914. XXXV. Jahrgang.

Erscheint vierzehntägig Freitags. — Abonnementspreis jährlich 10 Jt. — InsertionsgebOhr pr. gesp. Petitzeile 30,». — Expedition: KOnigstrasse 13.

Der Wulfila der Bibliotheca Augusta zu Wolfen-
buttel.

Otto, Dr. Walter, Herodcs.

Hammer, Ileinr., Traktat vom Samaritanermcssias.

Edmundson, Georg M. A., The Cburcb in Rome
in the first Century.

Haller, Joh., Der Sturz Heinrichs des Löwen.

Petrich, D. Hermann, Paul Gerhardt.

Herbart, Johann Friedrich, Lehrbuch zur Ein-
leitung in die Philosophie.

Dillmann, C., Das Christentum, das Ziel der
Weltentwickolung.

Petras, Lic. Otto, Der Begriff des Bösen in Kants
Kritizismus.

Bauer, Karl, Das Gewissen in Vergangenheit
und Gegenwart.

Sapper, Prof. Karl, Neuprotestantismus.

Eucken, Rudolf, Zur Sammlung der Geister.
Sobczak, Robert, Licht und Schatten.
Ihmels, D. Ludwig, Siehe, ich mache alles neu!
von Holst, Prof. H., „Glückliche Leute".
Wörrlein, Johann, Vierzig Jahre in Indien.
Ficker, Johannes, Kreuzbüchlein von Graf Sig-
mund von Hohenlohe 1525.
Neueste theologische Literatur.
Zeitschriften.

Um ungesäumte Erneuerung des Abonnements ersucht die Verlagshandlung.

Der Wulfila der Bibliotheca Augusta zu Wolfenbüttel
(Codex Carolinuß). Herausgegeben und eingeleitet von
Dr. phil. Hans Henning (Privatdozent an der Herzogl.
Teehn. Hochschule zu Brannschweig). Hamburg (ohne
Jahr*), C. Erich Behrens. In Mappe 5 Mk. (Luxusausgabe
[15 Stück] 15 Mk.**)
Es handelt sich um die berühmten vier Foiioblätter der
Wolfenbüttler Bibliothek, die, ein codex reseriptus, unter dem
übergeschriebenen Text aus Originum seu etymologiarnm libri XX
des Isidoras Hispalensis Bruchstücke ans Ulfilas Bibelübersetzung
bieten, daneben rechts eine altlateinische Uebersetznng, nach
dem Herzog Karl L von Brannschweig (f 1780), unter dessen
Regierung sie zum erstenmal herausgegeben wurden von Fr.
A. Knittel („ülphilae versionem Gothicam nonnullor. capitum
ep. Pli. ad Romanos ... e litnra codicis cuiusdam manuscripti...
ernit ... Fr. A. Kn. 1762), Codex Carolinus genannt. Er-
halten sind Rom. 11, 33 (von jah witubnßs gudis! an) bis
12, 2a (ak inmaidjaith***) auf Fol. lr (Tafel 1), von 12, 2b bis
12, 5 (ainhwarjizuh anthar) auf Fol. lv (Tafel II), von 12,17
(von in andwairlhja gudis = coram deo an) bis 13, la
(. . ufarwisandam ufhausjai) Fol. 2r (Tafel III); von 13, lb
bis 13, 6 init. (dulhthe ufhausjailh) Fol. 2v (Tfl. IV); von
14, 9a (Jah qimaim jah dauthaim fraujinoth) bis 14, 14a
(nibi ihumma munandin), Fol. 3r (Tfl. V); von 14, 9 b bis
14, 20a (rvaurstm gudis), Fol. 3v (Tfl. VI); von 15, 3b (thize
idweitjandane ihuk gadrusun ana mik) bis 15, 8 a (rvaurihana
bimaitis), Fol. 4r (Tfl. VII); eudlieh 15, 8b bis 15, 13a (allaizos
fahedais), Fol. 4v (Tfl. VIII). Die Faksimile-Lichtdrucke auf
8 Blfittern (Tafeln) sind vorzüglich gelungen. Hier und da
freilich wird das Original die Buchstaben doch wohl etwas
schärfer hervortreten lassen, z. B. auf Tafel VI unten. Ein
9. Blatt bringt den Ulfila-Text in lateinischer Transskription

* Die Vorrede int datiert vom 15. November 1913.
** Mir liegt nur die Mappenausgabe vor.

*** Das bekannte gotische Zeichen, welches wir hier durch Ih wieder-
geben, fehlt in der Druckerei dieses Blattes.

nach tippström-Wieda (Stamm-Heyne), nnd eine Einleitung,
über das Nötigste orientierend, nmfasst ca. 2'/? Seiten — alles
in Gross-Folio. Der gotische Text ist meist gnt zu lesen, doch
nicht immer; besser durchweg die altlateinische Uebersetznng
in der Kolnmne daneben. Auf Tafel III und IV ist offenbar
oben am Rand ein Streifen weggeschnitten. Das durch Kon-
jektur oder Nachbesserung Ergänzte hätte in der Transskription
durch Druck hervorgehoben werden sollen, z. B. das bimaitis
(„der Besohneidnng", Tfl. VII, letztes Wort); auch Textkorrek-
turen, so Tfl. II, Zeile 2, Röm. 12, 2: der Kodex liest framathjis,
wohl Schreibfehler für frathjis (izwaris = eures Sinnes);
Tfl. III, Röm. 12, 19 scheint der Kodex leitaidau zu bieten
(nach Stamm-Heyne, 6. Aufl.), der Abdruck gibt letaidau (= sei
überlassen!). Uns Theologen interessiert selbstverständlich auch
der lateinische Text, und ich bedaure, dass er nicht in bequem
zu lesender Schrift mit abgedruckt ist. Tischendorf hat ihn
in seinen Anecdora saera et profana 1855, S. 155—158 ver-
öffentlicht Ob er seitdem wieder gedruckt ist? Ich glaube
nicht. 12, 2 b liest man hier: quae sit volnntas Dei, qnod
bonum et placens et perfeetum (vg.: Dei bona et placens et
perfecta), ganz vernünftig! 14, 9: et vivorum et mortnorum
(ebenso go, statt umgekehrt et mort. et viv.); 15, 4 praescripta
(vg.: scripta). Dem Herausgeber sei für sein Geschick, dem
Verleger für sein Risiko und den billigen Preis Dank gesagt

D. G. Wohlenberg.

Otto, Dr. Walter (ord. Prof. der alten Geschichte an d. Univ.
Greifswald), Herodes. Beiträge znr Geschichte des letzten
jüdischen Königshauses. Stuttgart 1913, J. B. Metzler (XIV,
251 S. gr. 8). 6 Mk.
Ans Panly-Wissowas „Realenzyklopädie der klassischen Alter-
tumswissenschaften" hat Otto die Artikel über die Herodeer
(Herodes von Askalon; Herodes I.; Herodes Archelaos; Herodes
Antipas; Herodes, Sohn Mariamnes IL; Herodes, König von
Chalkis; Herodes, Sohn des Phasael; Herodes, Sohn des Aristobul
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