Mittheilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft: Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft

76.1938

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Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft.

und gute Erhaltung der Funde und die dichtgedrängten
Mauern lassen bei einer Erweiterung der Grabung auf eine
sehr erwünschte Bereicherung unserer Kenntnisse der hethi
tischen Wohnkultur hoffen. (R. Naumann).

F. Die Stadtentwicklung.

Wir besitzen nunmehr auch genügend Unterlagen, um der
Lösung der Frage nach der Geschichte der Stadtentwicklung
näher zu kommen. Die über das 14. Jahrb. hinaufreichenden
Stellen der Besiedlung beschränken sich auf Büyükkale und
die nördliche Unterstadt, die im Osten durch das Tal des
,,Büyükkaya-deresi" und im Westen durch das (bis „Kizlar-
kaya-deresi" begrenzt wird. In Büyükkale und der von dieser
Burg beherrschten Unterstadt dürfen wir daher den Kern der
ganzön Stadtanlage seilen, der sicher bis ins 20. Jahrh.v.Chr.,
wahrscheinlich (siehe unter „C") aber in noch ältere Zeiten
hinaufreicht. Die große Erweiterung der Stadl nach »Süden
zu jedoch, die sie erst den andern Hauptstädten altorienta-
lischer Reiche ihrer Ausdehnung nach vergleichbar macht,
muß etwa 1400 v.Chr. vorgenommen worden sein; denn an
keiner Stelle in diesem Stadtteile, wo immer wir auch in die
Tiefe gegangen sind, kamen Funde zutage, die einer früheren
Zeit als dnn 14. Jahrh. v.Chr. zugewiesen werden dürften.
Es schein! mir in diesem Zusammenhang nicht unwesentlich,
zu erwähnen, daß gerade in diesem jüngeren Stadtgebiete
und zwar an einem der wichtigsten Verkehrswege zur seihen
Zeit Suppiluliuma (ca. 1300—1350 v. Chr.). wohl die glän-
zendste llerrscher^estall des hethitischen Großreiches, eine
umfangreiche Felsinschrift in Hieroglyphen (Nisantas) an-
bringen ließ.

G. Die Tontafel 2075/g.

Ein von uns 1037 zwischen den Fundamenten im Magazin-
raum 70 des Tempels I gefundenes Tontafelstück (Duplikat
zu K.UB XII 86) enthalt Zeile 1 9 folgenden Text, dessen
i Übersetzung ich H. (>tten verdanke:

„So spricht Tarhini aus der Stadt Tamarmara: Der Gott
Sulikatti, welcher der Gott der Stadt Tam[armara] ist, der
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