Luthardt, Christoph Ernst [Begr.]

Theologisches Literaturblatt

10.1889

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bem Site!, aber nicht in ihrem Flnhalt befannt, wührenb »reger it)ten auffinben bcr Eingelbeiten babei möglich tft. Soll eine »urtljeilung ber.
Snfjalt S. X unb XI wiebergibt. Er wirb recht haben, roenn er ben : artiger Arbeiten wirf lid) gerecht, b.h. unter billiger Verüdfidjttgung ber
Warnen beS SOcagifter Floh. ©ajtaginhaufen für einen finßirten ertlärt. i borhanbenen ©chwierigfeiten gegeben «erben, fo mufj bor anem aner«

tannt «erben, baß unbebingte Wiajtigfeit unb Votlftänbigfeit fdjon um
bed willen unmöglich ift, weil gwifajen bcr Schreibarbeit beS Verf. unb
ber Verwenbung burd) ben Sefer ein monate», ja jahrelanger 3TO'fnjen«
raunt liegt, in welchem eine ffüfle Don Veränberungen jidj bollgiebt.

Wad) bem, Wae? »reger aus ber ©pottfdjrift mittheilt, mödjte ich foft an
nehmen, baß Urban WfjegiuS baßinterftedt. Ein «eiterer Zifferengpunft
liegt in ber auffaffuug beS VriefeS fWelanajtljon'S Dom 15. fWai 1544
(Corp. Eef.V, 393), wo Wcelanajthon über bie petulantia theologi cujus-

dam iniqui in Kothen flogt, ber bie »eichte eine« Ehebrechers beim Watt) i Ziefe Erfenntniß forbert gwar JU einer mtlben Veurtljetlung auf, aber
gur Wngeige bradjte unb fo beffen .vjinriajtung beranlaßte. »reger be» auch biefc Wcilbe hat thre gang befttmmten ©rengen. ©te hört ba auf,

wo bie berechtigte Erwartung beS ßeferS getaufd)t wirb. SS ift bodj
berwunberlid), baß ber nicht in ber arbeit ber Finneren Wliffion ftefjenbe
Verf. nidjt felbft bebenflich geworben, als er baS bon ihm mitgetfjcilte
98ort eines erfahreneu ffadjmanneS las, ber eine foldje arbeit gur Qext
für unausführbar erflärte. Zodj er badjte DieUcidjt, mit bem Sühnen
ift baS ©lüd. Seiber mar eS bieS mal nidjt mit ihm. Um bie auf»

ftreitet, baß tyet ©d)(aginhaufen gemeint fei. Zie ftarfe Erregung
3Mandjtfjon'S weift auf einen nidjt flu fern liegenben ftfatt, bcr nodj gut
im ©cbädjtniß Raiten ntuß. ®er theologus iniquus ift »aftor, fein
untergeorbneter ©tabtgeiftlicher. Es Wäre auch, faunt bentbar, bafj
©djlaginhaufen fidj in ber ©adje paffib berhalteu hätte, wenn bie an«
geige nidjt Don ihm ausgegangen wäre. Vielleicht ift eS möglich, auS

Siften beS fcipgiger ©eridjtS noch, bie Sache enbgültig aufguf hären. Einft» fatlcnben Wfängel btefeS »udjeS alle naajguweifen, mußte man Wteber

weilen halte idj baran feft, bafj maljrfajeiulid) ©ajlaginhaufcn fidj SU ein 93ucb fdjreiben; hier tonnen nur etngelne berfelben aufgeführt Werben,

jenem unbebaajtcn Schritt hatte hinreifjen laffen. DWan bergleiaje auaj t -Belebe Vcethobe ber Ermittelung mufj bcr Verf. angewenbet haben,

bie .«läge beS FfuftnS FfonaS über ©djlaginhaufen'S Verfahren gegen ben ! um 5. V. nichts bon ber leipziger unb breöbener Stabtmtffton gu er»

»farrer bon »afajleben. Zie aufgeiajnungen Sdjlaginfjaufen'S liegen j fahren, an beren ©piße feit f/jahren ©etftlidje flehen, »fr. Sdjloffer tu

uuS nidjt mehr im Original, fonbern in einer 1551 unb 1552 gefertigten I granffurt a. OT. Wirb nur beim fWagbalenenaftjl als Vorfteher erwähnt;

abfehrift bor, bie Dielleicht fein Sajmicgerfohu F}oh. Dbernborfer, ber | bafj berfelbe bie bortige ©tabtmiffion feit einer Weihe bon fahren leitet,

fpätere »rebiger in WcgenSbnrg, gemacht hat. Zer Sejt biefer abfehrift ift nicht gu erfeßen, wie überhaupt bie Ejifteng berfelben bem Verf. nicht

bietet bielfad) ©chwierigfeiten. »reger bat fioj alle »tüfje gegeben, bie» befannt geworben gu fein fajeint. 2Bie leiojt Wäre eS gewefen, gerabe

felheu gu heben unb bagu nodj gwei ©ammelbänbe ber mündjener Staats» auf biefent ©ebiete VoKftänbigfeit unb ©enauigfeit gu erlangen, ba in

bibliothef benutzen fönnen. ab unb gu fdjeint er aber etwas gu rafdj ber 1*85 erfdjienenen Zenffdjrift beS EentralaitSfchuffeS über bie ©tabt»

am Xejrt feiner Vorlage irre geworben gu fein; hier unb ba wirb auaj ' miffiouen faft aüeS gefunben Werben fann. Zie Zenffcßrift berichtet bon

feine Korreftur einem Zweifel unterliegen. Sie anmerfungen geugen ! 21 ©tabtntiffiouen, ber Verf. nennt nur fünf. Einen feltfamen Einbrucf

bon Sdjarffinn. Vier einmal mit berartigen arbeiten fidj befdjäftigt hat, i maajt auf ben Kunbigen auaj baS Vergeidjnifj ber jjofpige. 3n Verlin

wirb berftehen, bafj nidjt alles auf ben erften V3urf gelingt. ! fehlen gwei fefjt befannte, bortrefflidje berartige anftalten, baS £>ofpig

Ffm Wadjfolgenben gebe idj einige furge Vemerfungen gur Wichtig»
ftetlung einiger Zejtftellen unb anmerfungen, Welche »reger unb aubere
Sadjberftänbige auf ihre Vraudjbarfeit prüfen mögen. ©. 1, Wr. 1, 3- 5

in ber Veljrenftraße unb baS in ber Wcofjrenftraße. Vei Seipgig ift bie
abreffe UlridjSgaffe 75. Zort ift aber in SBirflidjfeit ber Eingang gur
jjerberge, wäljrenb baS babon boflftänbig getrennte, audj nidjt gerabe

I. so sie. Wr. 2, 3. 2 bleibt Sic. ©.2, Wr. 5, 3. 2 fann polluatur ; unbefannte fjofpig feinen Eingang bon ber Wofjftrafje hat- Unter ben

bleiben. SBir würben fagen: gu ©djanben werbe. ©. (i, Wr. 21, 3.6 | angeführten befinbet fidj eine gange angahl, bon benen mir auf ©runb

f. Eschhaus haustum. ©.14, Wr. 37, 3-9 ftreidje? S. 17, Wr. 49, 3.4 eigener Erfahrung fagen müffen, bafj fie Verbergen finb, in bie man

I. frommen in ironifajem Sinn. ©. 28, Wr. 84, 3- 2 1. conati ftatt ] g. V. cingelne tarnen unmöglich fdjtcfen fann. SSurben mir bodj in

coacti. 3. 30 u. 31 anm. 2 berftigen = an etwas gu fjofjeS gewagt. \ einer berfelben in einer großen ©tabt bringenb ermahnt, ja bie Zfjür

©. 33 WicloSbrubcr. Eine WiflaSbruberfdjaft fennt ©ebnet! in feinem I berfdjtoffen gu halten unb bie ©tiefei nidjt auf ben Vorplaß gu ftellen.

©ammelmerf über ben lj. WifolauS nidjt. Zer Sinn wirb bon SBrampel« ES mag ben fjadjblättern überlaffen bleiben Weitere Wcängel beS VudjeS

metjer vidjtig getroffen fein. ES finb Einfieblcr nadj ber Wrt beS VruberS , bargufteUen, für ben SeferfreiS b. VI. Wirb unfer Urtbeil über bie arbeit

KlauS bon ber fflüe. ©. 52, Wr. 155, Kam. 2 wirb bcr Warne Wcidjael j burd) bie obigen anScinanberfcßungen genüget« begrünbet fein, auch

uuridjtig fein. Zer abfdjrciber wirb baS W. feiner Vorlage falfdj auf« I ber gWeite £beü beS ViidjeS: „anmerfungen unb Vemerfungen" geigt,

gelöft haben, wie baS H. bei Ffbadj ftatt mit .fpartmanit mit .fjermann baß ber Verf. nidjt mit Dotier ©adjfcnntuiß Dielen arbeiten bcr inneren

wiebergegeben ift (£.257). ©emeint ift wo! iWartin ©eligmann. ©.65, Wtiffion gegeuüberfteht. Ob wol bie Vorfteljer ber Vrüberanftalten bie

Wr. 204, 3.2 I. schwaislecher. S. 69, Wr. 231, 3.2 D.U. I. noch. anficht uuterfdjreiben Werben: „ES fdjabet ber Sadje nidjt, Wenn ©laubenS«

©. 78, Wr. 263, lefcte 3ei(c 1. aerarius quaestor ohne Sfomma. S. 81, fampf unb Entfdjeibuiig erft im Saufe bcr auSbilbitng fommt"? SBarum

Wr. 287, 3.1 ift bie trommete ober posaune ausgefallen. ©. 83, Wr. 298, bie Verbinbung bon ©djullehrer-Seminar unb WettimgSljauS fdjäblidj ift,

3.3 l. mala mente. S. 92, Wr. 336, 6, 3.3 l. rehemim. ©. 93, Wr. 340, wie ber Verf. behauptet, ift nidjt erfinblidj. Vermunberlidj finb audj bie

3-3 l. Nam ftatt Tum; 3-5 1. vt; lj. 6, l. creatura ftatt natura, ergänge de- ] SJarfteUungen ber lEiafoniffenanftalten, bie in bem ©aße gipfeln: „©0

ponit; 3.7, Suf.1,52 quia ohne? (eS tröftet auch, weil ic). ©. 96, Wr. 355, ! ift WeuenbettelSau ErgieljungSanftalt, SaiferSWertlj hingegen auSbilbungS»

3- 5 l. auffliegen. S. 98, Wr. 364 , 3-2 L uor Ew. Genad. ©. 112, onftalt". 3)odj genug Ijierbon, bie ©djwädjeu unb ©ouberbarfeiten

Wr. 417, 3. 5 L monachis. S. 116, Wr. 437, 3. 1 1. ®cm fjergog ®ui» 1 biefeS gmeiten JheilS fönnte man gern in ben Stauf nehmen, Wenn nur

liclmo ©ildjenfi b. h- bem .fjcrgog ÜBJilljelm Don 3ü(iaj. Wr. 438, 3. 1
Wirb man bei ben »inberifdjett an bie anljänger Ffoljaun Vünberlin'S
benfen müffen; bgl. Ziagen, „3)eutfdj(anbS literarifdie unb religiöfe Ver«
haltniffc im WeformationSgcitalter", III, 295 ff. Wr. 440 L corvus.
©. 119, Wr. 457 wirb wol an Mtie'mc in SBcftfalen gu benfen fein.
Wabern. 06. jBoffert.

ber erfte WeuigfteuS auuäherttb feinen ßmed erfüllte. fWödjte eS be«
rnfeneren Slräften balb möglich fein, ein brauchbares an bie ©teile biefeS
»udjeS gu feßen. Ein hbfftiunGöbolIer Wnfang bagu ift %X). ©djäfer'S:
abreßbudj ber Veftrebungen beS praftifdjen EfjriftentfjumS im ®aheim«
falenber bon 1888. /.

Veedjer, Sjenrp SBarb, Weligion unb »flicht. 3»eiunbfünfjfg Sonntags»
betradjtungen. WuS bem Englifajen ins Deutjdje übertragen bon
|.^ßeoni. Stuttgart 1889, ©reiner & »feiffer (XII, 191©. 8).

Ein Vud) bon Veedjer ift immer intereffant, Wenn eS audj nidjt

Schweiber, Emalb (CBaftor In »JraimWimcin), Die innere »liffion in Deutfdj»
lanb. 3«ei Vüajer, Veljörben, ©eiftlidjen, armenborftänben, Wergten
unb Wcenfdjenfreunben bargeboten. ErfteS Vudj. .fjanbbunj ber im

»ienfte ber SBofjtthätigfeit ftehenbett anftalten in Eeutfdjlanb. 3um ; immer etbaulicf) jrt, unb |0 Iegt mBn aud) biefeS Vüojlein, wenn audj

Wadjfdjlagen gufammengefteüt. 3meiteS Vudj. anmerfungen unb : mit manchem »roteft, fo bodj nidjt ohne eine Wnregung empfangen gu

Vemerfungen. Vrauufdjweig 1888, ©djmetfdjfe & Sohn (VIII, 252 | haben, wieber aus ber .fjanb. ES enthält 52 Vetradjtungen über eingelne

unb XVI, 128 ©. gr. 8). 5. 60. ©cbanfen unb fragen aus ber djriftlidjcn Erfahrung, an einen Xejt

Ein .jjaiiblutdj ber im Eienfte ber SSohlthätigfeit fteljenben anftalten (erließen biefe fidj nidjt an, fonbern an bie Ueberfdjrift, g. V. 1. Sie

in ©cutfajlanb ift qemiß eine Erfdjeinunq, mcldje bie aufmerffamfeit \ Offe"öarung ©otteS m Eljrtfto; 2 bie Vaterßdiaft ©otteS; 3. bie ßiebe

weiterer Streife erregen wirb. Ein foldjeS liegt hier in gwei Vanbeu bor. £!h?Jenr?I™?Q^ EhriftuS unfer

Xaffelbe ßat ben ffi, nidjt wie baS mit-JA bem glidjen ..aupttitel I gSfejjgM & S^JJ Ä

!fS'"Alttf*,cnenf bc^w- noä> «!*e'ncnbe «ammclwerf bon »aftor : mt fjebu,b; 42. ©enie unb Zalent als ©ott geweihte fiähigfeitett:

Ah- »rajäfer in aitona eine lebenbtge lanbfdjaftddj georbnete Sdjilberung | 47. bie ,«raft ber 3unge; 48. unnüße SBorte; 51. ber Zob- 52 baS gu»

bcr ©efdjidjte unb Wrbeit ber inneren Wliffion in Zcutfdjtanb gu geben, 1 fünftige Sehen. Es finb alfo ©runbartifel beS EbanaeliumS, bie in

lonbcrn miU ein abreßbudj gum Wadjfdjlagen fein. ES ift unftreitig für
cm berartigeS Sffierf ein entfdjiebeneS Vebürfniß bortjanben; gibt eS bodj
für bie berfdjiebenartigften SebenSgebiete berartige arbeiten; wir erinnern

fnapper, geiftboüer, oft freilich etwas gefünftelter SBeife befprodjen
werben unb Weligion unb »flieht behaubetn, unfere Stellung gu ©ott
unb gum fWenfdjen. Vcedjer'S ©tärfe ift Die Sdjilberung, bie Zar«

nur an ben feit einer Weiße bon Ffaßren er djeinenben Sdjulfalenber bon j ■leTun9(S,e8 ?ebeng' n,obi., '"m ebe"'° f°ir -etn eraretfenb S »athoS als

WcuShafe uub ähnliche 11 iternehmiinnen Zer Vierth fnfrher arbeiten QU* ft,'*er 'VUm0r ®c6°U ?leben- Wan rotrD beSßalb aHeS, WaS

beftiu mt «* „,,,, •• L «?2 fli?*i. ^S*5f22 'TS -22s i <>nf bie ©eftaltnng djriftlidjcn ßebenS Veguq hat, mit Vergnügen lefen-

.STf jSlg.y/g\ 1» * Ucni ßf Mnb-,B* übct baS ®fben' übpr b,f Ö«M«e' übft bie ©ebu'lb, bie ©pnipathie, bie

ZU.! !•!? "!"!• ScIbrt bag EinthetlungSpnngip erfdjetnt als eine ®abe beg §ergenS, bie Sanftmuth fpridjt er oft ergreifenb unb in

weniger wichtige ©eite ber Sache, wenn eS nur fo gewählt ift, baß baS giängcnber aliSbrucfSweife; audj über bie ßiebe unb ©ebnlb ©otteS, über
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