Luthardt, Christoph Ernst [Begr.]

Theologisches Literaturblatt

35.1914

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bildet worden, die, unter Mitwirkung von in- und ausländischen Ge-
lehrten, „Quellen der Rellgionsgeschiehte" zu sammeln und in deutscher
Sprache herauszugeben die Aufgabe hat. Die Mitglieder dieser Kom-
mission sind die Göttinger Professoren Friedr. C. Andreas, Wilh. Bousset,
Herrn. Oldenberg, Rud. Otto, Rieh. Pietschmann, Edw. Schröder, Kurt
Sethe, Arth. Titius, Jac. Wackernagel und Paul Wendland. Ihr Vor-
sitzender ist Oldenberg. Der geschäftsführende Ausschuss besteht aus
Andreas, Rud. Otto und Titius, von denen die beiden letzteren zu-
gleich die geschäftsführenden Sekretäre der Kommission sind. Den
Verlag der „Quellen der Religionsgeschichte" haben gemeinsam die
beiden Firmen Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen und J. C.
Hinrichssche Buchhandlung in Leipzig übernommen. Ein früheres
Unternehmen ähnlicher Art, die „Religions-Urkunden der Völker",
das von Lic. Julius Boehmer begonnen worden war und bisher von
der Dieterichschen Verlagsbuchhandlung in Leipzig verlegt wurde, ist
mit den „Quellen der Religionsgeschichte" vereinigt worden, so dass
das dort bereits Erschienene nunmehr die drei ersten Bände des neuen
Unternehmens bildet, denen inzwischen bereits weitere gefolgt sind.
Der Zweck dieses neuen, von der Religionsgeschichtlichen Kommission
geleiteten Unternehmens lässt sich kurz dahin angeben, der religions-
geschichtlichen Forschung ein möglichst umfassendes und zuverlässiges
Quellenmaterial zur Verfügung zu stellen und damit zunächst für die
deutsche Wissenschaft, der heutigen Erweiterung des Horizonts ent-
sprechend, zu leisten, was einst die Sacred BookB of the East für die
Forschung bedeuteten. Die Bibel sowie alle sonstigen Quellen zur Ge-
schichte des Christentums können ausscheiden, da für sie durch ander-
weitige Unternehmungen bereits genügend gesorgt ist. Auch sonst soll
das auf den einzelnen Gebieten bereits Geleistete tunlichst berück-
sichtigt werden. Aber in dieser Begrenzung wird Wert darauf gelegt,
möglichst für alle Religionen der Erde, vergangene wie noch lebendige
(nicht nur Buchreligionen, sondern auch zu schriftlicher Fixierung
nicht gelangte) die wichtigst™ Quellen in geordneten Gruppen (aber
ohne iSerienzwang) in deutscher Sprache herauszugeben. Wo es
wünschenswert ist, sollen die Originaltexte in einer vom Hauptunter-
nehmen getrennten zwanglosen Reihe als Texte zu den Quellen der
Religionsgeschichte in kritischen Ausgaben beigegeben werden. Doch
soll die streng philologische, geschichtliche und literargeschn Etliche
Forschung, die allein die sichere Grundlage zu liefern imstande ist,
hier nicht Selbstzweck Bein, sondern der Religionswissenschaft die
Wege ebnen und sich in ihren Dienst stellen. Apologetische, partei-
liche, philosophische, ästhetische, subjektive Beweggründe und Mass-
stäbe, die bei der Darbietung religionsgeschichtlicher Urkunden oft
störend mitwirken, sollen gänzlich ausgeschaltet werden. Die „Quellen
der Religionsgeschichte" werden unter die folgenden Gruppen verteilt
erscheinen: 1. Religionen des indogermanischen Sprachgebiets in Europa;
2. Aegyptisehe und altsemitische Religionen (mit Einschiuss der man-
däischen); 3. Judentum; 4. Islam; 5. Religionen der Ural - altaischen
und der arktischen Völker; 6. Iranische, armenische, kleinasiatische,
kaukasische Religionen; 7. Indische Religionen ausser 8. Buddhatum ;
9. Ostasiatische Religionen; 10. Afrikanische Religionen; 11. Ameri-
kanische Religionen; 12. Primitive Religionen Südasiensund Ozeaniens.
Bis jetzt sind erschienen: „Die Religion der Batak." Ein Paraoigma
für animistische Religionen des Indischen Archipels. Von Lic. Joh.
Warneck, Missionsmspektor in Barmen. Mit 4 Abbildungen. 1909.
(Gruppe 12.) 5 Mk. — „Amida Buddha unsere Zuflucht." Urkunden
zum Verständnis des japanischen Sukhävati-Buddhismus. Von D. Hans
Haas. Mit 12 Abbildungen. 1910. Gruppe 8.) 6 Mk. — „Die Re-
ligion der Eweer in Süd-Togo." Von D. J. Spieth, Missionar der
Norddeutschen Missionsgesellschaft. 1911. (Gruppe 10.) 10 Mk. —
„Dighanikhya." Das Buch der langen Texte des buddhistischen Kanons
in Auswahl übersetzt von Dr. Otto Franke, Professor an der Uni-
versität Königsberg. 1913. (Gruppe 8.) 14 Mk. — „Rgveda." In
Auswahl übersetzt von Prof. Dr. A. Hillebrandt. (Gruppe 7.) 5 Mk. —
Demnächst erscheinen: „Kojiki und Nihongi." Uebersetzt von Prof.
Dr. K. Florenz, Tokio. (Gruppe 9.) — „Prajna Päramitä." Die
Vollkommenheit der Erkenntnis. Nach indischen, tibetischen und
chinesischen Quellen von Prof. Dr. Max Walleser, Heidelberg.
(Gruppe 8.) — Wer sich für das Unternehmen näher interessiert,
kann das ausführliche Programm kostenfrei von Prof. D. Titius in
Göttingen beziehen.

Allgemeine Evang.-Luth. Kirchenzeitung.

Inhalts

Nr. 5. Die drei Hilfsaltäre. — Dass das Apostolikum noch fest
steht. XV. — Die „Theologie des äliesten Glaubens" und der Bund
der Bekenntnisfreunde in Bayern. — Religiöse Bewegungen zugunsten
der katholischen Kirche in Frankreich. II. — „Meine Heimkehr zum
alten Evangelium." — Kirchliche Nachrichten. Wochenschau. —
Kleine Mitteilungen. — Personalia. — Feste und Versammlungen.

Nr. 6. Weinbergsarbeit. — Ein neues Werk über die Entstehung
des Christusglaubens. — Zum hundertjährigen Geburtstag D. Karl
Grauls. — Eine kirchenpolitische Betrachtung aus Anlass des Falles
Fuchs. — Was lehren die bisherigen Kirchenaustrittsversammlungen?
— Vatikanisches in Italien und Frankreich. — Kirchliche Nachrichten.
Wochenschau. — Kleine Mitteilungen. — Personalia. — Feste und
Versammlungen.

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Unter Verantwortlichkeit 1

JEW-- ^

Anseigen

j-

| der Verlagsbuchhandlung







D. Karl Graul

(zum hundertjährigen Geburtstage)

geb. 6. Februar 1814.

Oie Unterrfteldungslebren der oerfc&ledenen d)rfft-
lieben Beftenntnifle im Cicbte der ^eiligen Scl>rift.

Scebjt Siurlegung ber 33ebeutfnmteit imb be§ 3ufaiiimen-
Ranges retner■ebniigcKldjer £ef)re unb einem 9(6rif; ber f)nupt-
fcicf)licf)flen nngejiniben religiöfen 9tiditungen in ber ebnngelt-
fcfjen (£l)riftenf)eit. ©reijerjnte 9luf(oge, f)ernu§gcgc6en öon
D. «Retnfjolb Seeberg, orb. $rof. ber Geologie in iüerliu.

SBrofd). 9ft. 1.60, gebimben 9JJ. 2.—.

Die cbriitlicbe fiircbe an der Sebmelle des irenäiicben

Zeitalters. 2118 (ikunblcige ju einer tirtt)en= unb bogmen*
gejcfjicfjtlicrjen £cirfte(lung bc§ Gebens? unb SBirtenS beä'fjeilL
gen SrennuS. 9K. 2.40.

Bibliotheca Tamulica sive opera praeeipua Tamuliensium

edita, translata, adnotationibus glossariisque instrueta.
Tomus i: Drei Tamulische Schriften zur Erläuterung des Vedanta-Systems odor
der rechtgläubigen Philosophie der Hindus, Uobcrsctzung u. Erklärung. M. 5.60.
Tomus II: Vergriffen!

Tomus III: Der Kural des Tiruvalluver. Deutsche Uebersetzung und Erklärung.

,. , M. 5.—.

Dor Kural ist der Edelstein der gesamten tamulischon poetischen Liloratur, ein
gnomisches Gedicht über die Strehcziele des Menschen voll der tiefsten Godanken.

ftammerlcftläge in Dreizeilern. 8°. (32 @.) 50 $f.
Die cbriftlicben mHnonspläije auf der ganzen erde.

Ueberfid)t ber 9(rbeitStrnfte unb Erfolge, foioie ©arftetlung
ber eigentümlid)en ileri)nltniffe in ben betreffenben Drten. 8°.
(52 ©.) 60 )Bf.

Die eoangelifdMutberifcbe miffion zu Dresden an
die eoangelifcbiiutberifcbc ftirebe aller Cande.

sDffenc Erflarung unb bringeube äliolptung. iBoriuriit» ober
rüdtoiirtö? 8°. (32 S.) 40 <pf.

Reife nad) Oftindien über Palästina und Cgypten
oon Juli 1849 bis flprll 1853.

I. Seit: "Patäfttna. («ergriffen!)

n. Seil: ffignpten unb ber Sinai. Mit einer Slnficfjt ber 3ttfcf «fjilä imb iwet
Monbtoitcn. (XVI, 264 ©.) yu, ggo

üiud) unter beut Xtiei:
9!el(e burd) Ggnoten unb nad) bem Sinai,
in. Seil: Sic aBefttüfte DftinMens. Mit einer Slnfidjt ber rxnfet «611» uub
ittel Sunbtartrn. (XVII, 352 S.) *

Sind) unter bem Ittel:
Keife in Dltinbfen. i. Seth sBoiubalj, bat) Xulmüonb, Malajatum, ble Stil«
agtri:-. 'gw.. s._.

IV. Seil: 35er Silben Dftinbfens unb Genion. 1. vlbteiluna. Mit einer Kit
fidjt bc9 Siba^Sembel« tn Sanjore. (XVI, 346 S.)

Slud) unicr bem Xitel:
Keife in Dftinbien uon IDeäember 1849 bis Dftober 1852. 2. Seil. 2. Sibtettg.
Mit einer rlnfidjt uon Hanoi) auf licvjloit unb eiltet Harte. (XIV, 362 ©.) M. 6.—.

üliid) unter bem Xitel:
Keife in Dftinbien oon Setember 1849 bis Oftober 1852.

V. Seil: 35er ©üben Ditinbtens unb Genton. 2. Abteilung. Mit einer Knficiit
bon ßonbt) auf Gehlem unb einer Harte (tn ©taljlfttd)). (XIV, 862 ©.) M. 5.60.

Kudj unter bem Xitel:
Keife tn Ditlnbien oon 35eäember 1849 bis Dftober 1852. 3. Seil. Ser
©üben Cfttnblenä imb Gehion. 2. Abteilung.

Dissertatio de Schulzii et Schottii sententia, scrip-
sisse Paulum Apostolum suas ad Colossenses, Ephesios et
Philemonem epistolas non in Romana, sed in Caesareensi
captivitate: adjectis duobus additamentis de genuina scrip-
tura Ephes. LI. et de teavree vocabulo substantivis a
Paulo nunc praeposito nunc postposito. Eine gekrönte
Preisschrift. 8". (VIII, 40 S.) 60 Pf.

DantC'S f>ölle, überfejjt unb fpfrorijct), ciftfjerifrf) unb bor-
nefputid) tfjeologtfd)" erläutert bon Jf. ®rnul. Wl. 4.—.

Unftreittg bie nnsgcjrlcfjnetfte neberfe(umg jonrobl. n[S bie erftc lira&rbaft getftltdp
t6coion!fd)c «Uflegnng bes) on tiefen töeotonijcijeti Sbeeu |o uberreidjeu (Höhten SBerhä
bc« größten djriftlldjen Hatterts. _

Durch alle Buchhandlungen zu beziehen.

Dörffling & Franke, Verlag, Leipzig.

Veraniwortl. Redakteur: Dr. theol. ibmels, Verlag von Dörffliug & Franke, - Drink von Ackennami A Glaser, sämtlich in Leipzig.
Hierzu eine literarische Beilage aus dem Verlage von Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen.
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