Luthardt, Christoph Ernst [Bibliogr. antecedent]

Theologisches Literaturblatt

10.1889

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Mr. 48» fettig, Den 29. Mopembet 1889«

II)£iiliigifd)£0 ftatutblatt

JnrErfiDnagBbuIji- pr. grjp. PcfiltiHle 30 ts> f. | 5 ' **

(SxpEbiftDn:

fcoltnufen, i!., ^tehigtcn übet Me «Epifteln be« I Bäwt, Rtlg, TOteptjoro«.

Jfit(Benial)tcä. tHulonD. WmuHj, (Sin SBeilcbenfhaufi.

(«rrberbtna. ©. f>., Set peitäraci). Steuerte tbooloflilcbe üiteratut.

katzer, Dr. £., Die Bedeutung der „Gemein- Lelnz, Dr A., Der Eherorachrift de« Coneile r. Unibfrfitätbfdjriftfn — 8e'r'*'r,"tn;

schaft". Trient Ausdehnung u. heutige Geltung. | Berifqiebene«. — ülntiquari((Be Satologe.

Sieiie i8cobod)tungen üBrt fiebriijdje Sptnetjeiaen»
tbümlidifeiteu. SSon gr. Settafä). V. unb VI.
Rndln, \v . Bibelns Enhet.

Ilcnr fJfObOtlltunaen ftbtr Ijtbrätfdlt Sprodictafllttlümltttlkeitcn. fe»*« gebraucht wirb, 5. «■ «ilga befommt Hrte-n VInttjeif hn Worten

(«aba famnto 110»). Sin Ueberfeßer, welcher ba« ©lücf tjat, fem
SBerf immer auf« neue reBibiren ju fönnen, muß auf feiner $ut fein,
baff er nießt eine gelungenere Ueberfeßung mit einer minberwertßigen
Bertaufeße. Selbft einem Sutßer ift ba« paffirt; er fjatte tru V« ber
großen 9j"teffia«weiffagung Qef. 9, 5 früfjer finngemäßer Berftanben unb
roiebergegeben. ___________

«on _r. Delißfcß.
V.

Die SBirfung be« «ibelwort« ift bureß Sacßricßtigfeit ber Ueber«
feßung bebingt, aber nicht in gleicßer SBeife bureß Spracßricßtigfeit; ein
«elrg botiir ift bie fünfte «itte be« «aterunfer«, welcße, Dbrool fttjliftifch
unb jpracßgcfrßirßtlicß falfcß überfeßt, borß nießt anber« al« fie gemeint
ift öerftanben loerbert fann. 91ber ber Ueberfeßer wirb babureß nießt
Bon feiner «fließt eittbunbin, in Sßiebergabe be« neuteftamentlicßen ©otteS»
Wort« bic größtmögliche ßiftorifeße «reue unb fpraeßließe ©raftßeit ju
erftreben.

Rndin, W. (Dr. u. Prof. der TUcot. in .suis), Bibeln» Enhet (Die Ein-
heit der Bibel). Upsatzer i teologiska och kyrkliga ämnen (Auf-
sätze über theologische und kirchliche Gegenstände). Tredje,
fjerde och femte häftena. Upsala 1888, W. Schultz (154 S. 8).

6« ift für ben Sinn be« 'lluöfprucß«: „Hiebet bem Saifer wa« be« 1 Kr. 50 öre.

ffaifer« ift" gleichgültig, ob ber .vtaifrr»9eame mit bem Slrtifel Berfeßen j »et ©laubc an bie «ibet al« ein ßeilige«, gottgeWirfte« ©ante ift

roirb, ober nießt; aber er ßat im ©rieeßifeßen be« W. D. feinen Slrtifel I bei Dßeologen unb Wicßttßeologen in itnferen lagen fo Bielfacß erfeßüttert

unb ßat bcögleicßen im Dalmub unb Wcibrafcß nie ben Slrtifel. Die ! unb boeß ba« «ebürfniß naeß einem außerhalb ber eigenen ©pefttlatiou

Slrtifulirung muß alfo al« gefeßießtmibrig unterbleiben, Wicßt allein liegenben objeftioen §alte nidvtebeftoweniger rege. Obige ©cßrift tttitl nun,

fpradniiiridjttg, jonbern aueß faeßließ beirrenb ift ei bagegen, wenn in bem nießt ben Berlorenen ©Iauben bureß allgemeine Erörterungen über feine

Sluöfprucß 18oß. 5, 20: „®iefer (ber in ©ßriftu« SJcenfcß geroorbene) j Wotßwenbigfeit bem Befer tnieber einflößen, fonbern ißm einige £)ülfen

ift ber tnaßrßaftige ©Ott unb ba« einige Beben", bie Schlußworte über« bieten, mittete beren er lernen fann, in ber roießtigen jjrage firß eine

feßt werben bureß dsish -<'m. Denn thifn in foleßen genitioifeßen «er» j fefte Stellung felbft 0u erfämpfeu. Der «erf. fagt mit Wecßt Born ©Iauben

binbungen bebeutet bie Sßelt unb nießt bie ©migfeit, 3. «. 1 Jfor. 2, 12: i an bie Scßrift, baß er ebenfo wie ber ©laube an ©Ott nießt bureß

nsi»n rrvi ber ©eift ber Sßelt. Der Sprachgebrauch ift ßierin gebieterifcß | «eweife zu ©taube fommt, fonbern nur bureß eine SBaßl auf bem

fonfrquent: ewiger? Beben ßeißt nsi» ""n unb Beben ber Sßelt ßeißt < ©ebiete be« fittlicßen Sßefen« hei fUienfeßen, ber fieß entfeßeibet, ob er bie

oVisn w, man müßte benn «an ju dsish hinzufügen, wa« Beben ber [ ©eßorfamötßat be« ©Iauben« leiften wid ober nicht. Wubin WiA nun biefen

{tttftnfttgtn SSBelt utib infoferit mittelbar ewige« Beben bebeutet. Slnber« ; Vlft Borbereiten, inbem er Bcrfurßt, mit «efeitigung einer Weiße Bon

»erßält ei firß mit bem «Iura! d-bVis, benn d'bVi» ti bebeutet äonen» | Webenfen zugleich ben ©inbruef zu erweefen, baß bie SBibel wirflicß eine

lange« Beben; biefe «enennung ift ba Borjuzießen, wo ber «egriff fo ; einzigartige ©röße ift, Welrße eine ©ntfrßeibung für ober miber gerabezu

beterminirt ift wie 1 _ oß. 5, 20 unb alfo ftatt nVi» *«n beterminirte«
d-"3iiyn «n fieß empßeßlt. Qn einem anberen Salle fönnte bie lieber»
feßung fpraeßunrirßtig erfeßeinen, mäßrenb fie borß abfießtlicß ben ftereo«
tßpen Spradjgcbraucß nerläßt. lleberall Wo d»»b im naeßbiblifeßen
Zpebräifd) 9came ©otte« ift fteßt e« artifedo«, unb ba« tpimmelreiaß

erzwingt.

Der ©ebanfe, baß bie innere ©inßeit ber föibel ba« SKunberbare an
ißr fei, ift feßon oft aitegefprorßcn worben. §ier finbet er eine ungt»
wößnlicß bebeutfame unb, wenn aueß auf fleincm Staunte, umfaffenbe
Durchführung. Der erfte Dßeil ^eigt, wie bie heiligen Scßriftfteller

ßeißt bemgemäß bureßweg unb au«naßm«lo« d-öb nisß«. 916er Wie j einanber gegenfeitig Borau«feßen. Da« 91. D. beruft fieß überall auf ba«

©remer in feinem Sörterbucß für neuteftamentließe ©räcität S. 190 f. 9llte, unb zeigt, wenn c« baffelbe relatiB ßerabfefet, baß aueß bie« im

bin aueß icß ber fünfießt, baß favltia »ov oöpavaVv bei 9Jlattßau« fieß ©inflang mit jenem gefeßeße, Weil e« felbft über fieß ßinau«weift. 9lber

nießt mit bem fßnagogalen d"sro nisßa beeft. ©ott, wenn „ber .»immer' aneß 5_oßanne« unb bie Sßnoptifer einerfeit«, bie Slpofalßpfe anbererfeit«

genannt, ßeißt 6 oöpcayoc, aber nießt ti oöpavot. Der «egriff be« Weirße« ; bilben feine fieß au«fcßließenben ©egenfüße. Unb wa« ba« Ä. Z. anlangt,

ber Zpimmet fällt nießt mit bem «egriffe be« ©orte«»Weiche« zufammen. fo „rußt bie ganze ifraelitifcße ©efeßteßte, «ropßetie, Spruch« unb «falm«

Weicß ber .frimmel ßeißt ba« ©otte«reid) al« ein Weich ßimmlifeßen bteßtung auf bem «unbe, ben ©ott naeß ber ©rzäßlung be« erften

Urfprung«, ßimmlifeßer 8lrt unb ßimmlifeßen jUele«. 9J3ir feßreiben I SWofebucße« mit vlbraßam, Qfaaf unb _afob gefeßloffen. Sie feßen

be«ßalb mit bem Wrtifet d»»»» n-sVa wie auch Salfinfon, welrßem wir
aueß gern bezeugen, baß feine Sßiebergabe be« «egriff« aitßwtoc C«wj
burdnocg tabello« ift.

9J?o)V« ©efeß unb ba« Sßefentlicße ber im . entateueß erzählten ©efeßießte
Borau« unb erfennen biefelbe a(8 göttliche Offenbarung. Die ©ntfteßung
biefe« ©efeße« unb biefer ©efeßießte naeß ißrem wcfentlicßen 3nßalt
ein ganze« ober ßalbe« ^aßrtaufenb naeß SDcofe wäre be«ßalb ebenfo
VI. tßöricßt, wie Wenn jemanb behaupten wollte, baß bie älteftc fcßmebifdje

„Du bift mein Soßn, ßeute ßabe id) bieß gezeuget." ®e= | «ibelüberfeßung, Welcße boeß ber ganzen religiöfen Biterntur feit bem
Zeuget ober geboren? Die Ueberfeßer tßeilen fieß in beibe Sluöbrücfe, j 15. gaßrßunbert zu ©runbe liegt, erft im 17. ober 18. Qaßrßunbert ent»
welcße beibe relatiB berechtigt finb; benn e« ift eine fcßöpferifcße SKacßt» ftanben fei. Unb boeß Berfucßt man in unferen Dagen ba« meifte Bon
betßätigung gemeint, welcße über ba« irbifeße beugen unb ©ebären un« ' mofaifeßem ©efeß unb ©efeßießte in eine fjiftion au« fpäterer fjeit zu
enblicß erßaben ift. ©ben beößalb ßielt icß e« eine zei'tang für ratßfam j Berwanbeln, unb »erfährt babei mit bem ©efeße 9Wofe'8 ebenfo wie mit
in ber Sßiebergabe hei coneeptus de Spiritu Sancto ftatt snpn mni nah ber ©efeßießte Ijefu, obwol e« oßne biefe ©efeßießte feine ©ßriftenßeit gäbe."
lieber snpn niaa zu fagen, in ber Wceinung, baß bie« ben ©ebanfen an ! _n ben weiteren brei Dßeilen be« «ueße«, welcße ben eigentlichen
ben gefcßledjtlicßcn Hergang ferner rücfe. _eß ließ aber biefe Ueberfeßung | Qnßalt ber §. Seßrift beleuchten foKett, wirb z" Wefem Stttecl ßeroor»
fofort faden, al« icß an ©en. 19, 30 (Bot unb feine Döcßter) erinnert gezogen erft ber ©otteöbegriff, bann ber «egriff be« Weicße« bez. 6e5
warb, eine Stede, an welcße bureß bie SBaßl be« Sluöbrud« zu erinnern j göttlichen Sßeltplane«, enblicß ber «egriff be« ©Iauben« al« ber gött«
gefltffentlicfi zu bermeiben ift. 9lud) Buf. 1 «. 5 war icß in ©cfaßr zu : ließen ©runbforbernug an ben TOenfcßen. Wur bie Wefultate ber «e*
nerfcßlccßtern ftatt zu Berbeffern, inbem icß ftatt n-a» »aatiaa (Ig icpn- 1 ßanblung biefer «egriffe fönnen ßier furz angebeutet werben, ©cßon
unpiaq 'Aß(a) n»3n a«»aa zu feßreiben Berfucßt war. »er cSacßBerßalt in ben erften «lättern ber «ibel erfeßeint ©ott al« ber über ber SBelt
ift nämlicß biefer. Die priefterlicßen Sßacßtpoften (©pßemerien) ßeißen ' fteßenbe unb bor ißr eriftirenbe Sldmäcßtige, beffen befonbere Sorgfalt
pluralifd) immer ai-aoa, ber einzelne Sßacßtpoften ßeißt ibb» (feiten ; unter aden ©efcßöpfen bem SWenfcßen, nießt blo« bem ^fraeliten, ge-
ireats» Sneca g. ©.); fobalD aber ber Sßacßtpoften bureß §inzufügung mibrnet ift, bem er fieß al« freunblicß erzießenber, uuparteiifcß zücßtigen«
be« Obmann« benannt wirb, fteßt ftatt -aB» immer nanaa, unb biefer ber, fein «efte« im Slugc ßabenber «ater erzeigt. Slde weitere alt» unb
Spracßgebraucß ift fo ßerrfcßenb, baß ber Warne be« Obmann« fogar i neuteftamentließe göttliche «ezeugung ift nur fjortfeßung unb «ertiefung
oßne ben Warnen ber ©pßemerte furzweg Weiblicß al« «ezeießnung ber» biefer an ben ©ingang geftedten 9Jtanifeftation. ©benfo fteßt e« Bon
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