Mittheilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft: Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft

86.1953

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Osman-Kayasi, eine hethitische Grabstätte

(K. Bittel)

Bei den bisherigen Grabungen sind im Stadtgebiet yattusa's nur
ganz vereinzelte Bestattungen gefunden worden, die keine ausreichende
Vorstellung von den Grabsitten der Bewohner vermitteln. Was darüber
gesagt werden konnte, ist WVDOG 63, 116 ff. im einzelnen ausgeführt
worden. Jetzt aber sehen wir dank einem neuen Funde erheblich klarer.

Al>l>. 16. Fclsgruppen nördlich von ßüyükkaya. Links Baglarbasi-Kayasi. in der
Mitte Osman-Kayasn. Dahinter Tumulus

Hin Zufall, durch Tiere herausgewühlte hethitische Vasenfragnientc,
brachte uns auf die Spur einer umfangreichen Grablege. Sie liegt außer-
halb des Stadtgebietes im eigentlichen Sinne, jenseits des Büyükkaya-
deresi, am oder ganz nahe dem alten Wege nach Yazilikaya.

Der ostwärtige Talhang, vom Bachbett erst mäßig, dann bald hinter
Yazilikaya steiler ansteigend, ist mit einer ansehnlichen Zahl isolierter,
kleiner sowohl als auch umfangreicher Felsgruppen durchsetzt, die sich bis
hinauf zum Bergkamm finden, der das Talbecken von Bogazköy im Osten
begrenzt Das Felsheiligtum von Yazilikaya ist nur eine solche Gruppe,
freilich eine besonders umfangreiche und geräumige, unter vielen anderen.
Die erste, die man von der Stadt kommend erreicht, und die den Namen
Baglarbasi-Kayasi führt, liegt am oberen Ende eines Gartens, der seine
Fruchtbarkeit einer am Fuße des Felsens entspringenden Quelle verdankt.
Knapp 600 m sind es von hier in der Luftlinie bis zum mutmaßlichen Stadt-
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