Luthardt, Christoph Ernst [Begr.]

Theologisches Literaturblatt

10.1889

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fei, zeigt noch ©urß'd Veifpiel. Unb «ie man in SRom Bon ben Qefuiten , Selbftmorb, Dom feinen Diebftaßl, oon ben böfen ©elüften unb oon bem

benft, zeigt Seo'S XIII. anerfennenber ©rlaß, in welchem et ißnen unb glud, ßanbeln, ben bie Rinber ißrer SSäter wegen tragen müffen. Die

ibrem Söirfen bie größten Siobfprücße fpenbet. Sffienn aber aud, einzelne ! Krone oon allem ift aber bie Vcßanbluttg bed fäjwierigften Stüde«, bed

beffere Ratßotifen roie ». SB. ein Wößler befannten unb flagten, baß ber fecßdtcn ©ebotd: emft unb innig, gefuno unb raaßr, offen unb cbrltcb,

©eift ber 3efuitenmoral „Bielfad, Bergiftenb bie! ind innerfte Warf bed ; pacfenb unb einbringlid)! Unb fo tri tn Summa bad ganze SBerf. ©Ott

fittlicbcn Siebend toirfte", fo «erben mir «ol and) Bor folcber Vergiftung | fcßenfe ibm Biete Sefer unb bem Verf. Kraft, audj bie übrigen .yattpt«

bed fittlitben Siebend unb Vcroußtfeind unfered bcutfcben Volfed roarnen | ftüde bed Ratecßtdmud in gleichartiger unb gleicbroertbiger Sludlegung

bitrfen, oßne und bem Vonourf ber „Ratßolifenßeße" audjufeßeu. 02. J.

©remer, ©onf.«SR. D. $erm. (sprof. ber XeBoi. in rnteifsroaibe), lieber ben
©ittftuß be« (ßriftlicßcii 'Prinjipd ber Siebe auf bie SRcajtdbilbung
unb ©cfcßgcbting. SRebe jur afabemifdjen geier ber? ©eburtdtaged
©r. Waj. Raffet SBtlßelmd II. gehalten. SBerlin 1838», SBieganbt &
©rieben (32 S. 8).

lad Dßema ift fet)r paffcnb fo«ol für einen Dßeologen ald für bie
aufgaben ber ©egentnart nnb im Slnfajluß an bie SBroflamation bed
gegenwärtigen beutfdjen Raiferd jur geier ber erften ©eburtötagöfeier
befleißen geroäßft. iRadjbcm nacbgetniefen ift, baß bad cbtiftlicbe Vrinjip
ber Siebe ein neued fei, toirb beffen praftifdje SBebeutung unb ©imoirfung
gefdjicßtlid, aufgezeigt. Die Slufbebung ber Vecßtlofigfeit ganzer Klaffen
bed Volfed ift bie erfte ©inwirfuiig jene« djriftlirßen Vrinjipd ber ®e»
ineinfcbaft unb ber Sittlidjfeit auf bie SKecßtdbilbuitg. Silber roie im
©ebiet bed Vcrfoiienredjtd, fo ift ed aud) auf bem ©ebiet bed CigentljümS«
redjtd bie Cuellc cined neuen SRedjtdbewußtfeind geroorben, weldjed ttjeil-
roeifc jdjon jn neuen SRcdjtdbilbungen gefüßrt bat unb oiclteicßt uod) ju
bebeuteubeu neuen SReajtdbilbuugen füßren roirb. Stießt ald ob ed bad
©igentßum felbft aufböbe, aber ed ntaajt unmöglich, ein rüdfidjtdlofeö
©igentßumdrecßt unb ©r«erbdiecßt aufrecßt gu erßalten. Dad tjeifgt ed
forrigirt ben ©igentßumdbcgriff bed römifcßen SRedjtd burd, ©ebanfen bed
beutfcßen. Diefe Siludfübrung roirb man beim SRebner mit gntereffe

bem beutfcßen ©ßriftenBolfe barzubieten.

©cß«erin i. W. _ fM. JJiftorius.

treffe, g., Viblifcßc Ucbungcn. Daufenbfünfßunbert gragen unb 9lnt-
roorten, junt ©ebraud) für SBibeUefer, indbcfonbere für günglingd»
oereine, Sonntagdfcbutlebrer jc. ©al« 1889, Vcreiiidbiicßß. (151 ©.8).
1 Wf.

Daß „bie befte biblifcße liebung bad SBibellefen felbft ift", Berfennt ber
Verf. nicht, baß aber bad Vibetlejen burd) bie Bon ißm zufammengefteHten
gragen unb antworten, wenn aud) mandje berfelben, roie bie nad) ben
leßten SBorten ber biblifdjen Vüdjer unb nad) ber |!aßl ber Wänner» unb
grauennameu in ber ©cßrift und überflüffig ju fein fd)eincu, bodj nod)
intereffauter unb fruchtbarer gemacht «erben fann, erfennen «ir gern
an. Wan Bergleirße für bad erftere z- V. grage unb Slnrmort 991 (bad
SBort „Sjoffnung" fommt in ben Bier ©Bangelien gar nid)t Ber) unb
1023 („fpimmelreid)" nur bei Wattßäud), für bad letztere gr. 1075:
„SJJad ift atled „feft" ober fofl feft fein bej«. «erben?" u. gr. lo83ff.: „SBad
ßabeu bie ©ßriften nad) bem SHömerbrief? nad) ben Korintherbriefen?
nach ben übrigen Vriefen Vauli?" Stießt auf „bad Ajelbentßutn ber bibli«
fchen ©ilbenftecherei", fonbern lebiglid) barauf, „zum Siefen ber Vibel,
unb j«ar ber fämmtlid)en biblifcheu SBücßer anzuregen" (S. 3), tfat ber
Verf. ed abgefeßen. Dad Vor«ort gibt junt ©ebraueß ber gragen unb
9Int«orten Slnleitung, empfießlt aud) febem, ber fie brauchen miU, je
nad) Steigung unb Slbficßt ißrer fid) zu bebienen. ©o läßt fidj in Der

lefeu. Der ©ebanfe ift befanntlich In neuerer 'fett roteberßolt audgc= ; s^at mit bem SBüd)lein feßr Biel anfangen, ©d leßrt aufd SBort merfen,

fprocßeu unö geforbert «orben. Vefonberd aud) oon romtfdj.fatßoltfcßer \ reflt jum @ud)en ,tnb Tforfcßen in ber ©cßrift an, meßrt bie Renntniß

©eite. Sie oerfeßrt unb oerberbltcß ber SBeg bed fanontfcßeit Vecßtd fei, unb flärt bie ©ttenntnifj bed ©ottedroorted. ©rgibt fid) auf maneße

«eift ber Verf. nad). Slber ob überhaupt jene gorberung nreßt blod : graflen Me %ntmrt uii)t> fo ift bod) bic SBeantroortung Bieler, mol ber

fittlicß geltenb äu machen fei, burd) bte ftttltcße Vefdmpfuug bed mbt- i meiften Wwei/ oft fogar fdbft bem jjibettunbioen nießt oßne «eitered

BibueUen Sgotdmud, fonbern aueß recht ließ ju Berfolgen tu etner neuen ; mög(id) %am foU e6en burd) jBergjeidmng ber gefteDten gragen mit ben

focialen ©efeßgebung, «elcße bte ungemeffene Vermeßrung bed Vermögend ! gege6enen «ntnoiten ber fReicßtßum ber ©cßrift erfeßloffen unb bad Ver»

unb ben unfittltcßen SShßbraud, befleißen Berßtnbert - barüber ßaben ( rtänbnifj berje(6en fjjrbert ^ eg fid) bobei mt um Ieere

«tr berettd meßrfad, mtt rßrtftl.d, geftnuten gurtften gefproeßen «elcße | ©pieieret, fonbern um «irfließe ©infüßrung in bie ©cßrift unb bie ßeih

bteOTögltcßfe.t oernetnt ßaben; unb boeß liegt gerabe auf bte|em SQieg bad : jame Hef)re beg mtteS rj)otteg ^anbelt, roirb man bei einfirßtigem ©e-

Stroblcm Der > ttfunft. ©d tft banfend«ertß baß Der Verf. ed tn feiner ; braud) beg mm^ balb ertennen. ^ niü nW mit (jbibHfcI,en fRätß.

Siebe aufgefteüt ßat. SSvr «unfeßten «ol, baß ed Bon Triften ernftlicß ?cln„ unteti)Q,ten, ,onbern äu biblifeßen Uebungen anleiten. Darum fei

erwogen «erbe. Cf. fi. fd eg aDen empfofiIen> tBelcbe bie 93ibeI üebßaben. Sroß ber §ülfdmittel,

_, r> .„, . _ . ... ,. «elcße ißm bie Rontorbanjen boten, ßat Der Verf. Biel SJtüße unb ©orq»

V^; (mt0l ^»*0Cf,Cc^.^^•ItCP^*)4 , * ^^^V- falt »« ^ ««b* «enben müffen, hoffentlich aber aud, Bieter Danf

©tue Sludlegung bed fletnen SJutßer')cßen Ratccßtdmud ,ur bad liebe I (icb bamit ISh fi

beutfeße Sßriftenoolf. Wbbrud aud bem SStonatdboten aud bem '

©tepßandftift. 3. u. 4. §eft. §annoBer 1888, Vucßbruderei bed '< Doiegel, Dr. th. (®eß. »ireßenrat u. Dir. De« üitebigetfemtttat« au Stiebber«),

©tepßandftiftd (S. 253—501 gr. 8). 2. 25. Der unterfd)ieb jroifcßen älteren unb jüngeren Vrebigertt ald "Herger

SBer bie erften ipefte befißt, wirb ed gern ßören, baß bie gortfeßung j „nb ald ©egen. ©in RonferenzBortrag. SBerlin 1889, SReutßer. 50 Vf.

fo «eit gebießen ift, baß man nun bad ganze erfte .Spauptftüd im ßn« j igcßon ald Slnfang üluguft 1888 Diegel in einer größeren Konferenz

fammenßang lefeu fann. Sludj jeßt ßält ed Stef. für feine Vflicßt unb ; jtt ©ießen feine ©rmägungen barlegte, würbe (unb «ir «aren beß fjeuge)

angezeigt, reeßt oiele .fjaudoater, V"°'9« u"° 2cl)r« ouf biefe treffließe j fein Vortrag mit großem unb berechtigtem SBeifaÜ aufgenommen. Der

Ratccßidmuöerflärung aufmerffam z" madjen, um ißr ben 58eg in neue ] Verf. «ußte fo gereeßt unb babei «oßl«ollenb nadj allen ©eiten bie per«

Käufer zu baßneii. Denn man fann nießt genug tßun, bad ©ute zu j fönlicßcn unb faeßließen Vcrßältniffe unb SBezießungen zu fcßilbern, baß feine

Derbreiten. Unb gride'd Sß>erf ift et«ad ©uted. SJSenn Vanfe Bon j Qucß mit feinem $umor bureßwürzte Siebe bie ©emütßer unb Gerzen ber

Siutßer'd fleinent Ratecßidmud fagt: „©lüdfelig, «er feine ©eele bamit , alten «ie ber jüngeren §örer gewinnen mußte. Qu ben alten fpraeß

näßrt, «er baran feftßölt! ®r befißt einen unnergänglicßen Droft in i ein im Stmte unb feiner Strbeit ergrauter Wann, ber aber im täglichen

jebem SJiomeut"!, fo roirb bied SBort bed SHltmeifterd oon feinem Renner I Verfeßr mit ber tßeologifcßen gugenb fid) eine «oßltßuenbe Qugenbfrifcße

bezweifelt «erben. «Iber bad ift nun gerabe biegrage: SBic bringt man ! bemaßrt ßat. SHld geßler ber jüngeren Vrebiger bezeichnet ber Verf. u. a.

ed baßin, baß bie Seelen audj bann, wenn bie Scßule ißnen ben
Ratecßidmud nießt meßr Bor bie ütugen ßält, bamit nodj genäßrt «erben?
Denn «ie follen fie Sfaßrung baraud gewinnen, «enn fie ißn nießt be«
halten? Unb «ie follen fie feinen fjnßalt feftßalten, wenn fie ißn meßt

bie folgenben: fie neßmen zu Weite Dßemata; fie bringen zu allgemeine
unb abftraft gehaltene Sludfüßriingen, «eil fie bie Vcbürfniffe unb 91n«
fdjauungen ber ©emeinbeglieber nodj zu «enig fennen. gßre ©praeße
ift eine zu tßeologifdjc «ie eine zu «iffenfdjaftlidj«abßaiiblungdartige; fie

«ieberßolen? Unb «er bringt fie zum SBieberßolen? Dad ift nun aber i gefallen fidj gern in übertriebenen religiöfen unb fittlidjen gorberungen.

gerabe bie Kunft bed Verf., bie ißm ber §err gegeben ßat, ben Ratecßid- | ©erabe «ad ein SJfangel unb geßler ber 9iebe«eife, bad gefällt maneßem

ntud Sutßer'd in bem fdjönen ©emebe feiner ©efdjidjten unb SBetracßtungen I gußörer; fo }. SB. baß bie Vebe zu ßoeß einßergeßt, baß fie oielfadj un«

fo barzubieten, baß fieß gern aueß ber ©rroaeßfene ber Sieftüre ßingeben, ! oerftänblidj bleibt, «ie baß fie nießt mit beftimmteii gorberungen an

unb baß bie Vorlefung bed SBücßleind aufmerffame Dßrcn ßnben wirb. ! ©lauben unb SBanbel ber 3ußörer ßerantritt. Der Sungen Vorzug ift,
©inrrml ßat fidj ber Verf. oergriffen. Denn bad ©ioilftanbdgefeß fagt nießt, baß zumeift ißre ©inbilbungdfraft lebenbiger, bad fjerz «ärmer, bie

«ie ©.339 behauptet toirb, baß bie Drauung gar nießt nötßig fei, fott« I ©praeße blüßenber, bie ©ebanfenbilbung manuicßfaltiger ift, baß fie
bem im Raiferparagrapßcn jo ziemlich bad ©egentßeil. Slußerbem möchten freunblicßer unb begeifterter ju reben pflegen. Dem SUter fommt leießt

«ir noaj jene ©teile beanftanben, «o Bon ber f. g. ©djerzlüge bie SRebe | bje belebenbe grifeße, SBärme unb fjoffnungdfreubigfeit, bie Vegeifterung
ift. §ier ift ed nicht genug beachtet, baß ed aueß eine fdjerzenbe bem im Vortrag, bad $ünbenbe ber ©ebanfen abßanbeit. greilicß fteßt man«

Dßatbeftanb «iberfprecßenbc Sludfage gibt, bie ganz unb gar nidjtd mit j «ßep bem Sllter «irffam zur Seite. Ülud ben ebenfo auregenben wie zu«

ber SJüge gemein ßat, fonbern lebiglid, im Dienft ber Siebe unb greunb« ! treffenben ©ebanfen bed Verf., bie felber gelefen fein «öden, ßeben «ir

ltdjfcit fteßt. Sic ift aud, überall, bei jung unb alt, unb fie fpielt eine ' nur biefe ßeroor: SBir Sitten ßaben öfter mit gjanb unb §erz nad, bem
ßerzerfreuenbe SRolIe in Siutßer'd SBrief an fein Jpändcßen. Ded ©pami« .fpcilanbe gegriffen, meßr in ber Vibel geforfdjt, meßr in ber ©eeljorge

""""-^ugenb, ut ne joco quidem mentiretur, ift ftoifaj, aber nießt , gearbeitet, meßr gebetet, «eit meßr gelitten. SBir follen eble geßaltoolle

cßrtftltcß. «ber fonft fann SRcf. nur toben. Sffienn er fagen foü, «ad 1 ginfacßßeit barbieten. X Hinbenborn.

ißn befonberd ergriff, fo ftnb ed bie Slbfcßnitte, «elcße ben Herren ein» ====-
fajärfen, baß aud, fie einen .fjerrn im .ftimmcl ßaben, «elcße oom
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