Mittheilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft: Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft

91.1958

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aus K völlig durchgearbeitet und damit ihr Inhalt wie auch ihre zeitliche
Spannweite mit denen des Archivs A vergleichbar sind - vielleicht auch, wenn
die Ausgrabung des Gebäudes K. vollendet sein wird. Einen Bericht über die
wichtigsten Texte aus dem neugefundenen Archiv findet der Leser in dem
Beitrag von H. Otten auf S. 75 ff.

b. Das phrygischc Burgtor in v-x/6-7

Das eben beschriebene hethitische Gebäude K mit seinem Archiv wurde
mehrfach von Bcfestigungslinien überbaut (Abb. 59), die zu ihrer Zeit den
Abschluß des nachliethitischen Büyükkale bildeten. Die jüngste Burgmauer in
v—y/6—9 ist auf eine Länge von 41 m aufgedeckt, besteht aus Bruchsteinen,
ist maximal nur 2,80 m dick und gehört nach den Scherbenfunden in die spä-
tere römische Kaiserzeit. Es ist wahrscheinlich, daß es sich nur um einen Neu-
bau beschränkter Ausdehnung handelte, der nicht den ganzen Bergrand
umzog, sondern lediglich stellenweise die zerstörte phrygische Burgmauer
ersetzte, die wohl überall sonst so erhalten bzw. leicht zu reparieren war,
daß sie auch noch zu dieser Spätzeit dienen konnte. Diese Deutung kann
sich auf jeden Fall auch mit darauf stützen, daß an der ganzen Westfront
Büyükkales kein Befestigungswerk so später Zeit nachweisbar ist.

Das phrygischc Burgtor in v—x/6—7 ist in dieser Campagne nur stark zur
Hälfte aufgedeckt worden, läßt aber immerhin, weil es einem auch sonst be-
kannten Torschema angehört, alle wesentlichen Teile schon deutlich erkennen.
Doch würde sich auch hier eine Verschiebung der Veröffentlichung bis nach
dem Abschluß der Grabungen empfehlen, wenn nicht am Tor ein bedeutender

Abb. 59. Büyükkale, phrygisches Burgtor in v-x/6-7.
Blick in (Uc Torkammer von Nordosten.
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